… Wahrnehmung ist kein mechanischer Vorgang … Es wird ein falscher Konsens simuliert … Was ist nur los mit den Journalisten, die solche Beiträge verfassen? …
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“ … Realität, also alles Vorfindliche der Welt, ist sprachlich vermittelt. Dies betrifft nicht nur die Tatsachen und Gegenstände der Welt, sondern mehr noch die sozialen und kulturellen Gegebenheiten und deren Auswirkungen, zu denen beispielsweise auch Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Unfreiheit gehören. … Wittgenstein spricht … vom „Kampf gegen die Verhexung unsres Verstandes durch die Mittel unserer Sprache“. … Die Ohnmacht der Menschen, die sich angesichts erdrückender institutioneller Macht und bestehender Ungerechtigkeiten in sinkender Wahlbeteiligung, steigender Politikverdrossenheit und zunehmender Bereitschaft, radikale Ideen wieder aufleben zu lassen, ausdrückt, bildet die Problemgrundlage. Viele Menschen, die unter den gesellschaftlichen Bedingungen leiden, tendieren dazu, ihr Schicksal schweigend zu erdulden. Es besteht die Gefahr eines gesamtgesellschaftlichen Fatalismus. … Das menschliche Handeln stellt [ ] den Bedeutungshorizont der Sprache dar. … Der zentrale Punkt der Wittgensteinschen Betrachtungen … ist [ ] ein regelmäßiger Zusammenhang zwischen den Sprachspielen und den damit verbundenen Handlungen innerhalb einer Sprachgemeinschaft. … Wittgenstein beschäftigt sich … mit dem Aspektsehen: Die Voraussetzung dafür ist das „Bemerken eines Aspekts“ …“ | Aus einer Diplomarbeit von Huber Christian: „Wittgensteins Pädagogik: Fragmente einer Bildungskonzeption„, Karl-Franzens-Universität, Graz, 2013 | Quelle: https://unipub.uni-graz.at/obvugrhs/download/pdf/231693 // Kontext: Sprachspiel –> https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachspiel
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Fraktaltexte zum Journalismus – oder gegen die Verhexung unsres Verstandes durch die Mittel der Sprache:

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Stimme aus dem Off: Ein Echo aus der Zeit. Das Buch „Ideologie als Waffe. Inhaltsanalyse der Bild-Zeitung“ von Reinhard Bechmann, Karlheinz Maldaner, Ludger Loop und Joachim Bischoff erschien 1979 im VSA-Verlag (Hamburg). Es ging um die Bild-Zeitung: Gesellschaftliche Probleme – wie Wirtschaftskrisen oder Ungleichheit – werden nicht strukturell erklärt – stattdessen werden sie auf Einzelschicksale oder persönliche Fehler heruntergebrochen. Die Zeitung konstruiert klare Gut-Gegen-Böse-Muster. Politische Gegner, Streikende oder gesellschaftliche Randgruppen werden oft als Bedrohung für die „hart arbeitende Allgemeinheit“ dargestellt. Die Scheinbare Nähe zum „kleinen Mann“ vermittelt den Lesern das Gefühl, auf ihrer Seite zu stehen und „ihre Sprache“ zu sprechen – transportiert jedoch gleichzeitig Werte, die den Status quo der Reichen und Mächtigen sichern.
