[Correlations #2… ]


“ … Eine Korrelation wird als Indiz dafür gewertet, dass zwei statistische Größen ursächlich miteinander zusammenhängen könnten. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Korrelation

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Screenshot: zeit.de (13.06.2024)

fishingrod (13.06.2024):
„…
Schon witzig, wie da die Überschriften zweier benachbarter Artikel miteinander korrespondieren:
a) Jeder vierte junge Erwachsene lebt noch bei den Eltern
b) Ich habe 14 Wohnungen und 670.000 Euro geerbt
…“
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Europidis (13.06.2024):
“ …
Gründe, warum die jungen Erwachsenen noch bei ihren Eltern wohnen, werden in der Erhebung nicht genannt.“ [–> https://www.zeit.de/gesellschaft/2024-06/statistisches-bundesamt-junge-erwachsene-wohnen-eltern]

Ist ja auch nicht so wichtig.

…“
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vmore (13.06.2024): “ … Wie soll man sich denn auch was anderes leisten? Ich hab als Student mit 19 schon in einer winzigen 1-Zimmer-Wohnung gewohnt, 320€ warm. Davon kann man doch heute nur träumen. Und selbst, wenn man nicht studiert, sondern arbeitet – wer nicht gerade direkt den geilen Job nach dem Studium hat oder sich eher im Niedriglohnsektor bewegt, hat doch kaum Hoffnung, bezahlbaren Wohnraum zu finden. In Frankfurt kostet ne 20qm Wohnung inzwischen um die 710€ warm. …“
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Florian Schwanitz (13.06.2024): “ … Mein erstes WG Zimmer (8,5m²) hat 2003 90 Euro gekostet. Bis zum Ende meines Studiums habe ich in WGs für unter 300 Euro Miete gewohnt. Und das in Berlin. Ich bin da sogar extra hin, weil es so günstig war. …“
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Polykanos (13.06.2024): “ … Früher war es eben so: Wenn man als junger Mann vögeln wollte brauchte man eine eigene Wohnung. Denn im elterlichen Haushalt war das tabu. …“
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Power to the people (13.06.2024): “ … Lesen Sie den Artikel [https://www.zeit.de/gesellschaft/2024-06/statistisches-bundesamt-junge-erwachsene-wohnen-eltern] noch einmal, es dreht sich um 2023, nicht um die verklemmten 60er. …“
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Wahl-O-Mate Motzarella Antwort auf @Power to the people (13.06.2024): “ … Das hat nichts mit Verklemmtheit zu tun, sondern Privatsphäre und Machtstrukturen. …“
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B vergeben (13.06.2024): “ … Für sowas war ich immer bei meinen Freundinnen. In den WGs in denen ich ab 18 gelebt habe, war das ehrlich gesagt auch nicht so toll, da sind wir lieber dahin wo niemand an die Tür klopft und so blöde fragen stellt, ob man auch was zum Essen will. …“
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Ungewollte Fachkraft (13.06.2024): “ … Tja, nicht jeder kann mit Mitte 20 schon 14 Wohnungen und mehr als ne halbe Million Euro geerbt haben. …“ | https://www.zeit.de/gesellschaft/2024-06/statistisches-bundesamt-junge-erwachsene-wohnen-eltern#cid-70378657

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eisensau 3. Oktober 2021 um 16:17 Uhr: “ … Wenn Freiheit zu lange als MacGuffin benutzt wird, kommt eben so etwas dabei raus. … [“ … [Wie der] Pulp-Fiction-Koffer: [sein] Inhalt schimmert goldig, wir Zuschauer kriegen ihn nie zu sehen. Aber alle Figuren im Film wollen ihn unbedingt haben. … Den Begriff «MacGuffin» geprägt hat Drehbuchautor Angus MacPhail, der oft mit Hitchcock zusammengearbeitet hat. Das jedenfalls geht aus dem Buch «The Art of Alfred Hitchcock» hervor. Der Begriff sei demnach eine Kombination aus dem Namen MacPhails und dem englischen Begriff «Guff», was soviel wie «Stuss», «Mumpitz» oder einfach nur «ein Haufen Unsinn» bedeutet.“] Quelle: —> https://www.galaxus.de/de/page/was-ist-ein-macguffin-und-wie-kann-es-einen-film-ruinieren-15698 …] … ] “ | Quelle: https://www.zeit.de/politik/2021-10/freiheit-selbstbestimmung-ideal-werte-demokratie-linke-rechte-rechtspopulismus#cid-58795785 // —> https://de.wikipedia.org/wiki/McGuffin
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[Der Blick in die Kamera #76… ]

Tous les garçons et les filles est une chanson de Françoise Hardy,
sortie en 1962 | —> https://youtu.be/UrsdRTslzlw
Und auf Augenhöhe und Hand in Hand
Sie gehen verliebt weg, ohne Angst vor dem Morgen


@michaelshore2609 “ … that look directly into the camera at the end …“

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Christian Bos (12.06.2024): “ … Das Chanson, eigentlich eine B-Seite, verwandelte Françoise Hardy im April 1962 in die Projektionsfläche Tausender unglücklicher Teenager des Kontinents. Wenn schon einsam, dann wenigstens so stilsicher, wie das schüchterne Yé-Yé-Girl aus dem 9. Arrondissement. Sie hätte das Lied in drei Stunden mit den vier schlechtesten Musikern der Stadt aufgenommen, lästerte die Hardy später. Hinter ihrer Schüchternheit verbarg sie stets ein gerüttelt Maß an Verachtung für den eigenen Ruhm und die Albernheiten des Showgeschäfts. … die Traurigkeit war Françoise Hardy mit in die Wiege gegeben, sei es durch den abwesenden Vater oder die jüngere Schwester, die an Schizophrenie litt, da brauchte es keinen untreuen Mann. …“ | https://www.ksta.de/kultur-medien/nachruf-auf-francoise-hardy-die-frau-die-bob-dylan-mick-jagger-und-david-bowie-vergeblich-liebten-809685
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Françoise Hardy „Message Personnel“ (1973)
Si la paresse de la vie s’installe en toi [Wenn sich die Faulheit des Lebens in dir festsetzt]
Pense à moi [Denk an mich]
–> https://youtu.be/oybALMX0kzM

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Jannajulia (12.06.2024): “ … Au revoir chère Françoise Hardy! …“
sittingbull: “ … Von ihr bleiben die unaufgeregt ruhige Klarheit – nicht nur der Stimme – und diese lebenslang andauernde leise Melancholie. …“
Schorschinjo: “ … Höre auf den Nachtwind …“ [–> https://youtu.be/-O6fFAqqLgs]
// https://www.zeit.de/kultur/musik/2024-06/frankreich-francoise-hardy-saengerin-gestorben
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yohak yohak (12.06.2024, 11:59) “ … Oh, ich werde wirklich alt! Heutzutage muß man den Lesern schon erklären, daß eine „Single“ eine „kleine Vinylschallplatte“ ist. …“ Zu: https://taz.de/Francoise-Hardy-gestorben/!6016932/ (12.6.2024)

[Aufklärung und Wirklichkeitsbezug #6 …]



