“ … Paradoxerweise bricht der Film auf produktive Weise mit der reinen Psychoanalyse: Durch die Besetzung mit Romy Schneider erhält das Phantasma eine unübersehbare, physische und historische Subjektivität. Das Publikum sieht kein abstraktes klinisches Symptom, sondern eine reale Schauspielerin mit enormer emotionaler Ausstrahlung. Es entsteht ein Dualismus der Blicke: Der Film zwingt uns, das Phantasma durch Ninos Augen als „Subjekt“ wahrzunehmen, während die narrative Struktur uns gleichzeitig zeigt, dass sie eine (tote) Illusion ist. …“ – Zu „Fantasma d’amore„: «Ein metaphysisches Melodram von der Absolutheit der Liebe, die über Raum und Zeit hinausreicht, das aber auch immer wieder die Melancholie einer mediterranen Midlife-Crisis mit verhaltener Subversivität ironisiert.» (Helmut W. Banz, Die Zeit, 7.5.1982) | [Der Film basiert auf einer Romanvorlage von Mino Milani. Er lässt die Grenzen zwischen Realität, Einbildung und Wahnvorstellung bewusst verschwimmen. Ob Nino tatsächlich Geistererscheinungen erlebt oder dem eigenen Verfall und der Besessenheit an seine Jugendliebe zum Opfer fällt, bleibt der Interpretation des Publikums überlassen. …] – “ … So etwas kann reizvoll sein, wenn die Zuschauer und Zuschauerinnen sich auf eine ungewisse Reise begeben. Vor allem da heutzutage Filme oft dazu neigen, alles zu Tode erklären zu wollen, weil sie niemandem mehr etwas zutrauen. … Romy Schneider darf in einer Quasi-Doppelrolle ganz unterschiedliche Seiten von sich zeigen. Der italienische Superstar Marcello Mastroianni gefällt in der Rolle eines Mannes, der sich in dem Bild der Vergangenheit verliert. Und natürlich ist es auch tragisch, wie hier die Hauptfigur in der Gegenwart völlig aus dem Tritt gerät und alles verliert für ein Gespenst, das da ist und nicht da ist. … “ | Aus: „Die zwei Gesichter einer Frau“ Oliver Armknecht (12. Juni 2023) | Quelle: https://www.film-rezensionen.de/2023/06/die-zwei-gesichter-einer-frau/
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Gedankenspiele oder Fragen aus dem Off: Was ist die psychologische Funktion der Imagination in diesem Film? – Stimme aus dem Off: In der psychoanalytischen Betrachtung von „Fantasma d’amore“ erfüllt die Imagination der geisterhaften Anna eine tiefenpsychologische Schutz- und Abwehrfunktion. Sie lässt sich präzise über Sigmund Freuds Konzepte von Trauer und das Unheimliche sowie Jacques Lacans Struktur des Begehrens erklären. Für Freud ist das Unheimliche etwas ehemals Vertrautes, das durch Verdrängung fremd und bedrohlich wiederkehrt. Anna erscheint Nino mal als junge, makellose Geliebte, mal als gealtertes, krasses Trugbild. Diese Ambivalenz spiegelt Ninos eigene verdrängte Angst vor dem Altern und dem eigenen Tod wider. Während gesunde Trauer das verlorene Objekt schrittweise loslässt, verleibt sich der Melancholiker in das unerreichbare. Nino verliert dadurch den Bezug zur Realität. Seine Imagination ist der pathologische Versuch, die libidinöse Besetzung der Vergangenheit aufrechtzuerhalten. Bei Lacan dient das Phantasma (fantasme) dazu, das grundlegende Defizit (den Mangel) des Subjekts zu verdecken. Ninos bürgerliches Leben als Anwalt ist leer und entfremdet. Die Imagination von Anna ist die Leinwand, die sein Begehren überhaupt erst am Leben erhält. Anna fungiert als das objet petit a – das ewige Objekt der Sehnsucht, das niemals vollständig besessen werden kann. Würde sie real und greifbar existieren, würde das Begehren sterben. Die Imagination der „Geisterfrau“ hält den dafür notwendigen Abstand zwischen Verlangen und Erfüllung aufrecht. Das „Reale“ ist bei Lacan das, was sich der Sprache und der Vorstellungskraft entzieht – in diesem Fall die nackte, traumatische Wahrheit von Vergänglichkeit und Tod. Ninos Imagination ist zuletzt eine Art Schutzbarriere des Imaginären, um der zerstörerischen Begegnung mit dem Realen zu entkommen. – Frage aus dem Off: Gibt es in diesem Kontext eine Subjektivität des Phantasmas (eine Subjektivität von Anna)? – Stimme aus dem Off: In der psychoanalytischen Theorie – insbesondere bei Lacan – besitzt das Phantasma – und damit die geisterhafte Anna – keine eigene, autonome Subjektivität. Sie ist radikal von Ninos Psyche abhängig. Dennoch lässt sich im filmischen Kontext von „Fantasma d’amore“ eine faszinierende, paradoxe „Subjekt-Wirkung“ und eine Subjektverschiebung beobachten. Anna besitzt als Phantasma keinen eigenen Willen. Sie ist die leere Projektionsfläche. Nino braucht sie, um seine eigene, gespaltene Subjektivität zu stabilisieren. Wenn Anna agiert – wenn sie ihn anruft, fordert oder sich entzieht –, tut sie dies nicht als autonomes Subjekt, sondern als Agentin von Ninos eigenem unbewussten Begehren. Anna stellt die Frage dar, die Nino an sich selbst richtet: „Was will der Andere von mir?“ (Che vuoi?) – Lacan betont, dass das Ausleben oder die totale Annäherung an das fundamentale Phantasma das Subjekt desubjektiviert. Am Ende des Films verliert Nino seine eigene Subjektivität (seinen Verstand, seinen sozialen Status als Anwalt) völlig. Er wird vollständig vom Phantasma aufgesaugt. Annas scheinbare Subjektivität wächst in dem Maße, in dem Ninos reales Ich zerfällt. Nach Freud könnte man Annas scheinbare Eigenständigkeit durch das Konzept der Abspaltung und Projektion erklären. Als Illusion der Autonomie: Wenn eine traumatische Wahrheit (Annas Tod, das eigene Altern) radikal verdrängt wird, kann sie im Bewusstsein nicht mehr als eigener Gedanke auftauchen. Sie muss von außen kommen. Anna kann als Ninos abgespaltener psychischer Anteil gelesen werden. Die Energie, mit der Anna im Film auftritt – ihre Boshaftigkeit, ihre Forderungen nach Geld, ihre plötzlichen Verwandlungen –, ist in Wirklichkeit Ninos eigene psychische Energie, die er von sich abgespalten hat (seine Libido und sein Todestrieb). Sie wirkt im Film nur deshalb so „subjektiv“ und lebendig, weil Nino diese Anteile erfolgreich externalisiert hat. Sie führt Ninos unbewusstes Drehbuch aus. Paradoxerweise bricht der Film auf produktive Weise mit der reinen Psychoanalyse: Durch die Besetzung mit Romy Schneider erhält das Phantasma eine unübersehbare, physische und historische Subjektivität. Das Publikum sieht kein abstraktes klinisches Symptom, sondern eine reale Schauspielerin mit enormer emotionaler Ausstrahlung. Es entsteht ein Dualismus der Blicke: Der Film zwingt uns, das Phantasma durch Ninos Augen als „Subjekt“ wahrzunehmen, während die narrative Struktur uns gleichzeitig zeigt, dass sie eine (tote) Illusion ist. – Stimme aus dem Off: Wäre es denkbar den Film in diesem Kontext aus der Perspektive von Anna zu entwerfen? – Stimme aus dem Off: Ja, denkbar wäre „Die Bürde, das Phantasma zu sein“ zu erzählen: Der Film könnte zeigen, wie eine reale, alternde und kranke Anna (bevor sie stirbt) spürt, dass Nino sie gar nicht als Mensch sieht. Sie bemerkt, dass er nur von der nostalgischen Erinnerung an ihre Jugend besessen ist. Anna könnte versuchen, aus Ninos „imaginärem Gefängnis“ auszubrechen. Jedes Mal, wenn sie im Film monströs oder alt erscheint, wäre das kein Geistereffekt, sondern ihr bewusster, radikaler Akt des Widerstands. Sie zerstört absichtlich sein schönes Bild von ihr, um als echtes, leidendes Subjekt anerkannt zu werden. Aus Annas Sicht wäre Nino das „Gespenst“. Er verkörpert ihre eigene verdrängte Vergangenheit, das ungelebte Leben und die bürgerliche Sicherheit, die sie damals aufgegeben hat. Im original Film ist die Stadt Pavia in einen melancholischen, dichten Nebel gehüllt – als Sinnbild für Ninos inneren Zustand. Aus Annas Sicht wäre die Welt vielleicht steril, medizinisch (Krankenhaus, Isolation) und schmerzhaft real. Der Nebel taucht nur dann auf, wenn Nino die Szene betritt und seine Fantasie über sie stülpt. Es ginge dabei auch um die Gewalt des männlichen Blicks. Ein solcher Film mit umgedrehten Rollen könnte zeigen, wie eine Frau psychoanalytisch ausgelöscht wird, weil ein Mann sie zwingt, die Hauptrolle in seinem privaten Geisterspiel zu spielen. – Frage aus dem Off: Gibt es einen jeweiligen Urgrund der Sehnsucht für Anna und Nino? – Stimme aus dem Off: Ninos Sehnsucht ist eine regressive Flucht. Er ist ein erfolgreicher, aber psychisch erstarrter Anwalt. Sein Leben ist geordnet, funktional und emotional tot. Die geisterhafte Anna verkörpert für Nino seine eigene Jugend, in der alles noch möglich schien. Nino leidet an einer tiefen Entfremdung. Seine Sehnsucht gilt nicht Anna als realer Person, sondern dem Gefühl des Begehrens selbst. Anna reaktiviert als unerreichbares objet petit a seine Liebesfähigkeit – Anna rettet ihn indem sie ihn in den Wahnsinn treibt. – Frage aus dem Off: Was ist mit Anna? – Stimme aus dem Off: Wird Anna nicht als reines Trugbild, sondern als psychologisches Subjekt begriffen (das an Krebs leidet und im Sterben liegt), entspringt ihre Sehnsucht einer völlig anderen Dynamik. Annas Urgrund ist das Grauen vor der absoluten Bedeutungslosigkeit ihres realen, von Krankheit gezeichneten Körpers. Ihre Sehnsucht treibt sie zu Nino, weil er der Einzige ist, in dessen Erinnerung sie noch die strahlende, begehrenswerte Frau von einst ist. Im Angesicht des physischen Verfalls zerbricht Annas Ich-Konstruktion. Sie sucht Ninos Blick als einen Spiegel (Spiegelstadium), um sich noch einmal als „ganzes“, unversehrtes Subjekt zu erfahren. Ihre Sehnsucht ist der narzisstische Überlebenskampf einer Sterbenden: Sie will im Begehren des Anderen unsterblich werden, selbst wenn sie ihn dafür mit in den Abgrund reißen muss.