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Dabei geht es auch um „ … Das absichtliche (und wiederholte) Missverstehen, die Verzerrung und Verdrehung von Tatsachen und die Lüge als mediale Methoden untergraben jeden sachlichen Diskurs … „ | Aus: „Gegen die Lügen“ (14. Juni 2021) | Quelle: https://www.merkur-zeitschrift.de/2021/06/14/gegen-die-luegen/
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Ein Beispiel: “ … Im Oktober 1965 rief die SDS-Delegiertenkonferenz alle Studentengruppen zu Informationsveranstaltungen zum Vietnamkrieg auf. Wer dazu schweige, müsse sich klar sein, dass er eine Politik des Völkermords unterstütze. Am 5. Februar 1966 führten SDS, SHB, LSD und HSU eine Demonstration gegen diesen Krieg in West-Berlin durch. 500 der rund 2500 Teilnehmer zogen vor das lokale Amerika-Haus, blockierten den Zugang mit einem Sit-in, bewarfen die Fassade mit einigen Eiern und setzten die US-Flagge auf dem Dach auf halbmast. Obwohl sich alle Studentenverbände außer dem SDS davon distanzierten, nahmen die Zeitungen des Springerverlags den Vorfall zum Anlass für Hetzartikel gegen sie alle. …“ | Aus: „Westdeutsche Studentenbewegung der 1960er Jahre: Gegen den Vietnamkrieg“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Westdeutsche_Studentenbewegung_der_1960er_Jahre (17. April 2026)
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Stimme aus dem Off: Ich denke an den Aufruf der Bild-Zeitung kurz vor dem Attentat auf Rudi Dutschke vom 7. Februar 1968 (*): „Man darf auch nicht die ganze Dreckarbeit der Polizei und ihren Wasserwerfern überlassen.“ (* Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/anschlag-auf-die-permanente-revolution-100.html | „Anschlag auf die „Permanente Revolution““ Marcus Heumann, 11.04.2008)) – Wie lässt sich Erzählperspektive und die Selbstbezüglichkeit von Journalismus offenlegen? Gab es zu den Vorgängen eine Art Reflexion aus dem Hause des Springer-Verlags in den Jahren 1967–1968?
Antwort aus dem Off: Zeitungen wie Bild und B.Z. spiegelten die verlagseigene, streng antikommunistische Linie wider. Eine öffentliche Debatte darüber, ob die aggressive Wortwahl (wie „Terror der Jung-Roten“) den journalistischen Pressekodex verletzte, fand nicht statt. Jahrzehnte später holte der Verlag die versäumte Selbstbefragung nach, allerdings in Form eines kontrollierten Metajournalismus. Der Verlag versuchte, das historische „Springer-Tribunal“ in den eigenen Räumen mit Alt-68ern neu aufzurollen. Kritiker der taz [“ … Der Springer-Verlag scheitert mit seinem 68er-Tribunal – denn keiner wollte hingehen. …“ aus „Die Beleidigten“ von Steffen Grimberg (24.8.2009) | Quelle: https://taz.de/Springers-68er-Tribunal/!5157492/] bemängelten daran, dass der Verlag versuchte, sich die Deutungshoheit über die [ ] Kritik zu sichern. Mit der Digitalisierung der historischen Artikel schuf der Verlag immerhin ein Instrument der Transparenz, indem eigene fragliche Texte offengelegt wurden. Der Gebrauch von manipulativer Sprache, von extra gesetzten Zweideutigkeiten, von strategisch eingesetzter Unsachlichkeit ist im Journalismus weiterhin gegenwärtig.
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“ … Die Rolle des Springer-Verlags zur Zeit der bundesdeutschen Studentenrevolte harrt noch immer einer wissenschaftlich fundierten Analyse. Die [ ] erschienene Online-Dokumentation [https://www.medienarchiv68.de/] wird da nicht reichen. Allerdings hofft der Verlag …. auf einen „neuen Impuls für die weitere Debatte und eine wissenschaftliche Aufarbeitung.“ Und in der Tat: Ein Schlusssatz in der Diskussion um den Springer-Verlag und 68 fehlt bis heute. … “ | Aus: „Historische Zeitungsseiten gegen ein schlechtes Image“ Michael Meyer (16.01.2010) | Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/historische-zeitungsseiten-gegen-ein-schlechtes-image-100.html
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Kontext: “ … Wie es scheint, eine unendliche Geschichte. Gerd Koenen, Chronist der Protestbewegung, hat schon vor Jahren in seinem Buch „Das rote Jahrzehnt“ (2001) die Dialektik zwischen 68ern und Springer-Presse als „unauflöslichen double-bind von narzisstischer Selbstinszenierung und medialer Vermittlung“ beschrieben. Die „hysterischen Schlagzeilen, Berichte und Karikaturen von ‚B.Z.‘, ‚Morgenpost‘, ‚Welt‘ und ‚Bild'“ hätten den „jugendlichen Protestlern“ jene „umstürzlerische Bedeutung zurückgespiegelt, die sie sich selbst unbedingt zuschreiben wollten“. …“ | Aus: „Springer lädt 68er zum Tribunal“ Reinhard Mohr (02.07.2009) | Quelle: https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/kampf-um-meinungsmacht-springer-laedt-68er-zum-tribunal-a-633924.html
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“ … Die Doppelbindungstheorie beschreibt die lähmende, weil doppelte Bindung eines Menschen an paradoxe Botschaften oder Signale (Doppelbotschaften) und deren Auswirkungen. … Kommunikation bezieht sich nur scheinbar direkt auf die Umwelt. Tatsächlich bezieht sie sich nur auf die von ihr nach ihren eigenen Gesetzen wahrgenommene innere Abbildung der Umwelt, also letztlich auf sich selbst. Diese Selbstbezüglichkeit, auch als Selbstreferenzialität oder Autoreferenzialität bezeichnet, ist typisch für jede Kommunikation. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Doppelbindungstheorie
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Stimme aus dem Off: Ich stolpere oft über das Wort Perspektive. Wie lässt sich das Problem der Perspektive im Journalismus besser fassen?