“ … Bereits magische Praktiken, die auch im Christentum weiter wirken, setzen ihrem Selbstverständnis nach auf Beeinflussung von Naturgeistern, Göttern oder Heiligen, um sie den Menschen gewogen zu stimmen und zu einem bestimmten Verhalten zu veranlassen, das den Menschen nützt oder ihren Ansprüchen entgegenkommt. Dem Selbstverständnis in der Antike war der Gedanke der Naturbeherrschung weitgehend fremd. So sieht etwa der einflussreiche Aristoteles den Menschen eher in der Rolle des Nachahmers, allenfalls in der des Vollenders der Natur. Analog dazu sah man in der Mechanik eine Überlistung, nicht etwa eine Anwendung oder Nutzung von Naturgesetzen. … Max Weber hat darauf hingewiesen, dass die mit der modernen Rationalisierung steigende Möglichkeit der Naturbeherrschung mit einer Entzauberung der Welt verbunden sei. …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Naturbeherrschung (29. November 2023)
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Jonas Schwarz (31. Oktober 2022): “ … Das Individuum verliert in der Alltagserfahrung den Bezug zu der Singularität einzelner Augenblicke. Die eigene Lebenszeit erscheint konträr zum gesellschaftlichen Zeitgeist nicht als eine lineare Progression. Diese individuell erfahrene Spannung wird schließlich in der neu aufkommenden empirischen Psychologie durch Autoren wie Carl Phillip Moritz [ ] aufgegriffen. Durch eine Praxis kleinteiliger Introspektion und Dokumentation innerer Augenblicke versuchten die Anhänger der empirischen Psychologie, die amorphe Alltagszeit mit dem vorherrschenden Zeitverständnis in Einklang zu bringen. In diesem Bemühen einer Überwindung der Alltäglichkeit, so Cantarellas originelle These, ist das Phänomen als solches überhaupt erst entstanden. … ganz wie Maurice Blanchot sagt: „Le quotidien échappe. C’est sa définition“ [„Der Alltag entweicht. Das ist seine Definition“] … “ | Aus: „Die Flüchtigkeit des Alltags – Ein Tagungsbericht“ | Quelle: https://literaturwissenschaft-berlin.de/die-fluechtigkeit-des-alltags/
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“ … Der Ausgangspunkt von Blumenbergs Philosophie ist die Situation des Menschen, der angesichts der Unendlichkeit des Weltalls mit seiner Nichtigkeit konfrontiert wird. Ein stummes Universum umgibt ihn, seine existenziellen Fragen verhallen. Dazu kommt die Diskrepanz von „Lebenszeit“ und „Weltzeit“. Das Mängelwesen Mensch muss zur Kenntnis nehmen, dass es neben seiner Nichtigkeit im kosmischen Raum nur als eine winzige Episode in der „Weltzeit“ besteht. … Er bedarf dringend einer Distanzierung, einer Entlastung von seiner trostlosen Befindlichkeit, die er im Mythos findet. Der Mythos relativiert die Übermächtigkeit des Universums und die Unendlichkeit der „Weltzeit“. Er wirkt als Beruhigungsmittel und verarbeitet die Schrecken, die beide auslösen, zu Geschichten. … Blumenberg bejahte die Technik. Für ist ihn die Geistesgeschichte der Technik zu Beginn der Neuzeit keine Verfallsgeschichte, sondern der Akt einer berechtigten und erfolgreichen Notwehr. Dem entsprach auch, dass er privat technischen Innovationen positiv gegenüberstand, von der Saftpresse bis zum Auto. Blumenbergs Wertschätzung der Technik war in der philosophischen Landschaft der 1950er und 1960er Jahre eine Ausnahme. Die Technik galt als Synonym für einen Antihumanismus, der die Entmündigung des Menschen vorbereitete. Die Kritik an der Technik kam von konservativer Seite, von Heidegger, Jünger und vonseiten neomarxistischer Positionen (Anders, Adorno, Horkheimer). … Der Philosoph stimmte mit Thomas Bernhard überein: „Angesichts des Todes ist alles lächerlich“. In diesem Sinn antwortete er auf eine Frage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wie er sterben möchte: „Aus Lust, mich davon zu machen“. … “ | Aus: „Der Denker in Bewegung“ Nikolaus Halmer (12 Juli 2020) | Quelle: https://science.orf.at/stories/3201136/
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“ … Hans Blumenbergs in dem Band „Geistesgeschichte der Technik“ versammelte Aufsätze stammen zwar aus den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. An ihrer Aktualität besteht für den Rezensenten Bernhard Dotzler jedoch kein Zweifel. Denn ihr Thema, das Dotzler als die „historische Analyse der Schnittstellen zwischen ‚geistigen Faktoren‘ und ‚materiellen Zuständen'“ umreißt, steht nach wie vor auf der Tagesordnung. …“ | Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.10.2009 | Quelle: https://www.perlentaucher.de/buch/hans-blumenberg/geistesgeschichte-der-technik.html
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Radiovortrag (12.12.1967): „Hans Blumenberg – Die Maschinen und der Fortschritt“
Radiovortrag von Hans Blumenberg Produziert vom Hessischen Rundfunk Gesendet am 12.12.1967 Erschienen in: Hans Blumenberg – Geistesgeschichte der Technik, 2009
—> https://youtu.be/yR6dHfwYMEU

[Zeit im Bild #70 … ]


Screenshot: „Alle Ergebnisse der Europawahl 2024 in Deutschland“ | https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-06/wahlergebnisse-europawahl-deutschland-landkreise-live (Stand: 10.06.2024)
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regilot (10.06.2024): “ … Man muss den Tatsachen ins Auge schauen. …“