– Cow Abducting a UFO by Fer Martinez | via – The Turtle @the_turtle@mastodon.sdf.org: This is not a joke! This actually happened outside El Dorado, Kansas in 1965! – luca … : That happens when your dinner isn’t exactly light and you fall asleep on an uncomfortable sofa.
“ … Sie musste in politischen Fragen nie etwas beweisen: Sie war dafür bekannt, eher von Sorgen als von Ideen geleitet zu sein – Sorgen, die tief in ihrer Herkunft aus der Armut der Arbeiterklasse sowie in ihrer Überzeugung verwurzelt waren, dass die Kunst sowohl einem höheren Zweck diene als auch die Verantwortung trage, zu bilden und aufzuklären. Es ist bemerkenswert, dass sie auf dem Höhepunkt ihres Ruhms in den 1980er Jahren in Londoner Bühneninszenierungen anspruchsvoller, schwieriger Stücke von Botho Strauß, Eugene O’Neill, Jean Racine, Bertolt Brecht, Federico García Lorca und Howard Barker auftrat. Dabei strahlte sie eine kompromisslose Intelligenz und eine schlichte, reine Schönheit aus, die weder mit Make-up noch mit Eitelkeit etwas zu tun hatte. .. “ | From: „Glenda Jackson obituary“ Michael Coveney and Julia Langdon (Thu 15 Jun 2023) | Source: https://www.theguardian.com/stage/2023/jun/15/glenda-jackson-obituary
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„… Glenda Jackson schien auf eine ganz wesentliche Weise unsterblich zu sein. Es war nicht allein jene einzigartige Stimme, die sich mit ungezügelter Majestät aus einer tiefen Tiefe ihres zierlichen Körpers zu erheben schien. … Ende 1991 trafen wir uns in einem Londoner Hotel auf einen Kaffee – anlässlich eines Beitrags über ihren Wechsel von der Schauspielerei hin zu jener gänzlich anderen Art von Autorität und Durchsetzungsvermögen, die für das politische Überleben unerlässlich ist. Ihr Einzug ins Parlament als Abgeordnete für Hampstead und Highgate führte sie ausgerechnet in jenen Nordlondoner Stadtbezirk, in dem ich tatsächlich noch heute lebe. Und wenngleich Jackson als Interviewpartnerin mitunter gnadenlos sein konnte, empfand ich ihre schnörkellose Offenheit in einer Zeit der politischen Schönfärberei und Verlogenheit als erfrischend; sie blieb stets ganz und gar – und auf unvergessliche Weise – sie selbst. Sie war ein echtes Original, das keinerlei Bedenken hatte, eine parlamentarische Würdigung der verstorbenen Margaret Thatcher dazu zu nutzen – ein mittlerweile legendärer Vorfall –, um die Kollegen an ein politisches Erbe zu erinnern, das vielleicht gar nicht so rühmlich war. Ihr verbaler Rundumschlag bei jener Gelegenheit bleibt ein Meisterstück darin, eine auf einem ganzen Leben auf der Bühne geschmiedete rhetorische Bravour ins politische Parkett zu übertragen. Und man kann nur darüber spekulieren, welche Bemerkungen wohl im Laufe der Jahre am Frühstückstisch fielen – zwischen der überzeugten Linken Jackson und ihrem Sohn, dem Journalisten Dan Hodges, einem Kolumnisten der rechtskonservativen britischen *Mail on Sunday*. … “ | From: „A mighty force in both drama and politics, Glenda Jackson rarely played it safe“ Matt Wolf (20 June, 2023) | Source: https://www.londontheatre.co.uk/theatre-news/news/glenda-jackson-obituary
– “ … Man kann annehmen, dass die Seebestattung, bei der die weiße Asche der Diva Edmea Tetua von der morgendlichen Meeresbrise zerblasen wird, den Untergang der alten europäischen Gesellschaft durch den Ersten Weltkrieg symbolisiert. Die Kettenreaktion zwischen dem Passagierdampfer und dem Kanonenboot stellt im Kleinen den Ausbruch des Ersten Weltkriegs dar. Der Film enthält große, unvergessene Sequenzen der Filmgeschichte: Die blinde Prinzessin, die die Töne des Donau-Walzers mit Farben assoziiert, das Glasmusikspiel in der Schiffsküche, den russischen Sänger, der mit seinem Bass ein Huhn in Trance versetzt, der Wettstreit der Opernsänger im Kesselraum. …“ | Aus: „Fellinis Schiff der Träume [„E la nave va“ (1983)]“ (7. Oktober 2025) | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Fellinis_Schiff_der_Tr%C3%A4ume
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“ … Mit einer illustren Reisegesellschaft verlässt der Luxusliner „Gloria N.“ im Juli 1914 den Hafen von Neapel: Vor ihrer einstigen Heimatinsel will man die Asche der berühmtesten Sängerin der Zeit, Edmea Tetua, auf dem Meer streuen. Federico Fellinis Film „Das Schiff der Träume“ (1983) erzählt vom plötzlichen Einbruch der Realität in die schöne Welt des Opern-Jetset: Der erste Weltkrieg bricht aus. Das Schiff muss, verfolgt von einem österreichischen Panzerkreuzer, serbische Flüchtlinge aus Seenot bergen. Wie der erste Weltkrieg endet auch diese Geschichte mit einem Inferno: Als die Flüchtlinge an die Österreicher ausgeliefert werden müssen, zündet bei der Übergabe einer der Serben eine Handbombe mit verheerenden Folgen. Der Panzerkreuzer explodiert, dabei trifft auch ein Kanonenschuss die „Gloria N.“ und bringt sie zum Sinken. …“ | Aus: „„Wovon will ich eigentlich erzählen?“ – Nach Federico Fellini: Das Schiff der Träume“ Manfred Jahnke (29. September 2023) | Quelle: https://www.die-deutsche-buehne.de/kritiken/ulm_schiff_der_traeume_metzger/ -.- “ … Dekadente Passagiere treffen auf serbische Flüchtlinge. Die bildgroteske Vision persifliert Selbstgefälligkeit. … [Über: „Fellinis Schiff der Träume“ (1983)] … “ | Quelle: https://www.cineamo.com/de/filme/e-la-nave-va -.- “ … Es ist bekannt, daß es überhaupt kein anderes Werk von Fellini gibt, was so vielschichtig und derart interpretationsreich ist, so daß man in einer herkömmlichen Kritik darauf überhaupt nicht eingehen kann: was zum Beispiel das riesengroße Nashorn bedeutet, das zu Beginn auf‘s Schiff gehievt wird, dann im Schiffsverlies so zu stinken anfängt, daß man es an die frische Luft zurückhievt, in ein Rettungsboot verfrachtet und lange mit Wasser übergießt. In der Schlußszene – wo das Schiff standesgemäß untergeht, die meisten Leute aber gerettet werden – wird dieses Rettungsboot auf‘s Wasser gelassen und unser Erzähler fährt davon, mit lebendem Nashorn natürlich. … Aber mir wurde etwas anderes wichtiger, ja ich finde, daß der Film uns heute noch mehr angeht, als damals, was sicher damit zu tun hat, daß unsere gesellschaftliche Lage sehr viel stärker von Unsicherheiten und Zeitsprüngen geprägt ist als es 1983 der Fall war. Insofern hat der Film sogar an politischer Aktualität gewonnen. … Fellini ist [ ] ein Filmemacher, für den der Spruch, wir wissen nicht, wohin wir gehen, wenn wir nicht wissen, woher wir kommen, in besonderem Maße gilt. …“ | Aus: „Fellinis E LA NAVE VA von 1983“ (1. Dezember 2021) | Quelle: https://weltexpresso.de/index.php/kino/23913-fellinis-e-la-nave-va-von-1983_544 -.- “ … Eines Tages stieß Federico Fellini in einer Jackentasche auf einen Zettel mit einer Telefonnummer. Er nahm an oder hoffte, dass es sich um die Nummer einer schönen Frau handele, die ihn kennenlernen wollte. Als er die Nummer wählte, meldete sich ein Psychiater aus Rom. So begann eine gemeinsame Arbeit an Fellinis Träumen, die ihm aus einer schweren Schaffenskrise heraushalf und für sein weiteres filmisch-künstlerisches Schaffen von enormer Wichtigkeit wurde. Der Psychiater hieß Ernst Bernhard [https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Bernhard] und war einst vor den Nazis geflohen. Er stand in der Tradition von C.G. Jung und dessen Traumanalyse, die in Träumen mehr sah als klinisches Material, das es für die Therapie nutzbar zu machen galt. Träume besaßen für ihn ein Eigenleben, das es zu respektieren und behutsam zu behandeln galt. Manche Filme Fellinis sind solche Träume. …“ | Aus: „141 | Sozialstaat und Demokratie“ Götz Eisenberg (30. April 2026) | Quelle: https://durchhalteprosa.de/2026/04/30/141-sozialstaat-und-demokratie/