Antwort aus dem Off: Um die eigene Rolle herauszuarbeiten, müssten sich Journalisten und Leser – also sich selbst – wie ein Rechercheobjekt betrachten. Das Ziel wäre es dann, die eigene Position, den eigenen Werdegang, die eigenen Lebensentscheidungen, den gesellschaftlichen Status, den Habitus mit kritischer Distanz aus mehreren Richtungen zu betrachten.
Frage aus dem Off: Also der eigene Werdegang als Teil der Journalistischen Perspektive? Wären wir dann zuletzt bei so etwas wie einer biografisch bedingten Aspektblindheit?
Antwort aus dem Off: Wahrnehmung ist kein mechanischer Vorgang. Den biographischen Werdegang einzubeziehen bedeutet ja nicht, die journalistische Distanz aufzugeben. Es bedeutet eher die Distanz zu sich selbst zu vergrößern. Es bedeutet zu erkennen, was die eignen blinden Flecken formt. Wer beispielsweise in einem sicheren, behüteten Umfeld aufgewachsen ist, hat vielleicht keinen ausgefeilten Blick für die subtilen Mechanismen von Ausgrenzung. Es ist dann leichter möglich den existenziellen Druck zu übersehen, den andere schon als Kinder fühlen. Dann bleiben beispielsweise Zuordnungen starr. Man befragt immer wieder die gleichen inadäquaten Experten, nutzt die gleichen Archivquellen und verfehlt dadurch den Kern der Sache. Es ist klar: Alles was blinde Flecken, die „Aspektblindheit“ aufdeckt erfordert Zeit. Manchmal hilft es bei sich selber den „Anwalt des Teufels“ zu spielen: Nehmen wir bewusst die radikale Gegenposition zu unserer eigenen Meinung ein. Suchen wir nach Argumenten, die diese stützen. Aber zugegeben – im Journalismus geht es eher um die Frage der blinden Flecken in den Redaktionen.