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hansaloisd (10.06.2024): “ … Frankreich, Deutschland, Italien und die Niederlande haben sich dramatisch verändert. Sie folgen den Entwicklungen in den USA. …“ | https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-06/afd-europawahl-ergebnisse-eu-parlament#cid-70321704
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die Jauntalerin (10.06.2024): “ … Da haben in Österreich (und Deutschland) aber viele Opas braunes Hemd im Kasten gefunden …“ | https://www.derstandard.at/story/3000000223603/fpoe-erreicht-bei-eu-wahl-erstmals-bundesweit-platz-eins
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Lavidaloca (10.06.2024): “ … und ich dachte die Trendfarbe 2024 sei Ockergelb … „
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celsiana (10.06.2024): “ … Tektonische Plattenverschiebung in Deutschland. …“ | https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-06/afd-gewinnt-kommunalwahl-brandenburg-mecklenburg-vorpommern-2024#cid-70323415
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Freund_der_Weisheit (10.06.2024): “ … „Mein politisches Vorbild ist Margaret Thatcher.“ Alice Weidel [Quelle: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/alice-weidel-afd-will-2021-in-die-bundesregierung-a-1175360.html [… Die liberale Wirtschaftspolitik der „eisernen Lady“ spaltet bis heute die britische Gesellschaft. …] ] – da fragt man sich schon wie das Alles zusammen geht. …“
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Herr Internet (10.06.2024):“ … Als jemand der in Sachsen wohnt und aufgewachsen ist, muss ich euch wohl kaum sagen, wie frustrierend dieses Wahlergebnis ist. Der Umgang damit ist in meinen Augen jedoch entscheidend – es gibt hier viele stabile Leute, die sich tagtäglich vor Ort mit den AfD-Leuten und -Symphatisanten rumärgern müssen. Diese „kein Geld mehr in den Osten“ und „Wiedervereinigung war ein Fehler“-Attitüde wird das Problem meiner Ansicht nach jedoch verstärken. Viel Wut / Unverständnis kanalisiert sich seit einigen Jahren nun in der AfD. Dass das vollkommen bescheuert und kontraproduktiv für die Betroffenen ist, müssen wir nicht diskutieren. Es fehlt jedoch bei vielen an politischer Bildung, sodass man den Polpulisten auf den Leim geht – vielleicht auch durch die Erfahrungen in der DDR begründet / begünstigt. Je mehr der Westen auf den Osten hinabblickt, desto stärker wird das Problem werden. Große Anteile der Unzufriedenheit lassen sich aus meiner Sicht auf Entscheidungen zur Wendezeit zurückführen (Treuhand, Verkauf von Volkseigentum, Wohnungen in den Westen – Deindustrialisierung, …). Da wurden einige Fehler begangen, die die alltäglichen Lebensgewohnheiten der Menschen massiv verändert haben. Die großen Errungenschaften der Demokratie, die durch die Wiedervereinigung im Osten Einzug hielt, wird leider zu wenig geschätzt / als selbstverständlich angesehen. Wir kommen da nur gemeinsam raus. …“
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r.a.bunzel (10.06.2024): “ … In dem kleinen Landkreis Hildburghausen mit 60 000 Einwohnern haben 10 000 für einen lupenreinen Nazi als Landrat gestimmt. …“
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Schwuppidiwuppi (10.06.2024): “ … Man muss der Wahrheit ins Gesicht sehen. Die Afd wird nicht gewählt, obwohl sie rechtsradikal ist, sondern weil sie rechtsradikal ist. …“
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haraldmayer (10.06.2024): “ … Liebe Demokraten im Osten, ich kann Euch trösten. Im Westen gibt es auch Dörfer, da kommt die AfD auf knapp 25%. …“
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Hopfenfreund (10.06.2024): “ … Mich würde mal interessieren, was in den Köpfen von Wählern vorgeht, die in Zeiten, in den europäische Länder von Russland bedroht werden, gerade die Partei wählen, die mindestens im Verdacht steht, von Russland unterstützt zu werden. …“
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Paul Freyburger (10.06.2024): “ … Nichts geht in den Köpfen vor, würde ich sagen. … „
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Mr. Moe (10.06.2024): “ … Eure Tränen sind mein Gleitgel …“
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CO2-Ausstosser (10.06.2024)): “ … Also ich bin sehr zufrieden mit den sich nun deutlich abzeichnenden Ergebnissen der Europawahl – in Deutschland und den anderen Mitgliedsstaaten der EU – und dementsprechend gut gelaunt lese ich die meisten Kommentare hier auf ZON. … Ach ja; das war’s mit dem Verbrenner-Aus. …“
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Gedankenfeder (10.06.2024): “ … Menschen sterben bei einem Hochwasser nach dem anderen und jede Menge weitere Zeichen dafür, dass der Klimawandel da ist, sind zu sehen. In der Ukraine sterben täglich etliche Unschuldige. Die Bevölkerung wählt aber lieber Parteien, die weiter auf Öl, Kohle und Atomkraft setzen und einem Diktator die Hand reichen. … bin maximal frustriert. …“ | https://www.zeit.de/politik/ausland/2024-06/europawahl-2024-wahl-europaeisches-parlament-liveblog#comments
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nicht_mehr_ganz_jung (10.06.2024): “ … Das ist jetzt auch eine Quittung für die Arroganz, mit der in erster Linie Grüne, aber leider auch etliche SPDler, die Ängste, die viele hatten, das es zu viele Migranten pro Jahr sind. Das die Migranten nicht nur eine Bereicherung sind. …“
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Britta1267 (10.06.2024): “ … Ich gehe nun schon fast 40 Jahre wählen und habe ein solches politisches Desaster noch nicht erlebt. Dass die AFD viele Stimmen dazu gewinnt, war klar. Das spiegelt die momentane Stimmung in Deutschland. Wer das nicht hören möchte, hat ein Problem, die Wahrheit zu akzeptieren. Der entsetzliche Tod des Polizisten in Mannheim hat den Rechtsruck weiter unterstützt. …“
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elfotografo (10.06.2024): “ … „Der entsetzliche Tod des Polizisten in Mannheim hat den Rechtsruck weiter unterstützt.“ Der entsetzliche Tod des Regierungspräsidenten in Kassel vor 5 Jahren hat den Rechtsruck nicht gebremst. …“
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London Called (10.06.2024): “ … Ausländerhass trumpft Klimawandel. Wir haben es nicht anders verdient. …“

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Nachtrag #1

Sebastian Bartoschek (10. Juni 2024): “ … Die Grünen sind in gewisser Weise eine Fortsetzung von Angela Merkel, denn auch die war, wir erinnern uns an #DankeMerkel, schuld an der AfD, zumindest wurde das so verbreitet. Merkel wie Grüne, im weiteren Sinne die Ampelkoalition, sind dabei das Feigenblatt, mit dem sich der Deutsche bedeckt, wenn er Rechtsextreme wählt, sich aber nicht als Rechtsextremer fühlen will. …“ | https://www.ruhrbarone.de/gruene-afd-euwahl/234233/

[Der abwesende Blick #12 … ]


Michel Piccoli in „Die Dinge des Lebens“ Claude Sautet (1970)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Dinge_des_Lebens

“ … François Truffaut nannte ihn [Claude Sautet] den „französischsten aller Regisseure“. Das mag damit zu tun haben, dass das Bistro in Claude Sautets Filmen eine wichtige Rolle spielt. Es wird gemeinschaftlich getrunken und gegessen, viel geraucht, Auto gefahren und es geht meist – die wohl gängigste Assoziation zum französischen Kino – um die Möglichkeiten der Liebe. … Seine melancholischen „Porträts in Bewegung“ sind frei von Urteilsüberlegenheit. Claude Sautet zeigt empathisch das Unlebendige des vermeintlich gesicherten Bürgerlebens und sieht den zaghaften Ausbruchsversuchen mit einer Art zärtlicher Trauer zu. Nüchtern, mit großer Zurückhaltung und ohne Psychologisierung folgt er unprätentiös dem Schicksal seiner Figuren, die sich in Gefühlen und Beziehungen verstricken. Teils mit komödiantischer Ironie erzählen die Filme unsentimental von verpassten Gelegenheiten, nicht gewagten Gefühlen, Versuchen der Selbstfindung, von Liebesbeziehungen die enden und anfangen. Einsamkeit wird häufig kontrastiert mit der oberflächlichen Wärme von Gruppen und öffentlichen Orten. Erzählungswürdige Handlung gibt es dabei kaum, vielmehr geht es um das Sichtbarmachen von Gefühlen, Nuancen, Blicke, Gesten, das Alltägliche, die Dinge des Lebens. …“ (Michael Althen –> https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Althen) | Quelle: https://www.kunstkulturquartier.de/filmhaus/programm/schwerpunkte/claude-sautet


[Bild im Bild #27… ]