-.- “ … Since childhood, Fellini had been keenly interested in dreams as a rich source of imagination, and their bond was immediately intense. He readily agreed to keep a dream journal, involving both writing and illustrating his dreams. He readily did so, using various colored felt tips, as Bernhard helped him to identify archetypal images and themes offering inspiring direction in life. It may seem surprising that Fellini was asked to draw rather than merely write his dreams for self-understanding. However, Bernhard surely knew that the celebrated director had initially been a cartoonist-story writer for a popular Italian magazine before embarking on films. Indeed, Fellini had loved to draw since childhood and began each new film idea with pastels and pencils. … You don’t have to be a world-famous filmmaker like Fellini or a pioneering psychologist like Maslow to benefit from dream journaling. The best practice is to keep a notebook and pen beside your bed at night, and as soon as you awaken, write down your dream in as much detail as you can. … “ | From: „Dreaming: The Great Italian Filmmaker Fellini Was an Ardent Jungian“ Edward Hoffman (February 5, 2025) | Source: https://www.psychologytoday.com/gb/blog/the-peak-experience/202501/the-great-italian-filmmaker-fellini-was-an-ardent-jungian
Der Foxtrott Veronika, der Lenz ist da ist ein beliebter Schlager der 1920er Jahre, dessen Melodie Walter Jurmann komponierte. Der Text stammt von Fritz Rotter und basiert auf einem Gedicht von Otto Licht. … | https://de.wikipedia.org/wiki/Veronika,_der_Lenz_ist_da
“ … Am 28. März 2013 verabschiedeten sich die Marineflieger mit der Übergabe des Schlüssels und der Bundesdienstflagge endgültig vom Standort Kiel-Holtenau. Seitdem plant die Stadt Kiel auf dem etwa 92 Hektar großen Sanierungsgebiet einen neuen Stadtteil. Seit dem 15. Dezember 2020 befindet sich das Gelände im Eigentum der Stadt Kiel. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Marinefliegergeschwader_5 (16. Dezember 2025) -.- “ … auf der früheren Zufahrtsstraße rollen Fahrräder, drehen Kinder auf Rollern und Jogger:innen ihre Runden. … Überraschend verlangt die Bundeswehr das Grundstück zurück. Es gibt Protest – und Verhandlungen mit offenem Ausgang. „Holtenau Ost“, wie der neue Stadtteil heißen soll, liegt nördlich des Nord-Ostsee-Kanals an der Kieler Förde. Über den ehemaligen Kasernengebäuden kreisen Möwen. Etwas entfernt hat sich die Bauwagen-Kolonie ,,Schlagloch“ angesiedelt. Doch geht es nach der Stadt, sollen auf dem 73 Hektar große Gelände rund 2250 Wohnungen entstehen. 13 Hektar sind für Wirtschaft und Gewerbe vorgesehen, weitere 20 Hektar für Wald. In dem „Zukunftsquartier“ sollen Kitas, Sport und Freizeiteinrichtungen ihren Platz finden, so beschreibt eine Homepage die „Vision“ eines ,,wertvollen Standorts für gemeinschaftliches Handeln, Vielfalt und Austausch von Ideen“. Doch nun hat die Marine das Gebiet wieder in den Blick genommen. …“ | Aus: „Bundeswehr will Fliegerhorst zurückerobern“ Aus Kiel Esther Geißlinger (28.7.2025) | Quelle: https://taz.de/Kasernen-statt-Wohnungen/!6103744/ -.-
(Eine Interview-Dokumentation, Kiel 2024: Super8, 16mm, 15Min.): Zu Besuch bei der Wagengruppe Schlagloch. Die Filmgruppe Laterna 24143 begleitet den Umzug vom Meimersdorfer Moor auf das MFG5 Gelände.
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„MFG5-Gelände: Fahrplan für die weiteren Verhandlungen“ UrsulaS (16. April 2026) | … Am gestrigen Abend stellten Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Flotillenadmiral Christian Walter Meyer in der Halle 400 die vorläufigen Ergebnisse der Gespräche zwischen Stadt und Bund vor. Diese sind in einem Letter of Intent festgehalten, der wenige Stunden zuvor unterzeichnet wurde. … | Quelle: https://kielaktuell.com/2026/04/mfg5-gelaende-fahrplan-fuer-die-weiteren-verhandlungen/
– “ … Die Reaktionen auf die jetzige Vorlage fallen gemischt aus. Während Knud Hansen, Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Kiel, von einem „Sechser im Lotto für Kiel und Schleswig-Holstein“ spricht, lehnen die Linken im Kieler Rathaus die Ergebnisse als „Kapitulation gegenüber der Bundeswehr“ klar ab und kündigen Widerstand an. Kritische Nachfragen, aber kaum lauten Protest gab es bei einer öffentlichen Versammlung am Mittwochabend. In der gut gefüllten Halle 400 saßen auch die direkt Betroffenen, darunter Mitglieder des Wagengruppe „Schlagloch“, die seit 2024 auf dem Gelände leben, und die „Schwentineflotte“ – Wohnboote, die zurzeit in einem Hafen liegen, den später die Marine nutzen will. „Ist ja schön, dass Sie so einen tollen Dialog geführt haben, aber die Kommunikation mit uns war grottenschlecht“, sagte einer der Bewohner. Weder für die Schwentineflotte noch für Schlagloch oder die rund 600 Geflüchteten, die zurzeit in den alten Kasernen wohnen, gibt es bisher neue Standorte, nur die Zusage, dass nach Lösungen gesucht werde. Andreas Meyer vom Bündnis für bezahlbaren Wohnraum ist unzufrieden mit der Lösung: „Holtenau-Ost war eine Perle – nur gibt es über die Stadt verkleckerte Flächen.“ In der Ostsee hätten die Nato-Staaten eine so deutliche Überlegenheit, dass die Bedrohung durch einen möglichen russischen Angriff unwahrscheinlich erscheine. Das sah ein anderer Kieler bei der Infoveranstaltung anders: „Durch Bundeswehr mitten in der Stadt fühle ich mich bedroht – die Bevölkerung wird als Schutzschild missbraucht.“ Den Vorwurf wies Admiral Christian Walter Meyer, Kommandeur der in Kiel stationierten Flottille, zurück und ergänzte: „So schlimm das ist: Heute nimmt keiner mehr Rücksicht auf zivile Ziele, im Gegenteil, sie werden direkt angegriffen.“ … “ | Aus: „Klecker-Grundstücke statt „Perle“ an der Förde“ Esther Geißlinger (16.4.2026) | Quelle: https://taz.de/Bundeswehr-macht-Gelaendegewinne/!6162247/
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“ … Für die Mitglieder der Schwentineflotte ist diese Entwicklung hart. Sie pachten ihren Anleger derzeit von der Stadt Kiel, der Vertrag läuft noch bis Ende 2033. Bald könnte die Bundeswehr als Vertragspartner einspringen – und die will keine zivile Nutzung des Plüschowbeckens, sagt Vera Fichtner, Vereinsvorsitzende der Schwentineflotte. „Wenn wir hier weg müssen, müssen wir vorausschauend mit allen Akteuren sprechen. Denn dieser Verein braucht einen Hafen.” Doch wohin es gehen könnte, ist noch offen. Bisher hofften sie, bleiben zu können. Es wäre auch nicht das erste Mal in militärischer Nachbarschaft. Früher befand sich an der Nordseite der Bucht der British Yacht-Club, gegenüber das MFG-5-Gelände. Zwar durften sie dort nicht anlegen, erzählt Fichtner, aber es habe ein freies Toleranzwegerecht gegeben. “Eine Koexistenz, die gut funktioniert hat.” Bitter ist zudem: Nach eigenen Angaben investierte der Verein zuletzt massiv in die Steganlage. Rund 280.000 Euro steckten die Mitglieder in neue Pfähle. “Wir sind gerade an einem Punkt angekommen, dass Ruhe eingekehrt ist”, sagt Enno Doobe. Er ist seit über 20 Jahren dabei und hat die bewegte Geschichte der Schwentineflotte miterlebt. … Dass sie nun gehen sollen, sei Wahnsinn. “Hier leben mehr als 25 Leute. Ein Wohnort wie überall, Anlaufpunkt für die weltweite Seefahrt. Und jetzt sagt die Bundeswehr, hier wird alles weggewischt. … “ | Aus: „Kiel: Marine will Plüschowhafen übernehmen – Segler müssen weichen“ Fabian Boerger, Ursula Meer (16.04.2026) | Quelle: https://www.yacht.de/special/menschen/kiel-marine-will-plueschowhafen-uebernehmen-segler-muessen-weichen/
– “ … Für viele Zuschauer war Herbie [ ] ein Symbol der Freiheit. Der kleine Käfer konnte sich aus jeder Situation befreien, brach die Regeln, wenn es sein musste, und setzte sich für seine Freunde ein. Diese Eigenschaften machten ihn zu einem der liebenswertesten Filmhelden der 1960er und 1970er Jahre. …“ | Aus: „Der unverwüstliche VW-Käfer aus „Ein toller Käfer““ (20.03.2026) | Quelle: https://www.film-autos.com/blog/20260320-herbie-der-unverwuestliche-vw-kaefer-aus-ein-toller-kaefer/ – Moviegod (2016): “ … Ein Film nach der damals typischen Disney-Erfolgsformel. Kurzweilig und ganz amüsant. …“ | Quelle: https://www.moviepilot.de/movies/ein-toller-kaefer/kritik
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Herbie, der Käfer mit der Nummer 53. Das anthropomorphe Auto. Der zweite Film im Kino, den meine Kinderaugen sehen. Mein Herz schlägt verzweifelt schnell, wenn „Herbie“ in einer düsteren Szene versucht, sich mit traurigem Fiebsen von der Golden Gate Bridge in den Tod zu stürzen. Die Kinderseele ist sonnenhell, wenn Jim, Carole und Teddy das große Rennen von El Dorado trotz aller Widrigkeiten doch noch gewinnen (1. und 3 Platz!). Das Licht geht wieder an. Wir Kinozuschauer erheben uns – und laufen zurück in das straßenblaue Licht der Alltagswelt.