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Zufällig aufgelesener Impuls aus der Gegenwart als Kontext #1 (wir lesen Die Zeit):
“ … Linke widersetzen sich in Erfurt, Rechte marschieren in Schwerin auf. Warum sich junge Menschen im Osten gerade vor allem für die politischen Ränder begeistern. … Bildet sich da eine Generation Hufeisen heraus, eine, die hauptsächlich Ränder wählt und wenig Mitte? …“ | Von Katharina Osterhammer, Aus der ZEIT Nr. 34/2026 | https://www.zeit.de/2026/34/jugendproteste-afd-erfurt-linke-generation-schwerin
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Okapi1 (06.08.2026): „… die Überschrift und der Vergleich („Generation Hufeisen?“) [kann] den Eindruck erzeugen [ ] als stünden linke Protestbewegungen und eine Partei mit dokumentierten rechtsextremen Strukturen auf derselben normativen Ebene. Und die Hufeisentheorie, nach der sich extreme Linke und extreme Rechte ähneln oder politisch nahekommen, ist in der Politikwissenschaft umstritten. …“
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Dirk.B “ … Das ist nicht umstritten in der Politikwissenschaft, sondern widerlegt. …“
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oliver-Oliver: “ … Die sogenannte Mitte (bzw. die Parteien der Mitte) ist in den letzten Jahren immer weiter nach rechts gekippt, insofern weiß ich nicht, ob die Begeisterung für linke und Linke Themen wirklich für das beliebte Bild der Ränder herhalten kann und sollte. …“
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Kixxx (10.08.2026): “ … Ich habe einen Fehler in der Einleitung gefunden: Wer gegen Faschisten demonstriert, ist nicht „politischer Rand“ sondern DemokratIn. …“
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House MD (11.08.2026): “ … Der Artikel hat einige Schwächen. Erstens, die Fixierung auf den Osten. Das alles ist im Westen genau so, bloß nicht ganz so augenscheinlich. Aber den Osten als so eine Art exotisches Zululand zu framen, ist natürlich bequemer. Zweitens, was soll das „Rechts, Links, Mitte“-Schema? Wenn eine Regierung 40% der Wähler vor den Kopf gestoßen hat, sind dann nicht die Regierenden die in der Extremposition? Man könnte genauso sagen, dass die Regierung von Extremisten gestellt wird, die für sozialen Kahlschlag, umweltpolitische Gleichgültigkeit und einen gewissen Rassismus („Stadtbild“) stehen, während sie diejenigen, die zur privatflugzeugfliegenden „Mittelschicht“ oder zur erbenden Oberschicht gehören, konsequent begünstigt. …“
Kontext (und Gedankenausflug) #2 (Räumliche Bezüge: es muss ja nicht immer eine Fixierung auf den Osten sein): “ … Wieso tauchen nun mehr als 20 Jahre später wieder rechte Jugendgruppen in [Hamburg] Bergedorf auf? Um die Kontinuität extrem rechter Organisierung zu verstehen, dass Rechte sich trotz Brüchen und Jahren der Inaktivität, lokal halten, hilft der Blick in eine Studie. 2019 legten Davide Cantoni, Felix Hagemeister und Mark Westcott „Persistence and Activation of Right-Wing Political Ideology“ vor [In „Persistence and Activation of Right-Wing Political Ideology“ (2019/2020) untersuchten Davide Cantoni, Felix Hagemeister und Mark Westcott die langfristige kulturelle Kontinuität rechter politischer Einstellungen in Deutschland –> https://www.davidecantoni.net/pdfs/afd_draft_20190225.pdf], in der sie eine „starke Korrelation“ der Wahlergebnisse der NSDAP zur AfD feststellten. Die Studie möchte die AfD-Wahlerfolge nicht auf einen Aspekt verengen, sie hebt aber hervor, dass „kulturelle Traditionen“ von rechtsextremem Denken „über viele Generationen“ getragen werden kann. In Bergedorf erreichte die AfD bei der Bundestagswahl 2025 17,3 Prozent, in einzelnen Wahlbüros waren es zwischen 20 und 40 Prozent. … Seit Jahren, so Cantoni, sei wissenschaftlich dargelegt, dass eine Beziehung zwischen den Einstellungen der Eltern und Kindern besteht. Sie scheint auch räumlich verankert zu sein. … “ | Quelle: https://taz.de/Rechte-Jugendliche-in-Hamburg/!6203081/