Barton Fink ist ein Film der Coen-Brüder aus dem Jahr 1991
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Brandon Kiziloz: (2019): “ … Die Figur Fink ist […] widersprüchlich und gegensätzlich […] die moderne Gesellschaft mit ihrem Widerspruch zwischen der Bereitstellung von Sozialleistungen und sozialistischer Politik in einem kapitalistischen Umfeld wird passend gespiegelt. …“ | https://brandonkfilms.wordpress.com/2019/06/01/barton-fink-the-demonisation-of-the-working-class/
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Dieter Wunderlich: “ … Der vielschichtige Film [„Barton Fink“] kreist um die Dichotomien Kunst und Wirklichkeit, Realität und Illusion. …“ | Quelle: https://www.dieterwunderlich.de/Coen-Barton-Fink.htm
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Johannes Binotto: „… Dass die Skala der menschlichen Dummheit nach oben offen ist, belegen die Filme der Brüder Joel (*1954) und Ethan (*1957) Coen immer wieder. Beim Besuch in ihrem Universum der Loser, die das Unheil magisch anziehen, schwankt das Publikum zwischen Mitleid und Entsetzen – bis schliesslich das Vergnügen obsiegt. Das teuflisch raffinierte Werk des Brüderpaars, das vor Anspielungen auf alle Sparten der Populärkultur strotzt, hat das US-Kino der letzten 25 Jahre mit farbenfroher Schwärze überzogen. …“ | Quelle: https://www.filmpodium.ch/reihen-details/53940/the-coen-brothers
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“ … Männer, die – ausgehend von ihren unreflektierten Wünschen und Begierden – durch ihre Fehlhandlungen ihr Scheitern selbst herbeiführen – und uns als Zuschauer in eine vermeintlich überlegene Position bringen, bis sich „der wissende Blick auf das Geschehen in das Gefühl verwandelt, den Überblick zu verlieren. Die Lacher werden kürzer und häufiger abgelöst von Phasen der Verwirrung. Am Ende lacht man fast nur noch aus Verwirrung.“ […] Es ist Konsens des Bandes [Gerhard Schneider / Peter Bär (Hg.): Die Coen-Brüder im Dialog: Psychoanalyse und Filmtheorie Band 11. Psychosozial-Verlag, Gießen 2014, 161 Seiten, ISBN-13: 9783837923735], dass die Coen-Brüder uns zu einem entdeckenden Blick auf unsere Welt einladen und dass es sich lohnt, beidem zugleich nachzugehen, nämlich [sich in] den Film [hineinzudenken] und in [sich] selbst hineinzublicken. …“ | Ulrich Bahrke „Filme vom Scheitern der Männer“ (2014?) | https://www.cinema-quadrat.de/fileadmin/downloads/publikationen/schriftenreihe-band-11-coen-rezension.pdf

[Wirklichkeitsbezug #26… ]

Der grüne Pfeil zeigt auf CTA-102. Bild: Universität Heidelberg

// Fehlalarm beim Objekt CTA-102 (05.09.2016)
// https://www.deutschlandfunk.de/fehlalarm-beim-objekt-cta-102-e-t-im-pegasus-100.html

Harald Zaun (30. Juli 2012) „Dyson-Sphären und Superzivilisationen im Fadenkreuz“: “ … Auch wenn Freeman Dyson selbst [https://de.wikipedia.org/wiki/Freeman_J._Dyson] über seine fiktive Konstruktion nicht allzu viele Worte verlor und seinen Artikel im „Nature“ später fast schon entschuldigend als „Witz“ zu relativieren versuchte … , durchlebte seine Sphäre selbst eine Evolution. … So mag daher nur konsequent gewesen sein, dass einige Wissenschaftlerteam von 1975 bis zum Jahr 2000 den Himmel immerhin acht Mal nach Dysons Fantasiegebilden durchforstet haben. Zwar nur sporadisch und in zeitlicher Hinsicht bestenfalls flüchtig, dafür aber immerfort mit unerschütterlichem Optimismus. … erst in einigen Jahren, wenn bessere Infrarot-Weltraumteleskope auf Mission gehen, wie etwa das James-Webb-Teleskop 2018, könnte die SETA-Wahrheit ans Licht kommen, sofern es wirklich so etwas wie extraterrestrische Dyson-Sphären gibt, die vorerst nur ein Konstrukt menschlicher Fantasie sind, die gleichwohl Artefakte sein könnten, die die Zeiten überdauern. … “ | https://www.telepolis.de/features/Dyson-Sphaeren-und-Superzivilisationen-im-Fadenkreuz-3503452.html?seite=all
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Dirk Lorenzen (27.06.2020): “ … Der Physiker meinte, die Bewohner eines Planeten könnten sich mit ihrem Stern vollständig mit einer Kugelschale umgeben. So könnten sie praktisch die gesamte Energie des Sterns nutzen – denn es geht kein Licht verloren. Doch auf Dauer heizt sich die Dyson-Sphäre mehr und mehr auf. Sie müsste schließlich Wärmestrahlung nach außen abgeben. Die Astronomen, so meinte Freeman Dyson, müssten nur nach Sternen suchen, die im Infrarotlicht besonders hell sind, ansonsten aber unsichtbar. …“ | https://www.deutschlandfunk.de/dyson-sphaeren-hochtechnologie-bei-ausserirdischen-100.html
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Roberta Duarte (13.05.2024): “ … Eine Zivilisation vom Typ I wäre in der Lage, die gesamte auf ihrem Heimatplaneten verfügbare Energie zu nutzen: Wind, geothermische und seismische Energie. Eine Zivilisation des Typs II wäre in der Lage, 100 % der Energie des ursprünglichen Sterns, im Falle der Erde der Sonne, zu nutzen. Eine Zivilisation des Typs III wäre in der Lage, Energie aus der Galaxie und interstellaren Regionen zu nutzen. … Die Schaffung einer Dyson-Sphäre ist nicht einfach und wäre mit der heutigen Technik und Technologie unmöglich. … “ | https://www.daswetter.com/nachrichten/wissenschaft/astronomen-suchen-nach-beweisen-fuer-von-ausserirdischen-zivilisationen-geschaffene-dyson-sphaeren.html
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Reinhard Kleindl (14. Mai 202): “ … Während das Webb-Teleskop die Atmosphären von Planeten analysieren kann und so in der Lage ist, etwaige Biosignaturen von einfachen Organismen zu messen, würde eine Dyson-Sphäre auf Leben hindeuten, das weit höher entwickelt ist als der Mensch. Gerade der hohe Entwicklungsgrad würde also das Auffinden begünstigen. …“ | https://www.derstandard.de/story/3000000219799/sieben-sterne-zeigen-anzeichen-fuer-ausserirdische-megastrukturen
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Inhixa: “ … The Truth ist out there. …“
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Der Esel: “ … „Faszinierend!“ …“
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Ritter Trenk: “ … Würden wir noch in der Zeit der ersten Industriellen Revolution leben dann gingen die Astronomen wohl davon aus, dass ferne hochentwickelte Zivilisationen daran zu erkennen sind, dass sie massiv Russ und Abgase produzieren – genauso wie eben aus den damals „modernen“ Fabriken und Dampfmaschinen – nur eben viel, viel größer! Ich persönlich glaub, dass es unsere Vorstellungskraft schlichtweg übersteigt, wie zukünftiger Technik (und Energiegewinnung) aussehen wird! …“
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“ … Hmm… Wenn eine Zivilisation intelligent genug ist, um Dyson-Sphären zu bauen, sollte man dann nicht annehmen dürfen, dass sie auch intelligent genug ist, um diese vor neugierigen Blicken anderer zu verstecken? – Abgesehen davon: Gibt es solche Zivilisationen wirklich, werden wir vermutlich von denen schon seit Jahrtausenden observiert… interessanter Gedanke. …“
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face_the_truth: “ … „Gerade der hohe Entwicklungsgrad würde also das Auffinden begünstigen“ – na ob man ausgerechnet die zivilisationen auffinden will, die technisch derart überlegen sind? ein hoher entwicklungsgrad heißt ja nicht unbedingt, dass man friedlich gesinnt ist. merkt man am mensch ja selbst immer wieder. …“
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Sarkasmus ist (k)eine Lösung: “ … Sie wollen damit aber nicht sagen, wir Menschen wären hoch entwickelt? …“
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Budgetbegleitgesetz: “ … „Unregelmäßige Verdunkelungen des Sterns KIC 8462852 nährten vor einigen Jahren Hoffnungen, es könnte sich um Hinweise auf eine Dyson-Sphäre handeln.“ – Be careful what you hope for. Zerst sind alle ganz aufgeregt aber dann regens sich auf, dass sich die Außerirdischen nicht integrieren und die österreichische Leitkultur annehmen wollen. …“
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Marcus Trullus: “ … wenn sie in ihrer Hyperintelligenz wirklich etwas über uns erfahren wollen, dann kommen sie getarnt in Lederhose und Trachtenjanker. Wetten? …“