In Kiel steht in den 70er Jahren an fast jeder Ecke ein VW Käfer. Ich wusste damals nichts von seiner Entstehungsgeschichte [“ … 1934 beauftragt Hitler die Porsches mit der Entwicklung eines billigen „Volkswagens“ für zwei Erwachsene und drei Kinder. Porsche und sein Sohn Ferry orientieren sich an einem Modell, das sie für die NSU-Werke konstruiert haben, und überzeugen Hitler von ihrem Konzept. … Am 8. Mai 1945 [wollten die] … Briten [ ] eine zivile Automobilproduktion ins Leben rufen und gründen die „Wolfsburg Motor Works“. Bereits im Dezember 1945 beginnt die Serienproduktion des VW Typ 1 (VW Käfer) nach den 1936er-Plänen von Ferdinand Porsche. … [Der Käfer wird zwischen 1938/1945 und 2003 mehr als 21,5 Millionen Mal verkauft] … [In den 1960er Jahren ist der Käfer (neben dem VW Bus) ein Kultobjekt der Hippies. …] … [… in Österreich ist alles ein bisschen anders als anderswo – und deswegen wird der Käfer in meiner Kindheit ein wenig respektlos als „Hitler-Buckel“ bezeichnet. … Im Jahr 1933 kommen in Deutschland die Nazis an die Macht. Ihr Führer Adolf Hitler ist von Autos fasziniert und kennt sich bei der Technik „überraschend gut“ aus, wie Ferry Porsche in seiner Autobiographie „Mein Leben“ anmerkt. Hitler, seit dem 1. Januar 1925 Mitglied des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs e.V., hat in seinen „Tischgesprächen“ in der Nacht vom 9./10. Januar 1942 erklärt: „Meine Liebe gehört dem Automobil. Das Auto hat mir die schönsten Stunden meines Lebens geschenkt.“ … “ | Aus: „Der VW Käfer, ein Mythos auf vier Rädern“ Georg Biron (25.05.2019) | Quelle: https://www.wienerzeitung.at/h/der-vw-kafer-ein-mythos-auf-vier-radern]
Ich wusste nichts über über die Vorgänge in Brasilien [„… Im VW-Werk bei São Paulo arbeitete der Werksschutz mit der Geheimpolizei zusammen. Linke Beschäftigte wurden bespitzelt, einige landeten in Folterkellern, mutmaßlich mit Wissen des VW-Vorstands in Brasilien. 2020 zahlte der Konzern den Betroffenen rund 5,5 Millionen Euro. Für manche kam das zu spät, sie waren bereits verstorben. …“ | Aus: „Urteil gegen VW do Brasil: Einfach nur beschämend“ Kommentar von Niklas Franzen (31.8.2025) | Quelle: https://taz.de/Urteil-gegen-VW-do-Brasil/!6107607/ | [GregTheCrack 31.08.2025, 19:43 Uhr: Was ist „beschämend“? Der Rechtsweg, die Gewalteinteilung? Ich verstehe nicht, warum Klimaschützer beim Europ. Meschengerichtshof EINSTEIGEN und hier der nä Rechtsweg Schritt hier von einem Regionalgericht „beschämend“ sein soll. Ist das nur das Thema? | Perkele 01.09.2025, 08:55 Uhr @GregTheCrack: Schon mal daran gedacht den Begriff „beschämend“ auf die moralische Kompetenz der Verantwortlichen bei dem Konzern zu lenken? …] | “ … Zur Zeit der Militärdiktatur 1964–1985 zwang Volkswagen do Brasil brasilianische Arbeiter zu sklavenähnlicher Arbeit. Darüber hinaus observierte es Mitarbeiter und Gewerkschafter – so auch den Gewerkschaftsführer und späteren Präsidenten Lula da Silva, der nicht für VW tätig war. Die erhobenen Daten wurden an die Militärdiktatur weitergegeben. …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Volkswagen_do_Brasil#Menschenrechtsverletzungen] | Mitarbeiterin am Lehrstuhl Dezember 2017 um 06:17 Uhr: “ … „Die Korrespondenz mit dem Vorstand in Wolfsburg zeigt bis 1979 eine uneingeschränkte Billigung der Militärregierung“ …“ | nach-denklich 15. Dezember 2017 um 09:43 Uhr: Volkswagen wirbt ja gerne mit „die perfekte Symbiose aus Tradition und Moderne“. Angesichts [des] Dieselskandals und die o.g. Leichen im Keller muss dieser Spruch im größeren Zusammenhang verstanden werden. …“ | Quelle: https://www.zeit.de/wirtschaft/2017-12/brasilien-volkswagen-militaerdiktatur-studie#comments
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Bundesarchiv, Bild 146-1979-025-30A: 240a/Zum 30. Januar 1943 … der deutsche Volkswagen, fährt., Atlantic, 19.1.43 /C. /Scha. E.M. | Der KdF-Wagen auf einer Reichsautobahn, Januar 1943 | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Volkswagen_AG
Erst spät entdeckte ich Helmut Käutners Film „In jenen Tagen“ (1947). Der Film blickt auf die Deutsche Geschichte anhand von Episoden, in denen persönliche Schicksale erzählt werden. [“ … Das Lexikon des internationalen Films bezeichnet In jenen Tagen als „(film-)historisch wichtige[n] Film, der in knapp-präziser Charakterisierung und geschickter Aufbereitung der Zeitatmosphäre die Frage stellt, was es heißt, ‚Mensch‘ zu sein.“ …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/In_jenen_Tagen_(1947) (3. August 2024)]
Der Kunstgriff durch die Erzählweise: Das Auto spricht in „In jenen Tagen“ selber aus dem Off.
“ … „Als ich jung war,“ erzählt uns der Wagen dann mit der Stimme des Regisseurs Helmut Käutner, „glaubte ich, mein Leben würde 1000 Jahre dauern, würde köstlich sein. Aber es war nicht so köstlich, und es wurden nur zwölf Jahre daraus.“ …“ | Aus: „Filmkolumne Max Annas zu Helmut Käutner: „In jenen Tagen““ (Geschrieben am 15. Februar 2017) | Quelle: https://culturmag.de/crimemag/filmkolumne-max-annas-zu-helmut-kaeutner-in-jenen-tagen/98968
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Traction Avant (deutsch „Frontantrieb“) ist die geläufige Bezeichnung für die ersten vorderradangetriebenen Citroën-Serienmodelle 7A, 7B, 7C, 11B (mit Reihenvierzylindermotoren) und 15/6 (mit Reihensechszylindermotor), die zwischen 1934 und 1957 gebaut wurden. [https://de.wikipedia.org/wiki/Citro%C3%ABn_Traction_Avant]
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– Le bon et les méchants (1976) – “ … „Der Gute und die Bösen“ ist eine französische Spionagekomödie von Claude Lelouch aus dem Jahr 1976. … [Es ist das] Jahr 1935: Die beiden Automechaniker Jacques und Simon sind kleine Gauner, denen Polizist Bruno schon seit Jahren vergeblich auf den Fersen ist. Sie stehlen einen modernen Citroën Traction Avant und begehen Banküberfälle, wobei sie durch den neuen Wagen schneller als die Polizei sind. … Frankreich wird teilweise von der deutschen Wehrmacht besetzt. Bruno kollaboriert mit den Nationalsozialisten, während Jacques, Lola und Simon fast große Probleme mit den Besatzern bekommen, da Simon Jude ist. …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Gute_und_die_B%C3%B6sen
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“ … Man kann gar nicht daran denken, vollständig aufzuzählen, in wie vielen Gangster- (und das heißt auch immer: Polizeifilmen) Autos eine zentrale Rolle spielen – von Arthur Penns Bonnie and Clyde (1967) mit seinem emblematischen Schlussbild des von Kugeln durchsiebten Fluchtautos des Gangsterpärchens über die bis heute unübertroffene Verfolgungsjagd durch die Straßen von Brooklyn in William Friedkins Meilenstein French Connection (1971) bis hin zu Jean-Pierre Melvilles Le Cercle rouge (Vier im roten Kreis, 1970). Im Mittelpunkt vieler Gangsterfilme, und nicht nur bei Melville, steht seit seiner Markteinführung sehr oft der Citroën DS … [Es] gibt [ ] eine ganze Welle von französischen Filmen, French Connection II (John Frankenheimer, 1975) die ohne die DS einen ganz wesentlichen Reiz verloren hätte: Es handelt sich um den „typischen“ Gangsterfilm der Sechziger und Siebziger Jahre, der fast immer eine französisch-italienische Koproduktion (oder umgekehrt) war – „Gebrauchsfilme“ ohne allzu große künstlerische Ambitionen, aber sehr gediegen in Erzählweise und Ausstattung und enorm unterhaltsam. Diese Filme, gedreht von heute vielfach unterschätzten Regisseuren wie Henri Verneuil, Georges Lautner, René Clement, Jacques Deray und anderen und bevölkert von Stars wie Jean Gabin, Jean-Paul Belmondo, Alain Delon und Lino Ventura, sind heute – trotz nachweislich großer Fangemeinde – fast völlig von der Bildfläche verschwunden und in vielen Fällen auch nicht auf DVD erhältlich. … Die eher avantgardistischen designerischen Qualitäten andererseits, die die déesse als kühne, einzigartige Erfindung von Anfang an kennzeichneten, zog aber auch städtische Intellektuelle (siehe Roland Barthes) unweigerlich an. … “ | Aus: „Dossier Gangsterfilm: Die Göttin der Unterwelt“ Andreas Ungerböck (06/2012, Magazin 09/2009) | Quelle: https://ray-magazin.at/dossier-gangsterfilm-die-goettin-der-unterwelt#:~:text=Der%20Citroen%20DS%20ist%20mehr%20als%20blo%C3%9F,Objekt%2C%20Die%20perfekte%20Verschmelzung%20von%20Design%20und