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Dirk.B (10.08.2026): “ … Was genau ist denn bitte politischer Rand, wenn man sich für Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und gegen Faschisten einsetzt? Also Artikel 1 bis 16 (in seiner eigentlichen Fassung) befürwortet und sich dafür stark macht? Es macht mich immer wieder fassungslos, wie man sozial engagierte Menschen derart diffamieren und mit Extremisten und Terroristen der Rechten gleichsetzen kann, die Politiker töten, Wohnhäuser mit Menschen anzünden – und Millionen Deutsche aus dem Land werfen wollen. …“
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Briock (10.08.2026): “ … Es macht wohl einen riesen Unterschied, ob man FÜR Demokratie und Vielfalt, für soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz auf die Straße geht, oder man GEGEN Migranten, gegen Inklusion und gegen die Verfassung und unsere demokratischen Werte demonstriert und dabei von einer gesichert rechtsextremen Partei unterstützt wird. … Was ist nur los mit den Journalisten, die solche Beiträge verfassen? … ihr stellt junge Linke mit Nazis auf eine Stufe. …“
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Laus im Pelz: “ … Der Vergleich von Rechtsextremen mit politisch interessierten demokratischen Linken hinkt gewaltig! Ob Frau Osterheimer das jemals kapieren wird??? …“
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fmraaynk “ … Nein … „
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gelassen bleiben: “ … Die eigentlich interessante Frage lautet doch, warum sich Zeit-Redakteure so begeistern Linke Aktivisten mit Rechtsextremisten gleichzusetzen? …“
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Notiz und Kontext #3: Zur Hufeisentheorie und das Bild der Ränder — [“ … Das Modell stellt eine Nähe von Links- und Rechtsextremismus metaphorisch dar: Die Vertreter des Modells gehen davon aus, dass extremistische politische Haltungen aus eigentlich entgegengesetzten Lagern einander oft näher seien als den politisch moderaten Ausprägungen ihres jeweiligen „Feldes“. Nicht der Rechts-Links-Gegensatz sei entscheidend, sondern das Verhältnis zur „gemäßigten“ Mitte …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Politisches_Spektrum#Hufeisenschema]
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Kontext #4: “ … Der Begriff Extremismus der Mitte wurde von Seymour Martin Lipset in die Soziologie eingeführt. In seinem Buch Political Man (1959) schrieb er, dass der linke Extremismus seine Basis in den unteren Schichten und in der Arbeiterklasse habe, der rechte Extremismus in den Oberschichten verankert und der Faschismus in der sozioökonomischen Mittelschicht beheimatet sei. … In den 1990ern griff der Soziologe Wilhelm Heitmeyer den Begriff „Extremismus der Mitte“ wieder auf und eröffnete eine Debatte darüber, inwieweit Rechtsextremismus „aus der Mitte der Gesellschaft“ komme. Hans-Martin Lohmann publizierte 1994 den Sammelband „Extremismus der Mitte“, in dem verschiedene Autoren die These der „Anschlussfähigkeit einer Vielzahl neu-rechter Themen in der Mitte der Gesellschaft“ vertraten. …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Extremismus_der_Mitte (24. Februar 2026)
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Einwurf: „Landtagswahlen 2019: Vor allem Arbeiter wählten die AfD“ von Frauke Suhr (02.09.2019) | Quelle: https://de.statista.com/infografik/19203/welche-berufsgruppen-die-afd-waehlen/ // “ … Die AfD hat bei Arbeitern so gut abgeschnitten wie keine andere Partei. 38 Prozent von ihnen haben sie bei der Bundestagswahl gewählt – deutlich mehr als bei der letzten Wahl. …“ | Aus: „Ist die AfD die neue Arbeiterpartei?“ (25. Februar 2025) | Quelle: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/bundestagswahl-ist-die-afd-die-neue-arbeiterpartei
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Kontext #5 (Thema: Sahra Wagenknecht ): Stefan Reinecke (8.9.2022): “ … Sahra Wagenknecht betreibt in ihrer Rede im Bundestag AfD-Rhetorik. Dass Teile der Linksfraktion applaudieren, zeigt deren Orientierungsverlust. … Man kann auch mal Beifall von der falschen Seite bekommen. Bei Wagenknecht aber fragt sich, ob sie nicht längst die Seite gewechselt hat – hin zu einem putinaffinen Rechtsnationalismus mit sozialpopulistischer Garnitur. Dass Teile der Linksfraktion bei dieser Show die treuen Claqueure gaben, zeigt, wie weit ihr politischer Orientierungsverlust und ihr moralischer und intellektueller Verfall fortgeschritten sind. …“ | Quelle: https://taz.de/Wagenknecht-Auftritt-im-Bundestag/!5876807/