[Das Reale, Symbolische und Imaginäre #91 ]

Becher –> via

“ … Das Lacan’sche Projekt der Drei Register [–> https://de.wikipedia.org/wiki/Jacques_Lacan#Drei_Register_(plus_eins)] hebt zunächst an, die psychoanalytische Situation zu strukturieren. … Im Interesse begrifflicher Exaktheit sollte [ ] betont werden, dass ein einzelner Sachverhalt, ein bloßes Ding oder Ereignis nicht „das Reale“, „das Symbolische“ oder „das Imaginäre“ repräsentieren kann. Lacan entwirft die Drei Register [ ] als phänomenologisch inspirierte Weisen des Weltzugangs. … “ | Frank Wörler „Ein Versuch über die Drei Register“ | https://praefaktisch.de/postfaktisch/zwanzig-zwanzig-mit-lacan/

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“ … Lacan [spricht] in Genf über das Symptom. Nach dem Vortrag sagt jemand aus dem Publikum, einen Satz aus Lacans Vortrag zitierend: “ … Die Frau ist das, womit der Mann nie zurechtkommt.“ … “ … ich hatte letztlich den Eindruck, dass die Frau das Symptom des Mannes ist.“ … “ „Kann man umgekehrt sagen, dass der Mann das Symptom der Frau ist? …“ … Lacan [antwortet]: „Sicherlich gibt es einen Unterschied, der darauf beruht, dass die Frauen sehr gut begreifen, dass der Mann ein seltsamer Vogel ist. Man muss das auf der Ebene der Analytikerinnen beurteilen. Die Frauen sind die die besseren Analytiker, sie sind besser als der Mann.“ …“ | Aus: „Lacans Sentenzen: „Eine Frau ist ein Symptom des Mannes.“ (9. Juli 2015 von Rolf Nemitz) | https://lacan-entziffern.de/symptom/eine-frau-ist-ein-symptom-des-mannes/
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“ … [Jacques Lacan (1901-1981)] [unterhielt] eine innige Beziehung zu Kunstwerken [er hatte] sogar Gustave Courbets berühmtes Gemälde „Der Ursprung der Welt“ erworben [Das Bild zeigt eine Nahsicht der behaarten Vulva einer liegenden, nackten Frau mit gespreizten Schenkeln –> https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Ursprung_der_Welt]. In einem Text über das Werk von Marguerite Duras erklärte Lacan gar, dass „der Künstler dem Psychoanalytiker immer vorausgeht und er daher nicht den Psychologen spielen muss, wo der Künstler ihm den Weg bahnt“. …“ | Aus: „Lacan, die Ausstellung – Wenn Kunst auf Psychoanalyse trifft“ – Austellung 31. Dez. 2023 bis 27. Mai 2024 | https://www.centrepompidou-metz.fr/de/programme/exposition/lacan-die-ausstellung

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“ … [In seinem] Arbeitszimmer … hing von 1955 an Gustave Courbets … „L’Origine du Monde“. Von André Masson hatte er eine Decktafel malen lassen, die als abstrakte Landschaft den transgressiven weiblichen Schoß kaschierte. Für ausgewählte Gäste und Freunde, darunter Picasso, Dalí und Duchamp, schob der Zeremonienmeister Lacan das keusche Tafelbild zur Seite, um seinen „Ursprung der Welt“ freizulegen. …“ | Aus: „Große Lacan-Schau in Metz: Kunstbetrachtung auf der Couch“ Bettina Wohlfarth (15.02.2024) | https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst-und-architektur/erste-grosse-lacan-schau-nach-dessen-tod-in-metz-19519326.html

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Marlen Hobrack (27. September 2017): “ … Seit Jahrhunderten ist weibliche Sexualität eine Quelle vor allem männlicher Irritation. So grundlegend war und ist die Verwirrung über das, „was Frauen wollen“, dass Männer der Erkundung weiblichen Begehrens ganze Bibliotheken widmeten. Berühmt-berüchtigt ist die freudsche Resignation am Ende einer langen Laufbahn: „Was will das Weib?“ Auch gründlichste Seelenforschung konnte die Frage nicht beantworten. … Auch Jahrzehnte später nähern wir uns dem weiblichen Begehren in all seinen psychischen und sexuellen Dimensionen mit [einer] spätviktorianischen Tollpatschigkeit. … “ | https://www.zeit.de/kultur/2017-09/weibliche-sexualitaet-sex-empowerment-feminismus-10nach8

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“ … Scottie in „Vertigo“ (1958) … Themen des Films sind Begehren und Künstlichkeit, Subjektivität, weibliche Objektivierung und der männliche Blick. Hitchcock wurde von Freud und dem Surrealismus beeinflusst und stützt sich auf Freuds Theorien der Skopophilie [Voyeurismus: https://de.wikipedia.org/wiki/Voyeurismus]. Stilistisch ist der Film fast ausschließlich aus Scotties Perspektive gedreht, wobei das Publikum sich an seinem Voyeurismus mitschuldig macht. …“ | Bild via „Vertigo – Project 4-4: Gendering the Gaze“ | https://michaelmillmore.wordpress.com/tag/vertigo/

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Marc Thill (07.05.2024): “ … Die Aktion der französisch-luxemburgischen Performancekünstlerin Deborah de Robertis am gestrigen Montagabend im Centre Pompidou-Metz nimmt … groteskere Züge an. Zwei Frauen haben dort die Worte „MeToo“ unter anderem auf das hinter Glas befindliche Gemälde „L‘Origine du Monde“ des französischen Künstlers Gustave Courbet aus dem 19. Jahrhundert gesprüht, das die Vulva einer Frau zeigt. Der Akt aus dem Jahr 1866 war eine Leihgabe des Pariser Musee d’Orsay an das Centre Pompidou-Metz im Rahmen einer Sonderausstellung über den französischen Psychoanalysten Jacques Lacan, der das Gemälde einst besaß. Deborah de Robertis (geb. 1984) bekannte sich mittlerweile zu der Tat. Sie habe die Sprühaktion organisiert, die von zwei Personen im Rahmen ihrer Performance mit dem Titel „On ne sépare pas la femme de l‘artiste“ durchgeführt worden sei, schreibt sie in einer Stellungnahme an die Nachrichtenagentur AFP. In demselben Raum zeigt das Museum übrigens passend zu Courbets Gemälde auch ein Foto von Deborah de Robertis Performance „Miroir de l‘Origine du Monde“ aus dem Jahr 2014. Damals hatte sie im Musee d‘Orsay unter Courbets Gemälde posiert und dabei ihr geöffnetes Geschlecht gezeigt. … Mit ihrer Kunst will Deborah de Robertis allgemein die Machtpositionen der Männer in der Kunst, die durch die sozialen Normen der Kunst und die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung hervorgerufen werden, anprangern: Männer sind die Künstler und Frauen die Musen oder passiven Modelle. Künstlerische Darstellungen, die den Körper von Frauen sexualisieren, werden in der Regel von heterosexuellen Männern für ein heterosexuelles männliches Publikum entworfen. Kritiker und Kritikerinnen der Performance-Künstlerin sagen derweil, Deborah de Robertis wende sich an eine sehr kleine Gemeinschaft von Frauen, die nicht unbedingt repräsentativ für die politische Vielfalt der Geschlechterminderheiten sei: Die Problematik der Künstlerin interessiere insbesondere junge, weiße, heterosexuelle, tüchtige, gebildete Frauen, die zwar unter männlicher Dominanz leiden, aber nicht unbedingt die verletzlichsten in der patriarchalen Gesellschaft seien. Diese Beobachtung wurde auch bereits gegenüber der Protestbewegung der Femen und deren Oben-ohne-Aktionen gemacht, denen Deborah de Robertis sowohl sozial als auch künstlerisch und performativ nahe zu stehen scheint. …“ | https://www.wort.lu/kultur/deborah-de-robertis-wenn-eine-vulva-zur-straftat-wird/12593054.html