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“ … Seit Roland Barthes 1957 in seinen „Mythen des Alltags“ den damals neuen Citroen zur Göttin erhob, als superlativisches Objekt betrachtete und als „Wendepunkt in der Mythologie des Automobils“ bezeichnet hat, ist so viel Zeit vergangen, dass dieses Auto zu etwas wie dem rollenden röhrenden Hirsch bestimmter Kreise geworden ist. … “ | Aus: „Göttin der Stromlinie: eine Hommage an die Citroen DS“ Alexander Porto (15.08.2003) | Quelle: https://www.tagesspiegel.de/kultur/gottin-der-stromlinie-eine-hommage-an-die-citroen-ds-1034035.html
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– Bild: Auf Liebe und Tod (Originaltitel: Vivement dimanche!) ist ein französischer Kriminalfilm von François Truffaut mit Fanny Ardant und Jean-Louis Trintignant aus dem Jahr 1983 | https://de.wikipedia.org/wiki/Auf_Liebe_und_Tod
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Und da gibt es natürlich noch den Kriminalkommissar Columbo von der Mordkommission Los Angeles. In „Columbo“ Folgen [https://de.wikipedia.org/wiki/Columbo] fährt Peter Falk immer einen von der Zeit gezeichneten Peugeot 403 und der gesuchte Mörder fährt außergewöhnlich häufig einen Mercedes: [„Inspektor Columbo und sein Peugeot 403 sind untrennbar miteinander verbunden. Doch beinahe ebenso sicher fährt der Mörder einen Mercedes-Benz SL der Baureihe 107. … In „Playback“ (1975) steuert Oskar Werner einen ahorngelben 450 SL mit geschmacklich höchst fragwürdigen Drahtspeichenrädern. Eine Folge später sitzt George Hamilton in „Der Schlaf, der nie endet“ ebenfalls in einem 450er, allerdings in Dunkelblau 904 und mit den originalen Blech-Radkappen. In „Mord in eigener Regie“ (1978) bekommt Trish van Devere ihren astralsilbernen 450 SL mit rotem Leder sogar vom späteren Opfer geschenkt. … “ | Aus: „Vergessene Filmautos: Die Mercedes-Benz SL aus „Columbo““ Paul Krüger 29.11.2021 | Quelle: https://www.zwischengas.com/de/blog/2021/11/29/Vergessene-Filmautos-Mercedes-Benz-SL-aus-Columbo-wenn-der-Schein-truegt.html].
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“ … Das Erfolgsrezept der Serie: Columbo wirkt etwas begriffsstutzig und wird leicht unterschätzt – am Ende aber überführt der Mann mit dem zerknitterten Gesicht, dem schäbigem Trenchcoat und dem mausgrauen Peugeot Cabrio auch die gerissensten Täter. Schon fast zur Tür hinaus, drehte er sich häufig nochmal um: «Ich hätte da noch eine Frage», «Eine Frage hätte ich noch», «Da wäre noch eine Kleinigkeit». … “ | Aus: „«Ich hätte da noch eine Frage…»: 50 Jahre «Columbo»“ (09.2021) | Quelle: https://www.krimi-couch.de/magazin/genre-news/ich-haette-da-noch-eine-frage-50-jahre-columbo/ –
“ … Nach den Unruhen im US-Bundesstaat Virginia ist den Behörden zufolge die Zahl der Toten auf drei gestiegen. Am frühen Nachmittag war während einer Kundgebung von Anhängern des Ku-Klux-Klans und anderer rechtsextremer Gruppen in der Stadt Charlottesville ein Auto in eine Gruppe mit Gegendemonstranten gefahren. Dabei war eine 32-jährige Frau getötet worden. Ein 20-jähriger Mann aus dem US-Staat Ohio hatte laut Polizei am Steuer gesessen. Er wurde später festgenommen. …“ | Aus: „Auto fährt in Demonstranten“ (12. August 2017) | Quelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/2017-08/usa-virginia-charlottesville-nationalisten-kundgebung-proteste-gewalt – yellow rose of texas 13. August 2017 um 08:04 Uhr: “ … „So hatte Charlottesville laut CNN im Februar beschlossen, eine Statue von General Robert E. Lee aus einem Park zu entfernen. Auch der Park selbst war demnach von Lee-Park in Emancipation-Park umbenannt worden. “ … So viel Selbsthass gegenüber der eigenen Geschichte. Lee wird für viele immer ein Held bleiben. …“ -.- tassentee 13. August 2017 um 02:42 Uhr: “ …Ich merke mir: Wenn das nächste mal ein Jihadist in eine Menschenmenge fährt, ist es angemessen, über die Vorzüge des Propheten Mohammed zu diskutieren – so wie hier nach einem vergleichbaren Anschlag vorrangig über die Heldentaten des Generals Lee diskutiert wird. Wieder was gelernt! …“ -.- offalla 13. August 2017 um 02:45 Uhr : “ … Bei den Blues Brothers fanden das alle lustig. …“ -.- r.schewietzek 13. August 2017 um 03:07 Uhr Antwort auf @offalla: “ … Kino ist nicht die Realität. … „
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– “ … Jake Blues wird nach mehrjähriger Haft aus dem Staatsgefängnis von Joliet entlassen und von seinem Bruder Elwood in einem ausgemusterten 1974er Dodge Monaco der Mount Prospect Police, dem sogenannten Bluesmobil, abgeholt … Für die Dreharbeiten der Szene, in der das Auto der Nazis (Ford Pinto) vom Himmel fällt, musste eine Sondergenehmigung der Bundesluftfahrtbehörde eingeholt werden. … Die Figuren der Nationalsozialisten und ihre Persiflierung sind eine Anspielung auf ein damaliges Ereignis: 1977 klagte die Nationalsozialistische Partei Amerikas (NSPA, ein regionaler Ableger der American Nazi Party) ein, in Skokie, Illinois, demonstrieren zu dürfen, was ihr vom Supreme Court auch gestattet wurde. Diese Demonstration wird im Film persifliert. … [Der Film ist eine] „Ungewöhnliche Mischung aus Musik- und Actionfilm, die durch überdrehte Ausgelassenheit, eine unbändige Zerstörungswut, zündende Musiknummern und urige Hauptdarsteller gekennzeichnet ist. In Europa zum ‚Kultfilm‘ avanciert, blieb der Film in den USA eher ein mäßiger Erfolg.“ – Lexikon des internationalen Films … In der amtlichen Zeitung des Heiligen Stuhls, L’Osservatore Romano, wurde der Film 2010 als „katholischer Klassiker“ bezeichnet. … “ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Blues_Brothers | [Dodge Monaco … Die Produktion dieser Monaco- bzw. Royal-Monaco-Generation fiel in eine Zeit gravierender wirtschaftlicher Probleme des Chrysler-Konzerns. Die schweren, unökonomischen Autos gehörten zu den größten Pkw ihrer Zeit und werden in der Literatur rückwirkend als die „brontosaurusartig“ bezeichnet … | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Dodge_Monaco_(1974%E2%80%931976)]. -.-
“ … Rund ein Jahr nach einem illegalen Autorennen in Ludwigsburg, das für zwei unbeteiligte Frauen im Alter von 22 und 23 Jahren tödlich endete, ist nun das Urteil gefallen. Im Fall des Unfallverursachers verhängte das Gericht eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes. Sein Bruder, der das andere am Rennen beteiligte Auto steuerte, erhielt eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren. Beide hätten den Tod anderer Verkehrsteilnehmer billigend in Kauf genommen, befand das Gericht. Die Anwälte der verurteilten Täter haben angekündigt, Revision gegen die Urteile einzulegen. Statistisch betrachtet handelt es sich bei den Rasern überwiegend um junge Männer zwischen 18 und 25 Jahren. Viele von ihnen sind Deutsche, es finden sich aber auch überproportional viele junge Männer, die aus der Türkei und dem arabischen Raum stammen. Interessanterweise wird in den aktuellen Berichten über die Verurteilung über die Nationalität der Täter nichts ausgesagt, ich meine mich aber zu erinnern, dass letztes Jahr davon die Rede war, dass die beiden Haupttäter türkischstämmig sind. Die Nationalität spielt nur insofern eine Rolle, als im türkisch-arabischen Kulturkreis eine bestimmte Vorstellung von Männlichkeit endemisch ist und diese Männlichkeit sich ihrer selbst durch PS-starke Automobile versichert. Diese Autos dienen jungen Männern, die sich ihrer Männlichkeit nicht sicher sind, als Selbstwertprothesen. Sie sind das Viagra des schwächelnden männlichen Stolzes. …“ | Aus: „140 | Vom Juckreiz unterdrückter Gefühle“ Götz Eisenberg (13. April 2026) | Quelle: https://durchhalteprosa.de/2026/04/13/140-vom-juckreiz-unterdrueckter-gefuehle/