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Klaus Waldhans, 08.09.2022, 22:17 Uhr: “ … Wagenknecht fährt ja nicht erst seit dem 24. Februar mit einem Ticket, das auch jeder AFD’ler lösen könnte. Ob ihre Beschreibung von ’skurrilen Minderheiten‘ im Zusammenhang mit den Rechten von LGBT- Personen, die problematischen Aussagen zu Flüchtlingen, die unreflektierten Aussagen zu den Corona-Verfügungen und Impfungen, und aktuell die Einlassungen zum Krieg gegen die Ukraine, alles bewusst gesetzte Nadelstiche. Dabei ist doch gar nicht relevant, ob einige ihrer Aussagen zutreffen, wichtiger ist die Assoziierung und Provozierung, die in allen ihren Aussagen mitschwingt. Und da sie nicht auf den Kopf gefallen, ist, macht sie das bewusst und nicht zufällig. Warum die das macht, ist mir unerklärlich …“
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Alfonso Albertus, 08.09.2022, 22:44 Uhr: “ … @Klaus Waldhans: Sie macht das aus der Annahme heraus, daß der „kleine Mann“ mit derartigen Provokation wieder auf die sozialpolitisch linke Spur wechselt und bis zu einem gewissen Punkt muss man ihr dabei auch zu Gute halten, das dies in der Vergangenheit in sozialistischen Bewegungen auch genau so funktioniert hat. Anfang des 20sten Jahrhunderts ging es den Sozialisten weniger um Antirassismus oder Minderheitenrechte, sondern mehr um die ökonomischen Verbesserungen für die Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung. … „
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Herma Huhn, 09.09.2022, 07:23 Uhr: “ … @Alfonso Albertus: Frau Wagenknecht beweist nur gerade sehr deutlich, dass auch intelligente Menschen ihren Kompass verlieren können. …“
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Leningrad 09.09.2022, 08:44 Uhr: “ … @Herma Huhn: Und wer bestimmt, wessen Kompass der „richtig ausjustierte“ ist? …“
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zio pipo, 09.09.2022, 09:49 Uhr: “ … „Man kann auch mal Beifall von der falschen Seite bekommen.“ … Es gibt etliche Nazis unter Borussia Dortmund Fans. Soll ich mich deshalb automatisch von Dortmund distanzieren, nur weil auch ein paar Nazis Dortmund gut finden? …“
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„AfD und BSW: Höcke schlägt Wagenknecht als Thüringer Ministerpräsidentin vor“ | “ … »Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen«: Björn Höcke richtet sich an Sahra Wagenknecht. Im Thüringer Landtag haben AfD und BSW eine Mehrheit …“ (13. August 2026) | https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-08/afd-sahra-wagenknecht-bjoern-hoecke-bsw-thueringen
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_proeuropa: “ … Gratulation, Sahra! Merkst Du langsam, was Du anrichtest? …“
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drabe: “ .. uuh, spontaner Brechreiz …“
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celsiana: “ … Mich schaudert Frau Wagenknecht. Über ein solches Angebot der AfD würde ich persönlich vor Scham im Boden versinken, doch für Frau Wagenknecht machen sich ihre Anbiederungen … offenbar bezahlt. …“
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Kontext & Exkurs #6: Fragen zu den Diskursstrategien: “ … Es stellen sich Fragen. … wird ein Triggerpunkt bewirtschaftet, um Aufmerksamkeit zu generieren? … Welche Debatten stehen im Hintergrund? Wird ein reaktionärer, sexistischer oder rassistischer Mainstream verteidigt, oder ist ein emanzipativer Anspruch erkennbar? … Wie macht es aber unser Kulturstaatsminister Wolfram Weimer? Er schmeißt alles in einen Topf. In einem Gastbeitrag für die SZ bringt er die jüngsten Angriffe Donald Trumps auf Harvard, das Aussortieren Tausender Bücher wegen angeblicher Pornografie in den US-Bibliotheken, ja sogar die blutige Unterordnung der Künste in China und Russland zusammen mit der Kritik hierzulande an den Kabarettisten Dieter Nuhr, der Autorin J. K. Rowling sowie unkritischer Ausgaben von Karl May. Über das Ungleichgewicht der jeweiligen Machtverhältnisse kein Gedanke. … Links und rechts rücken bei Weimer sowieso zusammen, Hufeisentheorie, klar. Wie wenig sie zur Klärung der Sachlage beiträgt, zeigt sich in Weimers Text: Sensitivity Reading und rechtsradikaler Kulturkampf, moralische Bedenken und tatsächliche Verfolgung von Intellektuellen – sollte man da nicht differenzieren? Weimer kolportiert lieber eine seiner Lieblingsthesen, dass nur die bürgerliche Mitte Bedeutungsoffenheit und Vielfalt der Kunst verteidigt. Aber wann ist etwas „Shitstorm“ und wann „Mitte“? … “ | Aus: „Im tiefen Tal der Hufeisentheorie“ Dirk Knipphals (5.6.2025) | Quelle: https://taz.de/Kulturstaatsminister-Wolfram-Weimer/!6092417/