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TT/MM/JJJJ (2024): “ … Quasi ein Pussy Riot …“
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Uli Kukuruz (2024): “ … Genauso gut könnte man einen Handtaschlräuber mit dem Argument zu verteidigen versuchen, seine Aneignung fremder Wertsachen sei eine kapitalismuskritische Performance. …“
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Aus Kommentaren zu: https://www.derstandard.at/story/3000000219156/beruehmtes-vulva-gemaelde-mit-metoo-besprueht

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“ … Hall verweist auf die grundlegende Erkenntnis psychoanalytischer Arbeiten zurückgehend auf Jacques Lacan, welche sich auf den inneren Zusammenhang zwischen Identitätsbildung beziehungsweise – konstitution und der Konstruktion des Anderen bezieht und nach welcher „es keine Konstruktion des Selbst, der Identität gibt ohne eine Konstruktion des Anderen“. Hall folgert: „[O]bwohl die Konstruktion des Anderen ein Versuch ist, das, was wir nicht sind, an seinem Platz zu fixieren, in sicherer Entfernung zu halten, können wir selbst uns doch nur verstehen in Beziehung zu diesem Anderen. … “ | Aus einer Fußnote von: „«Am Fremden müssen wir lernen, das Eigene zu erkennen» – Kulturelle Differenz, Alterität und Identität in Repräsentationen Tibets und des tibetischen Buddhismus“ Eva Funk (470 Seiten, 17. Mai 2016) | https://biblio.unibe.ch/download/eldiss/16funk_e.pdf

[Zum Wahn der Liebe #107 … ]

L’été dernier („Der letzte Sommer“, internationaler Titel Last Summer) – ein französischer Spielfilm von Catherine Breillat aus dem Jahr 2023.
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Das Verlangen entsteht im Kopf – Catherine Breillat“ (12. Februar 2024): “ …

Michael Ranze: […] in Ihren Filmen [geht es] hauptsächlich um weibliche Begierde, um weibliche Sexualität, um weibliche Sehnsucht.

Breillat: Das stimmt. Es geht aber auch immer um die Grauzonen des Gefühls oder der Begierde. Es geht um die unklaren Zonen. …

Michael Ranze: … Haben Sie bewusst Tabus verletzen wollen? …

Breillat: … Im Film wird alles, was mit Sexualität zu tun hat, quasi an den Pornofilm relegiert. Dort soll sie aufgehoben sein. Im Spielfilm spielt die Sexualität des Menschen keine Rolle. Im Porno haben wir Sex ohne Seele, Haut ohne Seele, Geschlechtsteile ohne Seele. Im Spielfilm fehlt dieser Aspekt der menschlichen Identität, die zu uns gehört. Es ist eine Verpflichtung, diese beiden Bereiche wieder zu versöhnen und den Menschen in seiner Komplexität, in jeglichem Aspekt der Sexualität, zu erfassen und darzustellen. … Wir werden in der Gesellschaft eigentlich zweigeteilt. Es wird zwischen Kopf und Unterleib unterschieden. … Körper und Kopf sind aber unteilbar. … der Konflikt [ist]: Man will etwas nicht, aber die Gefühle kommen einem in die Quere. …

…“ | https://www.filmdienst.de/artikel/64580/interview-catherine-breillat-im-letzten-sommer

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Ekkehard Knörer (7.5.2024): “ … Catherine Breillat … ist keine Romantikerin. Sie sieht das Begehren, von Frauen, von Männern, als gewaltige, aber nicht als freundliche Macht. …“ | https://taz.de/Film-von-Catherine-Breillat/!6008282/ https://de.wikipedia.org/wiki/Catherine_Breillat
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Bert Rebhandl (13.01.2024): “ … Breillat öffnete das französische Kino für ein Begehren, von dem das Bürgertum nichts wissen wollte, auf das die Libertinage der Privilegierten eher herabschauen würde. Auch in ihrem neuen Film geht es nicht zuletzt um Klassenverhältnisse, die sich in ein Patchwork einschreiben. … Catherine Breillat hebt schließlich nicht so sehr den moralischen Skandal hervor, sondern interessiert sich vor allem für einen Aspekt, der auch in den vielen MeToo-Angelegenheiten entscheidend ist: Wie geht man vor, wenn Aussage gegen Aussage steht? Was ist Wahrheit, wer hat die Macht, seine Version durchzusetzen? … “ | https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/catherine-breillats-film-im-letzten-sommer-im-kino-19443034.html
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Jens Hinrichsen (12.01.2024): “ … Es sind Fragen wie Nadelstiche, die Anne (Léa Drucker) ihrer jungen Mandantin stellt. Mit wie vielen Jungs sie schon geschlafen habe, will die Anwältin von der Verängstigten wissen, die sie in einer Vergewaltigungsklage vertritt. Der Anwalt des Täters werde sie als „Schlampe“ hinstellen wollen, erklärt Anne. Sie verlangt jetzt schonungslose Offenheit. … Als Anwältin will sie peinlich genau informiert sein. [Zuletzt] erfährt sie am eigenen Leib, wie grausam-entblößend sich das anfühlt. … „Im letzten Sommer“ [ist] nicht zuletzt ein Film über die Scham, das abgründigste aller Gefühle. …“ | https://www.tagesspiegel.de/kultur/catherine-breillats-film-im-letzten-sommer-die-scham-und-andere-dinge-des-lebens-11040556.html

[Imagining Outer Space #9… ]

“ … Am 14. November 2023 hatte die Voyager 1 („die Reisende“) aufgehört, lesbare Daten an die Erde zu senden – obwohl Fachleute erkennen konnten, dass die Sonde immer noch Befehle empfing. Im März wurde dann entdeckt, dass das Problem auf einen defekten Chip zurückging. Daraufhin entwickelten Fachleute eine passende Lösung für das 46 Jahre alte Computersystem. Als erstes Raumschiff war die 1977 gestartete Voyager 1 im Jahr 2012 in den interstellaren Raum vorgedrungen. Sie befindet sich derzeit mehr als 24 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Nachrichten von der Erde brauchen etwa 22,5 Stunden, um die Sonde zu erreichen. …“ | https://www.zeit.de/wissen/2024-04/voyager-1-raumsonde-reparatur-informationen-weltall
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azhiaziam (23.04.2024): “ … Es ist ein Speicherchip der Defekt ist (und zwar 3% des Chips). Von der Erde wurde nun ein Befehl gesendet diesen Code in andere Speicherbereiche (funktionale) zu verlagern. Nach 45h kam dann die Meldung dass das Programm wieder läuft und die Datensätze die zur Erde zurück kamen waren wieder lesbar. –> [By Ashley Strickland, CNN „Voyager 1 is sending data back to Earth for the first time in 5 months“ (Published 7:13 PM EDT, Mon April 22, 2024) | –> https://edition.cnn.com/2024/04/22/world/voyager-1-communication-issue-cause-fix-scn/index.html …“
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S-Talker: “ … Bisher gibt es keine Vorhersage, dass eine der beiden Sonden in ein anderes Stellares System eindringen wird. Über einen Zeitraum von vielen Millionen Jahren ist das aber nicht so genau zu plotten. …“ // [„… Wenn das kosmische Intermezzo der Menschheit nur noch eine Randnotiz in der galaktischen Enzyklopädie ist, werden wenigstens O-Töne und Photographien von Menschen und Tieren davon Zeugnis ablegen, das es uns irgendwann und irgendwo einmal gegeben hat. …“ | https://www.wissenschaft.de/astronomie-physik/nasa-plant-naechsten-20-jahre-von-voyager-1/ ]
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Tyler Durden (23.04.2024 10:54): “ … *seufz* Nasa (22 Lichtstunden vom vier Jahrzehnte alten Objekt entfernt) „Och, da ist nur ein Bauteil kaputt. Das bekommen wir wieder hin“
Kundendienst (steht neben der zwei Jahre alten Maschine) „Nein, da scheint ein Bauteil defekt zu sein. Das kann man nicht reparieren, da hilft nur ein Neukauf“ …“ | https://www.heise.de/forum/heise-online/Kommentare/Das-groesste-Wunder-tritt-ein-Voyager-1-sendet-erstmals-wieder-korrekte-Daten/seufz/posting-43917786/show/