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“ … in der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) werden diese Mordrennen nicht erfasst. Dort werden nur „verkehrsfremde Eingriffe“ gezählt, erklärt eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes (BKA). Gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr werden von der Polizeistatistik als kriminell erfasst. Fehlverhalten im Straßenverkehr aber ist für die Polizeistatistik nicht kriminell genug – und dazu gehört neben den illegalen Rennen zum Beispiel auch Trunkenheit am Steuer. Das sei 1994 von einer Kommission der Innenministerkonferenz beschlossen worden, schreibt die BKA-Sprecherin. Und die PKS-Kommission sehe auch keinen Anlass, das zu ändern. … Elf Bundesländer konnten der taz die Zahl der Anzeigen wegen illegaler Rennen aus den Jahren 2024 und 2025 nennen: Sie stiegt dort von 6.075 auf 6.800 – ein Zuwachs um rund 12 Prozent. Allein in Nordrhein-Westfalen kamen dabei 19 Menschen ums Leben – so viel wie nie zuvor. … “ | Aus: „Mörderisch, aber nicht kriminell genug für die Statistik“ Gereon Asmuth (14.4.2026) | Quelle: https://taz.de/Illegale-Autorennen-in-Deutschland/!6170576/
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“ … Der Tesla Cybertruck, einst ein Symbol für den Erfolg von Elektro-Pickups in den USA, erlebt einen dramatischen Rückgang der Verkaufszahlen. Im Jahr 2025 sanken die Verkäufe um fast 50 Prozent, was den Cybertruck zum größten Verlierer der Elektroauto-Branche macht. Experten fragen sich, ob dies das Ende des Hypes um das futuristische Fahrzeug bedeutet. … “ | Aus: „Tesla Cybertruck: Ein Symbol des Wandels in der Elektroauto-Branche“ (22. Januar 2026) | Quelle: https://www.it-boltwise.de/tesla-cybertruck-ein-symbol-des-wandels-in-der-elektroauto-branche.html
The Ministry of Silly Talks (9. April 2026): Passend dazu blockiert der Standard meinen Zugang, mit der Unterstellung, ich würde einen Adblocker benutzen. … -.-
“ … Überwachen und Strafen: Die Geburt des Gefängnisses ist ein Buch des französischen Philosophen Michel Foucault. Das 1975 unter dem Titel Surveiller et punir veröffentlichte Werk wurde 1976 auf Deutsch publiziert. … Das Buch selbst beschäftigt sich vornehmlich mit der Entwicklung der modernen Strafsysteme im Europa des frühen 18. Jahrhunderts, vornehmlich in Frankreich und England. Letztlich geht es, dank Foucaults subjektkritischer Perspektive, um die Konstituierung des Subjekts Gefangener mittels Macht- und Wahrheitsregimen. … [Regierende] „träumten vom Pestzustand, um die perfekten Disziplinen funktionieren zu lassen“ … Das vollendetere Modell dieser Regierungsform war für Foucault allerdings nicht in der Peststadt, sondern das Panopticon. … [Dabei] handelt [es sich] um den Vorschlag eines perfekten Gefängnisses: In dessen Mitte steht ein Turm, aus dem heraus Wächter die rundherum angeordneten, offenen Gefängniszellen einsehen können. Damit werden die Gefangenen unter die permanente potenzielle Kontrolle eines allumfassenden Blickes gestellt. Jederzeit könnten sie beobachtet und für als falsch gewertete Handlungen bestraft werden. Das führt bei ihnen zu einer neuen Konzeption von Verhalten, die gerade diesen potenziellen Blick der Überwacher einbezieht. … Das Panopticon erscheint als eine Beschreibung der modernen Disziplinargesellschaft, als Sinnbild der heutigen Gesellschaft. … Der französische Soziologe Raymond Boudon hat Überwachen und Strafen als „nicht mehr wissenschaftlich“ bezeichnet; Foucaults Argumentation sei soziologisch „nicht statthaft“. … “ | Aus: „Überwachen und Strafen“ (11. Februar 2026) | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberwachen_und_Strafen
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Panopticon-Skizze von Jeremy Bentham (1791)
– Das Panopticon (von altgriechisch pân, ‚alles‘, und optikós, ‚zum Sehen gehörend‘), latinisiert auch Panoptikum, ist ein von dem britischen Philosophen und Begründer des klassischen Utilitarismus Jeremy Bentham stammendes Konzept zum Bau von Gefängnissen und ähnlichen Anstalten, aber auch von Fabriken, das die gleichzeitige Überwachung vieler Menschen durch einen einzelnen Überwacher ermöglicht. … Der französische Philosoph des späten 20. Jahrhunderts Michel Foucault bezeichnete das Ordnungsprinzip des Panopticons als Modell moderner Überwachungsgesellschaften und als wesentlich für westlich-liberale Gesellschaften, die er auch Disziplinargesellschaften nennt. … | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Panopticon
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Panoptismus (vom griech. panoptes „das alles Sehende“) ist ein vom französischen Philosophen Michel Foucault eingeführter Begriff, der die zunehmenden Überwachungs- und Kontrollmechanismen und daraus resultierende soziale Konformität des Individuums in der Entwicklung der westlichen Gesellschaft seit dem 18. Jahrhundert beschreibt. | https://de.wikipedia.org/wiki/Panoptismus
Bei Astrid in Hamburg fällt mir ein Becher Kaffee und ein Dichter Quartett (Nr. 5008) in die Hände. | Verlag Jos. Scholz, Mainz | (Datum unklar: um 1910 ? / 1930 ?)
Man hat ihn einen Ein-Mann-Nachrichtendienst genannt: Alexander Kluge in einer Aufnahme aus dem Jahr 1982 | via -.- “ … „Das Herz hat einen Verstand, den der Verstand selbst nicht versteht, sagt Pascal.“ Eben deshalb konzentriert sich Kluges Nachdenken und Erzählen nicht auf die große Geschichte. Genauso wichtig, vielleicht wichtiger ist die Sphäre des Alltags, des scheinbar nur Privaten, des Kuriosen und des Übersehenen. …“ | Aus: „Der Chronist der Gefühle“ Rolf-Bernhard Essig (Frühere Ausgaben Nr. 2, Februar 2007) | Quelle: https://literaturkritik.de/id/10458 -.- “ … „Denn die Wünsche und das Mögliche gehören zur Realität. Und der Antirealismus des Gefühls: Dass ich mich weigere, eine Realität, die nicht auf mich eingeht, zu akzeptieren, sondern sage, ich setze meine eigene Realität dagegen, dieser Eigensinn ist etwas, was für Menschen zum Realismus gehört. Realismus ist nicht Abbildung von Tatsachen.“ …“ (Alexander Kluge im Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom 14./15. Januar 2012) …| Aus: „140 | Vom Juckreiz unterdrückter Gefühle“ Götz Eisenberg (13. April 2026) | Quelle: https://durchhalteprosa.de/2026/04/13/140-vom-juckreiz-unterdrueckter-gefuehle/ -.- „… Subversiv ist Kluge [auch] in seinem Begriff von Öffentlichkeit, einer der kostbaren und unverzichtbaren Ressourcen eines Gemeinwesens. Interessanter, als die Auslieferung der Bild-Zeitung zu verhindern, ist es, eigene Zeitungen zu gründen, Filme zu drehen und Bücher zu schreiben: Gegen schlechte Filme, Zeitungen, Fernsehsendungen helfen nur gute Filme und Zeitungen. Das ist Kluges Projekt der Gegenöffentlichkeit. … Zu Kluges Begriff der Öffentlichkeit gehört, dass ihre Teilnehmer und Nutzer erwachsene Menschen sind, nicht Reiz-Reflex-Kunden einer Bewusstseinsindustrie, deren Daseinszweck die Monetarisierung von Aufmerksamkeit ist, etwa als Einfallstor für Werbung. Dass Kluge in der Frühzeit des Privatfernsehens dieses Geschäftsmodell eine „subtile Form des Menschenhandels“ genannt hat, trifft erst recht für die heutige Aufmerksamkeits-Verwertungs-Industrie der Internetkonzerne zu, neben deren Raffinesse das Trash-Fernsehen der Privatsender rührend altmodisch wirkt. … Kluges Fernsehen sei „Zirkus mit 12-Ton-Musik“ stöhnte der damalige RTL-Chef Thoma seinerzeit. Das ist nicht die schlechteste Charakterisierung des Werks dieses erstaunlichen Künstlers. …“ | Aus: „Der Landvermesser“ Peter Laudenbach (14.2.2022) | Quelle: https://taz.de/Alexander-Kluge-wird-90/!5831147/ -.- „… Alexander Ernst Kluge (* 14. Februar 1932 in Halberstadt; † 25. März 2026 in München) …“ https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Kluge // “ … Deutschland im Herbst ist ein Episodenfilm, der sich mit der bundesdeutschen Gesellschaft zur Zeit des RAF-Terrorismus unmittelbar nach dem „Deutschen Herbst“ 1977 auseinandersetzt – wobei diese Zeit erst nachträglich gemäß dem Filmtitel benannt wurde. …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland_im_Herbst
Wann sind wir bereit das, was uns als Realität vermittelt wird, herauszufordern? – fini (02.03.2026)