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Claude Nuage, 05.06.2025, 23:33 Uhr: “ … Wenn die Hufeisentheorie eine rechte Fantasie ist, dann erkläre mir einer, warum BSW und „Linke“ die gleiche Außenpolitik machen wie die Nazis von AfD und NPD. …“
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hinrich, 07.06.2025, 20:04 Uhr: “ … @Claude Nuage: Tun Linke und AfD nicht. Die Linke verurteilt den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Verweist auf internationale Solidarität und arbeitet darauf hin, dass die Ukraine zivil und über Sanktionen gegen Russland unterstützt wird. Zugleich hat sie schon lange einen Standpunkt gegen Waffenexporte in Kriegsgebiete. Die AfD verweist auf Nationalismus. Russland sei vom Westen bedroht worden (Nato-Osterweiterung). Sanktionen und Waffenexporte schaden „dem Volk“. Aus Nationalismus heraus soll mit Russland Frieden geschlossen werden. Die Klammer ist auch das Dogma des Ethnopluralismus. D. h., es könne mehrere „Völker“ geben, die ihre jeweilige Einflusssphäre besitzen und sich nicht „vermischen“. Die Standpunkte sind diametral verschieden. Die Gemeinsamkeit ist das Nein zu Waffenexporten. Jedoch auch das aus nicht zusammenzubringenden Motiven. Für mich ist das BSW keine linke Partei. Sie hierarchisiert Menschen und geht somit nicht von der Gleichwertigkeit der Menschen als Merkmal linker Politik aus. …“
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Henne Solo, 05.06.2025, 16:01 Uhr: “ … „Dass er [Wolfram Weimer] hier selbst als Kulturkämpfer auftritt, scheint er gar nicht zu bemerken.“ Wieso sollte er das nicht merken. Er hat sich doch als genau solcher beworben. Der Mann hat ein Pamphlet namens „das konservative Manifest“ verfasst, in dem er offen seine Hufeisenfixierung zur schau trägt, sich gleichzeitig autoritär und libertär gibt und mit Blut und Boden Argumenten daherkommt, während er den Antisemitismus der Linken (die im Gegensatz zu den Konservativen die Nazis bekämpft haben) und den Muslimen in die Schuhe schiebt und den (zumindest historisch) deutlich einflussreicheren Antisemitismus der Mitte leugnet [„Die konkrete Anmerkung bezieht sich auf die Frage, ob sich Wolfram Weimer demografische Sorgen um die „Fortdauer des eigenen Blutes“ mache, was in der Tat, wenn es zutrifft, eine reaktionäre Denkweise ist. Im Hintergrund steht der bissige Kommentar Jürgen Kaubes zur Berufung Weimers. Der Feuilletonherausgeber der FAZ hatte einige markante Stellen aus Weimers Buch „Manifest des Konservativen“ aufgezählt und dabei kritisch erwähnt, Weimer mache „sich demografische Sorgen um die ‚Fortdauer des eigenen Bluts‘ und die ‚biologische Selbstaufgabe‘ Europas“. …“ | https://taz.de/Kulturstaatsminister-Wolfram-Weimer/!6081483/]. Der Mann wurde genau deswegen ausgewählt. Es soll den deutschen die (nun mal tendenziell eher progressive) Kultur austreiben. Wenn wir dann wieder unter röhrenden Hirschen Heino hören, hat er sein Ziel erreicht. …“
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Tz-B, 06.06.2025, 09:28 Uhr: “ … @Henne Solo: Es gab durchaus Konservative im Widerstand gegen Hitler. Und bitte nicht immer Kritik an Israel – an Netanjahu – mit Antisemitismus gleichsetzen. …“
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Kontext zu sprachlichen (textlichen) Methoden #7
Hedges (Hecken), Framing (Interpretationsrahmen) und Priming (Anbahnung)
Frage aus dem Off: Bei vielen Positionsdebatten überkommt einem leicht das Gefühl von Verwirrung durch die Unschärfe der durcheinandergeworfenen Begriffe – Für das Benutzen von Unschärfe bei Worten und Bedeutungen gibt es in der englischen Sprache ein Wort: Hedges – Was für eine Rolle spielen Hedges im Journalismus?