[Fellini #38… ]

Fellini, 1973 (Photo: Mimmo Cattarinich)
// “ … Manche Verehrer behaupten, Federico Fellinis Hauptwerk sei Fellini selbst. …“ | via

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“ … Der magische Realismus stellt die Verschmelzung von realer Wirklichkeit (greifbar, sichtbar, rational) und magischer Realität (Halluzinationen, Träume) dar. Er ist eine „dritte Realität“, eine Synthese aus den uns geläufigen Wirklichkeiten. … Magischer Realismus kann als eine Untergattung der Phantastik gelten. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Magischer_Realismus
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“ … “This was a world apart,” writes Kezich, “lush nature, colors and mystery, where antique dialects blended into often incomprehensible phonetic patterns where people practiced old-fashioned crafts, where vagabonds and gypsies wandered — a world that simmered in Federico’s citified imagination.” Fellini’s “magical realism” Italian-style … When Italian critics did eventually strike out into this foreign terrain, “many were surprised to find that the La Strada director had already cut the path through fables and magical realism,” writes Kezich. … One can only imagine how Fellini would recreate Meloni’s Italy, with Amarcord as the historical backdrop to his twenty-first-century fantasy. …“ | From: Anne Colamosca: „In Postwar Italy, Artists Revolutionized Culture“ (04.12.2024) | https://jacobin.com/2024/04/postwar-italy-culture-anti-fascism

// [„Das war eine Welt für sich“, schreibt Kezich, „üppige Natur, Farben und Geheimnisse, wo antike Dialekte zu oft unverständlichen phonetischen Mustern verschmolzen, wo Menschen altmodische Handwerke ausübten, wo Vagabunden und Zigeuner umherzogen – eine Welt, die in Federicos städtischer Fantasie brodelte.“ .“ Fellinis „magischer Realismus“ im italienischen Stil … Als italienische Kritiker schließlich dieses fremde Terrain betraten, „waren viele überrascht, als sie feststellten, dass der Regisseur von „La Strada“ bereits den Weg durch Fabeln und magischen Realismus geebnet hatte“, schreibt Kezich. … Man kann sich nur vorstellen, wie Fellini Melonis Italien nachbilden würde, mit „Amarcord“ (1973) als historischem Hintergrund für seine Fantasie aus dem 21. Jahrhundert. …“] //

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Nachtrag / Kontext #1:

Dominik Straub aus Rom (25.4.2024): “ … Am 25. April feiert Italien alljährlich die Befreiung des Landes vom Nazifaschismus durch die Partisanen und die Alliierten. Dass Postfaschistin Meloni damit ihre liebe Mühe hat, liegt in der Natur der Sache. Die italienische Regierungschefin wünscht sich zwar – wie auch die meisten ihrer Parteifreunde – die Diktatur nicht zurück. Aber die von ihr mitgegründete Partei Fratelli d’Italia hat ihre ideologischen Wurzeln nun einmal in dem von Duce-Anhängern nach dem Krieg gegründeten Movimento Sociale Italiano (MSI). Meloni hat ihre gesamte politische Karriere in diesem Dunstkreis verbracht. Und deshalb bringt sie das Wort „Antifaschismus“ einfach nicht über ihre Lippen. Das wurde ihr schon vor einem Jahr, bei ihrem ersten „Tag der Befreiung“ als Regierungschefin, von der Opposition angekreidet. Letztlich ist der 25. April in Italien 79 Jahre nach Kriegsende eine „festa divisiva“ geblieben – ein Feiertag, der das Land mehr teilt, statt es zu einen. Das liegt in erster Linie daran, dass die Rechte die jüngere Geschichte des eigenen Landes nie wirklich aufgearbeitet hat und die Verbrechen des Mussolini-Regimes bis heute verharmlost oder den deutschen Verbündeten zuschreibt. Auch in der Pflichtschule wird der Faschismus nur am Rande behandelt. Melonis psychologisches Problem besteht darin, dass sie von – tatsächlichen oder auch nur selbsternannten – Antifaschisten immer als Faschistin beschimpft wurde und wird. Der Antifaschismus ist deshalb für sie ein rotes Tuch. Das macht sie zwar nicht zur Faschistin, aber zur „Anti-Antifaschistin“, wie der Corriere della Sera unlängst schrieb. …“ | https://www.derstandard.at/story/3000000217290/giorgia-melonis-aerger-mit-antifaschistischem-tag-der-befreiung-in-italien
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wolkenberg1010: “ … Das Wort, das sie nicht aussprechen will – Faschismus-Experte Antonio Scurati gegen Regierungschefin Giorgia Meloni: Die Rede zum Tag der Befreiung im Wortlaut, die der Schriftsteller nicht im italienischen Fernsehen halten durfte [„Der 1969 geborene Mailänder Schriftsteller Antonio Scurati, Autor eines viel beachteten Romanzyklus über Mussolini, sollte am Samstagabend bei Rai 3 eine Rede im Vorgriff auf den 25. April vortragen, den Tag der Befreiung. An diesem Datum gedenkt Italien der bewaffneten Aufstände, die den Vormarsch der Alliierten erleichterten und so letztlich zur Befreiung von den nationalsozialistischen Besatzern führten. Scuratis Auftritt wurde von den Verantwortlichen kurzfristig abgesagt, in Italien tobt seitdem eine Debatte über Zensur. Hier die Rede im Wortlaut.“]: –> https://archive.ph/3twqz#selection-679.0-679.188 (Antonio Scurati: „Das Wort, das sie nicht aussprechen will“, 22. April 2024) …“

// https://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_Scurati

[Das Reale, Symbolische und Imaginäre #90…]

Kurt Nilsson: HELGOLÄNDER FISCHER MIT PFEIFE UND BART
Herkunftsregion: Norddeutschland
Herstellungszeitraum: 1950-1985
Besonderheiten: Von der Rückseite her mit Styropor verstärkt
Stil: Realismus