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How do portraits help us honor the dead? A painted portrait can display our dearly departed in a most flattering way, but is this the most accurate? A still image of a loved one captures only a small fraction of their life. At best, it allows us to remember them in a positive light, but at worst, it permits us to project distorted memories onto them. // [“ … Wie helfen uns Porträts, die Toten zu ehren? Ein gemaltes Porträt kann unsere geliebten Verstorbenen auf äußerst schmeichelhafte Weise darstellen, aber ist dies auch die treffendste Darstellung? Ein Standbild eines geliebten Menschen fängt nur einen Bruchteil seines Lebens ein. Im besten Fall erlaubt es uns, ihn in positiver Erinnerung zu behalten, im schlimmsten Fall aber, verzerrte Erinnerungen auf ihn zu projizieren. …“] – From: „“Laura” is a haunting portrait that looms over cinema to this day“ C. Nelson-Lifson (July 11, 2024) | Source: https://tonemadison.com/articles/laura-is-a-haunting-portrait-that-looms-over-cinema-to-this-day/ | Laura ist ein US-amerikanischer Film noir des österreichischen Regisseurs Otto Preminger aus dem Jahr 1944 | https://de.wikipedia.org/wiki/Laura_(1944) -.-
gelöschtes Profil 9. Juli 2017, 10:19:27: Angewandtes Misstrauen ist gelebte Lebenserfahrung. Nakamura 9. Juli 2017, 12:18:22: gelebte Lebenserfahrung ist, zu wissen, wem man Vertrauen schenken kann und wem nicht. Das ist das Wichtigste Fähigkeit im Leben ohnehin. strangerinastrangeland Iwan Iwanowitsch Iwanow 9. Juli 2017, 11:44:52: Die Kunst dabei ist, nicht in heillosen Zynismus oder Misanthropie zu verfallen. // via
-.- “ … Was lässt uns weinen, lachen oder erschaudern? .. Die Untersuchung spannt dabei einen Bogen vom Theater der Empfindsamkeit des 18. Jahrhunderts bis zum zeitgenössischen Hollywoodfilm. … Was dabei als übergreifendes Prinzip in den Blick kommt, ist die Modulierung der Zuschauergefühle mittels der Gestaltung der Zeit ihres konkreten Erlebens. … Jenseits von Repräsentation und räumlicher Figuration geht es vor allem um die Bewegung, die den Film als Ganzes durchzieht: das Entrollen, Entfalten, Enthüllen der je besonderen Wahrnehmungswelt des einzelnen Films in der Gegenwart einer leibhaften Wahrnehmung des Zuschauers. Als wahrnehmendes, denkendes und empfindendes Subjekt realisiert der Zuschauer so Film als Intensitätsverkettung. Der Film, als Wahrnehmungsdispositiv gefasst [Das Wahrnehmungsdispositiv bezeichnet das Zusammenwirken technischer, räumlicher und diskursiver Rahmenbedingungen, die steuern, wie wir Welt wahrnehmen], wird zu einer verkörperten Wirklichkeit, einer leibhaft-psychischen Realität – die nicht die des Zuschauers ist. [und bildet das Zuschauergefühl und [die] Affektpoetiken.] Die titelgebende vierte Dimension bezeichnet die Zeit, in der sich der Film in der Wahrnehmung des Zuschauers als eine Welt enthüllt, die ihren eigenen Gesetzen folgt. Eine Welt, deren Sinnlichkeit und deren Empfindungsweisen sich grundsätzlich von denen unserer alltäglichen Weltwahrnehmung unterscheiden. …“ | Aus: „Zuschauergefühl und Affektpoetiken“ Prof. Dr. Hermann Kappelhoff: Kolleg-Forschungsgruppe Cinepoetics – Poetologien audiovisueller Bilder (Abgerufen: 26. März 2026) | Quelle: https://www.cinepoetics.fu-berlin.de/kappelhoff/Forschung/Text01_Zuschauergefuehl/index.html -.- “ … Es gehört zu den Risiken des digitalen Zeitalters, als Gast in einem Airbnb heimlich von versteckten Minikameras gefilmt zu werden. Ein Fall am Bezirksgericht Dielsdorf zeigt nun aber, dass man nicht einmal in seinem eigenen Zuhause vor Familienangehörigen sicher ist. Sogar der Verteidiger bezeichnet die Handlungen des Beschuldigten im Gerichtssaal «als tiefen Eingriff in die Lebensverhältnisse», der bei den Betroffenen eine grosse Erschütterung ausgelöst habe. «Das Urvertrauen ist weg.» [Der 61-jährige Schweizer Geschäftsführer hat heimlich nicht weniger als 1398 Videoaufnahmen erstellt – und diese im Internet verbreitet. Dafür musste er sich nun vor Gericht verantworten.]…“ | Aus: „«Das Urvertrauen ist weg» – ein Mann versteckt Minikameras im Haus und filmt Familie und Gäste in intimen Situationen“ Tom Felber (23.10.2025) | Quelle: https://www.nzz.ch/zuerich/das-urvertrauen-ist-weg-ein-mann-versteckt-minikameras-im-haus-und-filmt-familie-und-gaeste-in-intimen-situationen-ld.1908235 -.- Kontext / Gedankensprung: “ … Augen der Angst (Originaltitel: „Peeping Tom“) ist ein Spielfilm-Thriller von Michael Powell, der 1959 in Großbritannien gedreht wurde. … Peeping Tom hat ein unangenehmes Thema… „Doppelbödiger Thriller, der zu seiner Entstehungszeit einen Skandal auslöste und die Karrieren von Karlheinz Böhm und Regisseur Powell schlagartig beendete. Rückblickend gesehen ein erstaunlich moderner Film über den Zusammenhang von Schaulust, Todessehnsucht und sexueller Neurose.“ … „Krankhaft, abwegig und peinlich geschmacklos“, so urteilte der katholische Filmdienst bei der deutschen Erstaufführung. Das deutsche Kinopublikum wurde zum ersten Mal mit der Lust an Gewalt konfrontiert und protestierte heftig. Auch im Ausland waren die Kritiken vernichtend. … Heute zählt der Film zu Powells Meisterwerken. …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Augen_der_Angst ( 25. März 2026) -.- “ … In ihrem Einführungsvortrag »Emotionsvermittlung und Emotionalisierung in Literatur und Film« stellte Poppe zu Beginn der Tagung einige zentrale Erkenntnisse sowie noch ungelöste Probleme der mit filmischen und literarischen Kunstwerken befassten Emotionsforschung heraus: Sie verwies auf die Diskussion über mögliche Unterschiede zwischen Emotionen, die sich auf reale bzw. auf fiktionale Gehalte richten, auf das in der literatur- und medienwissenschaftlichen Forschungsliteratur unterschiedlich weit gefasste Spektrum der auf Kunstwerke bezogenen Typen von Emotionen (fiktionale, Artefakt- und Meta-Emotionen) sowie auf die Annahme verschiedener Rezeptionsmodi (Empathie, Sympathie, Identifikation, Beobachtung) und deren Bedeutung für die Erklärung verschiedener Arten emotionaler Wirkungen von Kunst. Poppe hob hervor, es sei zum einen noch unklar, wie das Verhältnis von Betrachter und Kunstwerk genauer bestimmt werden könne, und zum anderen, welchen Einfluss die Form der medialen Vermittlung in diesem Zusammenhang ausübe. … Burkhard Meyer-Sickendiek (Berlin) verfolgte in seinem Beitrag zum Thema »›Lyrisches Gespür‹, oder: Stimmungen als Gegenstand der Poesie« einen phänomenologischen Ansatz: Hermann Schmitz’ ›Neue Phänomenologie des Fühlens‹ stelle eine integrative Grundlage für die aus seiner Sicht nötige Aktualisierung des Stimmungsbegriffs dar. Meyer-Sickendiek bediente sich vor allem des Begriffs des »Gespürs«, verstanden als Fähigkeit, auch Stimmungen oder einen ähnlichen verborgenen, nicht sichtbaren Sachverhalt als Atmosphäre wahrzunehmen. … Das Spektrum geht dabei jedoch über das Atmosphärische der Neuen Ästhetik und das Leiblichkeits-Prinzip … hinaus, wo sich nicht nur zum Beispiel durch entsprechendes Bildinventar dargestellte »großstädtische« und »kleinstädtische« Atmosphären finden, sondern etwa das Erspüren von Räumlichem oder ein temporales Gespür, also eine spürende Präsenz der Vergangenheit in der Gegenwart …“ | Aus: „Anna Fenner und Claudia Hillebrandt, Mediale Emotionen. Filmische und literarische Emotionalisierung im Vergleich“ (Emotionsvermittlung und Emotionalisierung in Literatur und Film. Interdisziplinäre Tagung am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) in Bielefeld. 18.-20.11.2010, pdf (06.01.2011) | Quelle: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0222-001445 | Quelle: #2 https://d-nb.info/1009399446/34&ved=2ahUKEwj_5fvX0L2TAxUvSPEDHc71KbAQFnoECDoQAQ&usg=AOvVaw1m1aQlc1xlcoESKt5N-pAr -.- “ …Das, was als die Seele oder das Innere eines Menschen angesprochen wird, ist erst durch [ein] Sprachspiel konstituiert worden und unabhängig davon gar nicht erfassbar [http://de.wikipedia.org/wiki/Sprachspiel] … Nun dürfen aber Wittgensteins Aussagen über die physische und die logische Unmöglichkeit eines Blickes ins Innere des Menschen nicht als Beitrag zur Metaphysik der Seele missverstanden werden. Er spricht nicht von Eigenschaften der Seele, sondern von Eigenschaften des Sprachspiels über die Seele; er behauptet nicht, die Seele sei letztlich unerforschlich, sondern dass „unser Sprachspiel (…) auf unwägbarer Evidenz beruht“. … Damit ist die Frage, was es mit diesem Innenleben, mit dem Inneren des „Ausdrucks“ nun auf sich hat, noch nicht beantwortet. Wir wissen nur, dass es weder offensichtlich noch unerkennbar ist: Was ist es aber wirklich? Oder, anders formuliert: Was ist die Seele? – Wittgenstein gibt darauf eine überraschende Antwort: Die Seele ist nur ein Bild. Sie ist ein Bild, das wir uns vom Menschen machen, weil das menschliche Benehmen nicht […] vorhergesagt werden kann. Für diese Unsicherheit über das Verhalten der anderen haben wir unzählige Redeweisen, neben den schon genannten, von Wittgenstein angeführten („Wir können uns immer irren; wir können nie sicher sein; was wir beobachten, kann immer noch Verstellung sein.“), [dazu] fallen mir noch ein: „Ich kann in ihn nicht hineinschauen“, „Sie macht sowieso immer, was sie will“ oder „Ich habe ihn nie verstanden“. … “ | Aus: „FREIHEIT DES AUSDRUCKS – Zwei sprachphilosophische Annäherungen an ein Menschenrecht“ Florian Oppitz (Wien 2002) | Quelle: (sammelpunkt.philo.at) -.-