Antwort aus dem Off: Sprechen wir zunächst über Priming – zu Deutsch über die Anbahnung. Priming nennt man eine erste unbewusste Beeinflussung des Adressaten, des Lesers durch eine Botschaft. Die Anbahnung (das Priming) ist dafür da, dass bestimmte Textinhalte ihren Weg auf gewünschte Weise ins Gedächtnis, ins Bewusstsein finden. Kommen wir zu den Hecken – den Hedges. Die Linguistik untersucht schon lange, wie Sprecher, Autoren, Journalisten Bedeutungsunschärfe durch Hedges steuern. Der Begriff Hedges wurde 1972 von dem Linguisten George Lakoff [George Philip Lakoff (* 24. Mai 1941 in Bayonne, New Jersey) –> https://de.wikipedia.org/wiki/George_Lakoff] in die Sprachwissenschaft eingeführt. Er definierte Hedges als Wörter oder Phrasen, deren Aufgabe es ist, Gegebenheiten mehr oder weniger gezielt unscharf zu machen. Hedges verändern den Inhalt – die Proposition – den Aussageinhalt eines Satzes. Sie modifizieren die Zugehörigkeit eines Gegenstands zu einer Kategorie. Sprechende oder Autoren setzen Hecken selten aus Unvermögen ein, sondern meist strategisch, um komplexe kommunikative Ziele zu erreichen. In der journalistischen Arbeit sind Hedges ein tägliches, manchmal aber auch unbewusst genutztes Werkzeug. Durch Hecken steuern Autoren den Glaubwürdigkeitsgrad und den Interpretationsrahmen – das Framing – einer Nachricht. Beispiel: „Der Kanzler wirkt bei seiner Krisenbewältigung ein Stück weit überfordert.“ Der kognitive Effekt ist: Durch das „ein Stück weit“ schwächt der Journalist das harte Urteil „überfordert“ scheinbar ab. Kognitiv passiert jedoch das Gegenteil: Das Konzept der „Überforderung“ wird erfolgreich im Kopf des Lesers verankert. Ein anderes Beispiel: Eine hochgradig spekulative oder ehrverletzende Behauptung wird aufgestellt, aber durch ein Fragezeichen am Ende formal in eine Frage umgewandelt: „Prügel-Drama bei Promi-Paar? Hat ER sie geschlagen?“ – Das Gehirn des Lesers verarbeitet diese emotionale Information „Prügel-Drama“, „geschlagen“ sofort bildhaft und speichert den Verdacht ab – die Anbahnung, das Priming findet statt. Die Hecke – hier das Fragezeichen – wird kognitiv meist überlesen. Juristisch ist das Journalistische Medium jedoch abgesichert, da es keine Tatsachenbehauptung aufgestellt, sondern „nur eine Frage gestellt“ hat. Ein anderes Beispiel: Die Hecke „Ganz Deutschland“ ist fast eine totale Generalisierung, ebenso wie „Die Deutsche Wirtschaft“ hier werden semantische Unschärfen strategisch eingesetzt und erzeugt beim Leser das Gefühl einer Norm. Es wird ein falscher Konsens simuliert.






















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