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Marker Italiens: “ … die Semantik von ‚Klischee‘ ähnlich wie jene von ‚Stereotyp‘ [umfasst] das Moment des Visuellen: Zunächst handelt es sich um eine Bezeichnung für einen „vorgefertigte[n] Druckstock für Abbildungen“, die im landläufig verbreiteten, übertragenen und pejorativen [abwertenden] Sinn benutzt wird für „vorgeprägte Wendungen, abgegriffene, durch allzu häufigen Gebrauch verschlissene Bilder, Ausdrucksweisen, Rede- und Denkschemata, die ohne individuelle Überzeugung einfach unbedacht übernommen werden“. … Wir alle sind sofort „im Bilde“, wenn wir eine Gondel und eine Karnevalsmaske oder das Kolosseum und eine rote Vespa sehen. …“ | Marita Liebermann – Ikonen und Klischees (Veröffentlicht von De Gruyter 14. November 2023) | https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/qufiab-2023-0005/html
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„Josephine Baker – Klischee und Ikone“ (Sa 20.01.2024): “ … Jean-Ulrick Désert, Künstler: „Es ist Josephine Baker – und gleichzeitig es ist nicht Josefine Baker. Man könnte sagen, es ist eine Göttin – eben eine schwarze Madonna“ – Josefine Baker kämpft im französischen Widerstand. Dafür wird sie von Charles de Gaulle geehrt. Als Zeichen des Friedens adoptiert sie 12 Kinder. Sie wird zu einer Ikone der Menschlichkeit – darauf bezieht sich Jean Ulrick Désert. …“ | https://www.rbb-online.de/rbbkultur-magazin/archiv/20240120_1830/baker-josephine-ausstellung-berlin-kuenstlerin-taenzerin-ikone-neue-nationalgalerie.html

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“ … In den Cypress Studios, so heißt die Filmsociété, floppt der aktuelle, mit einer rothaarigen schwarzen Schauspielerin besetzte Meerjungfrauenfilm. Die Hauptdarstellerin Sal O’Myé vulgo Salome (Safira Robens) soll die Twitter-Massen mit einer Gegenkampagne beschwichtigen: schnell für Instagram posen mit einem rothaarigen, aber weißen Typen. Dieser heißt, frei nach Nestroy, Titus Fox (Moses Leo) und ist gar nicht weiß, sondern „whitefaced“ und der Neffe des Produzenten CC (anspielend auf das Theaterimperium des Nestroy-Zeitgenossen Carl Carl), gespielt von Ernest Allan Hausmann. … Titus wiederum will einen Film über Rassismus drehen, aber nur mit Weißen (deshalb Whitefacing), was der exaltierten Managerin Ignatia von Cypressenburg (Zeynep Buyraç) nicht gewinnbringend erscheint. Im Hintergrund agiert das Cypressenburger Filmorchester in Gestalt einer Pianistin (Ming), die sich immer wieder aus dem Kostümfundus für „Asian Characters“ bedient. Die Inszenierung stellt diverse rassistische Muster aus und übersteigert sie ins Absurde. …“ | Aus: „Uraufführung: Kulturelle Aneignung in Nestroys Filmstudios“ In „Cypressenburg“ im Burgtheater-Kasino macht Isabelle Redfern aus der Posse „Talisman“ eine didaktische Diskriminierungsgroteske | Margarete Affenzeller (14. April 2024) | https://www.derstandard.at/story/3000000215787/kulturelle-aneignung-in-nestroys-filmstudios
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“ … 1979 trug Bo Derek im Film 10 Zöpfe (Cornrows) mit eingeflochtenen Muscheln. Die Frisur wurde als modern wahrgenommen und dadurch populär. Noch Jahre später bezeichnete Kim Kardashian ihre geflochtenen Haare als Bo-Derek-Braids, da sie durch die blonde weiße Schauspielerin berühmt gemacht worden seien. Tatsächlich wurden sie so schon seit Jahrhunderten vom Volk der Fulbe in der Sahelzone Afrikas getragen. … [Elemente der ägyptischen Kultur wurden von der hellenistischen Kultur angeeignet. Griechen ahmten im Athen der Perikleszeit den persischen Lebensstil nach.] … Die Literaturwissenschaftlerin Anja Hertz erkennt in der kulturellen Aneignung die Gefahr, Kultur zu sehr als etwas Einheitliches und klar Begrenztes zu sehen. Kultur sollte aber eher als etwas Dynamisches wahrgenommen werden. Die Vorstellung, Kultur als klar trennbar oder statisch zu sehen, würde der Argumentation rechter Bewegungen gleichen. Dort dürften verschiedene Kulturen koexistieren, sich aber nicht durchmischen. … “ | https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturelle_Aneignung
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„… Und wer will bestreiten, dass Menschen Kulturwesen seien, die in ihre Kultur ,verstrickt‘ sind, welche sie prägt und sie in vielfältiger Weise „unterschiedlich“ macht? Daran ist nichts auszusetzen, die Frage ist nur: Welche Geschichte, und welche Kultur? Historisches Denken und historische Forschung sind in dem Masse Produkte der Aufklärung, wie sie versuchen, Legenden von angeblichen „Ursprüngen“ und behauptete „Traditionen“ durch historisches Wissen zu ersetzen. Auf dieses kann man sich zweifellos beziehen – aber es bietet nicht mehr die tröstliche Gewissheit von Ursprungsmythen. Dasselbe gilt für die Kultur: Dass diese immer „ethnisch“ sei, kann mit guten Gründen bestritten werden. Denn Kultur entsteht, wie Generationen von Geisteswissenschaftlern gezeigt haben, durch Kontakt, Austausch und Überlagerung mit anderen „Kulturen“ (die ihrerseits nichts Stabiles sind) und verändert sich dabei ständig. …“ | Aus: „Der alte Hass auf die Aufklä­rung. Die Neue Rechte von Arnold Gehlen bis Botho Strauß“ Philipp Sarasin (2019) | Quelle: https://geschichtedergegenwart.ch/der-alte-hass-auf-die-aufklaerung-die-neue-rechte-von-arnold-gehlen-bis-botho-strauss/
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“ … „Narzissmus der kleinen Differenzen“ nannte Sigmund Freud in seiner Abhandlung Das Unbehagen in der Kultur (1930) „eine bequeme und relativ harmlose Befriedigung der Aggressionsneigung“. In allen menschlichen Gemeinschaften sei feindliche Missgunst unter ansonsten gleichgestellten Menschen nicht aufzuheben. Es erleichtere aber den gemeinschaftlichen Zusammenhalt, wenn die Aggression, statt nach innen, auf benachbarte, nahestehende Gemeinschaften gerichtet werde. In harmloser Form äußert sich der Narzissmus der kleinen Differenzen in Rivalitäten zwischen benachbarten Völkern (Portugiesen gegen Spanier), Regionen (Bayern gegen Preußen) oder Städten (Köln gegen Düsseldorf). …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Narzissmus_der_kleinen_Differenzen
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Wolfgang Schmidbauer (25. März 2024): “ … In der Studentenrevolte um 1968 haben die kommunistischen Gruppen – Maoisten, Leninisten, Stalinisten, Trotzkisten – einander weit mehr gehasst, als sie die Unpolitischen oder die Reaktionären gehasst haben. Das hängt mit Erwartungshaltungen zusammen. Menschen, die uns ähnlich sind, enttäuschen Erwartungen viel radikaler als Personen, die uns fernstehen und von denen wir „nichts Besonderes erwarten“. … „Es ist immer möglich, eine größere Menge von Menschen in Liebe aneinander zu binden, wenn nur andere für die Äußerung der Aggression übrigbleiben“, schreibt Sigmund Freud in seinem Essay „Das Unbehagen in der Kultur“. …“ | https://www.zeit.de/zeit-wissen/2024/02/narzissmus-unterschiede-sigmund-freud-aehnlichkeit-rivalitaet

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