“ … Das „Trust-Aesthetics Paradox“ bezeichnet den kategorialen Konflikt zwischen der visuellen Anziehungskraft KI-generierter Inhalte und dem transaktionalen Misstrauen europäischer Konsumenten gegenüber autonomen algorithmischen Systemen im digitalen Handel. Generative künstliche Intelligenz (generative KI) produziert ästhetisch ansprechende Bilder, deren Bewertungswerte menschliche Fotografien in kontrollierten Messungen konsistent übertreffen (Neyra et al., 2025). Agentenbasierte künstliche Intelligenz (agentische KI), die eigenständig kaufmännische Entscheidungen trifft, erzeugt bei denselben Konsumenten ein tiefgreifendes transaktionales Unbehagen, obwohl diese die ästhetische Qualität synthetischer Bilder positiv bewerten. [Psychologische Situations-Ästhetik] Das Trust-Aesthetics Paradox weist einen inneren logischen Widerspruch auf, der die zugrundeliegenden Theorien an eine erkennbare Grenze führt. Je präziser ein KI-System ästhetische Präferenzen optimiert, desto erkennbarer wird seine algorithmische Natur, da hyperperfekte Bildparameter als nicht-menschlich gedeutet werden. Gleichzeitig gilt. Je autonomer ein KI-System agiert, desto stärker wird das Misstrauen gegenüber seinen Entscheidungen. … “ | Aus: „Das Trust-Aesthetics Paradox: Ästhetische Überlegenheit generativer KI und transaktionales Misstrauen im E-Commerce (Werbepsychologie LXII, Lexikon der Werbe- und Konsumentenpsychologie)“ Andreas Wellner University of Applied Sciences BFI Vienna (March 2026) | Quelle: https://www.researchgate.net/publication/401693354_Das_Trust-Aesthetics_Paradox_Asthetische_Uberlegenheit_generativer_KI_und_transaktionales_Misstrauen_im_E-Commerce_Werbepsychologie_LXII
“ … Der Streit um die Wehrmachtsausstellung vor wenigen Jahren machte deutlich, welche Brisanz Fotos aus dem Zweiten Weltkrieg bis heute haben [https://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_auf_die_Wehrmachtsausstellung]. Die falschen Beschriftungen von Abbildungen berührten eines der Grundprobleme der Fotografie, die Frage nach der Objektivität und Authentizität des Lichtbildes […“So zeigten manche Fotos eine Reihe nackter Juden, nicht aber ihre Ermordung, wie die Bildunterschrift behauptete. … fehlende oder unpräzise Herkunftsangaben für manche Fotografien. Ohne diese sei aber keine Zuordnung der verantwortlichen Täter möglich. Fotos ohne solche Angaben könnten zu einer falschen Einordnung der Verbrechen führen. … fehlende didaktische Hilfestellung zum Verständnis der gezeigten Bilder. Sie erzeugen Schock und Entsetzen, aber ließen die Betrachter mit Fragen über die Hintergründe allein. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsausstellung (13 Januar 2026)] . War wirklich das abgebildet, was man auf den Bildern zu sehen glaubte? Welche Beweiskraft hatte das Dargestellte? Fragen der politischen Instrumentalisierung und Wirkung betreffen nicht nur Bilder von Verbrechen der Wehrmacht, sondern Fotografie in einer Diktatur generell. Fotos haben Quellenstatus für die Beschäftigung mit dem Dritten Reich, der Fotohistoriker Rolf Sachsse bezeichnet im vorliegenden Buch die Fotografie als „die Basis der historischen Erinnerung an diesen Staat“. Unter dem beziehungsreichen Titel „Die Erziehung zum Wegsehen“ hat sich Rolf Sachsse den unterschiedlichen Aspekten der Fotografie im NS-Staat gewidmet. … “ | Aus: „Aus: Frank Schmitz: [Rezension zu:] Sachsse, Rolf: Die Erziehung zum Wegsehen. Fotografie im NS-Staat, [Dresden] 2003. In: ArtHist.net, 29.03.2004. Letzter Zugriff 26.03.2026. | Quelle: https://arthist.net/reviews/58
-.- “ … In der Tat ist Design – inklusive Selbstdesign – vor allem ein Mechanismus zur Erzeugung von Verdacht. Die gegenwärtige Welt des totalen Designs wird oft als eine Welt der totalen Verführung beschrieben, aus der die Unerfreulichkeit der Realität verschwunden ist. Dem möchte ich widersprechen mit der Behauptung, dass die Welt des totalen Designs vielmehr eine Welt des totalen Verdachts ist, eine Welt der latenten, hinter den designten Oberflächen lauernden Gefahr. Das primäre Ziel des Selbstdesigns besteht darin, den Verdacht eines potentiellen Betrachters zu neutralisieren, einen Effekt der Aufrichtigkeit zu produzieren, der in der Seele des Betrachters Vertrauen erweckt. In der heutigen Welt sind alle mit der Produktion von Aufrichtigkeit und Vertrauen beschäftigt – und doch war dies, und ist dies immer noch, die Hauptbeschäftigung der Kunst in der gesamten Zeit der Moderne: Der moderne Künstler hat sich immer schon als die einzige aufrichtige Person in einer Welt der Heuchelei und der Korruption positioniert. …Doch der rousseauistische Glaube an die Entsprechung von Aufrichtigkeit und Null-Design ist in unserer Zeit geschwunden [Null-Design versucht, für den Betrachter auf künstliche Weise einen solchen Riss zu erzeugen und ihm damit zu ermöglichen, die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind.]. … Die Säkularisierung der Kunst hingegen bringt ihre radikale Entwertung mit sich. Aus diesem Grund behauptet Hegel am Anfang seiner „Vorlesungen über die Ästhetik“, dass die Kunst eine Sache der Vergangenheit sei. Kein moderner Künstler kann erwarten, dass jemand vor seinem Kunstwerk kniet und betet, dass er praktische Hilfe von ihm erbittet oder es benutzt, um Gefahr abzuwenden. Heute ist man höchstens bereit, ein Kunstwerk interessant zu finden und natürlich zu fragen, was es koste. Der Preis immunisiert das Kunstwerk bis zu einem gewissen Grad gegen den Geschmack des Publikums – würden ökonomische Erwägungen nicht den unmittelbaren Ausdruck des Publikumsgeschmacks begrenzen, wäre ein grosser Teil der Kunst, die heute im Museum steht, längst schon im Müll gelandet. …“ | Aus: „Selbstdesign und Ästhetische Verantwortung. Oder von der Produktion der Aufrichtigkeit“ Boris Groys *1947 | Quelle: https://whtsnxt.net/060 -.-
“ … Amnesty International: Die Menschenrechtsorganisation illustrierte Polizeigewalt in Südamerika mit KI-Bildern. Kennzeichnung? Fehlanzeige. Das kam nicht gut an. „Bislang war es immer so, dass ein fotografisches Abbild ein Vorwegvertrauen genossen hat. Menschen haben Bildern einen bestimmten Wahrheitsgehalt zugebilligt“, erklärt Pawlowski. …“ | Aus: „Künstliche Intelligenz als ethische Herausforderung“ Felix Klein (30. September 2024) | Quelle: https://www.haw-kiel.de/news/kuenstliche-intelligenz-als-ethische-herausforderung/ -.-
“ … Ich fühle mich seit einiger Zeit immer abgestoßener von bebilderten Medien. Ganz pauschal jede Art von visuellem Medium widert mich an. Sie sind voller Bilder und Sprache, denen man nicht trauen kann. Stumpfer Journalismus, der in Abhängigkeit von Meta dahin pauschalisiert. Dopaminabhängigkeiten als Lock-In-Methode für die verschiedenen Anbieter soziale Medien. Scheinbare, dürre Sozialität mit der gesamten Welt. Die seltsame Gleichzeitigkeit der Dinge, die uns immer mehr abstumpft gegenüber dem, was wir als Einzelwesen ganz direkt erleben könnten. Und überall Unterhaltung, vor der wir uns kaum noch retten können. … Wann führen wir phantastische Diskussionen, die unsere Köpfe zum rauchen bringen? Wann sind wir bereit das, was uns als Realität vermittelt wird, herauszufordern? …“ | Aus: „Willkommen im bunten Faschismus – 15.Brief: Warum wir lieber scrollen als denken – über Bilderwelten und die Lust am Wegsehen.“ fini (02.03.2026) | Quelle: https://blogs.taz.de/finiskleinerlieferservice/2026/03/02/willkommen-im-bunten-faschismus/
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