[Zur Ontologie des nicht Seienden #19… ]

Marlen Hobrack (26.04.2017): “ … „Sie klingen in dem Text gar nicht wie sie selbst“, sagte mir der Redakteur, und ich verzweifelte ein bisschen über die Frage, wie ich denn klinge. … Ein Facebook-Freund teilt mir mit, ich sei nicht mehr die, die ich einmal war, womit er meint, dass ich Meinungen vertrete, die er mir nicht zugetraut hat, und über die er nun erzürnt ist. Dabei kennt er mich gar nicht. Ich selbst kenne mich jedenfalls gut genug, um zu wissen, dass das Ich, das er zu kennen glaubte, nie existierte. …“ | https://www.marlen-hobrack.de/2017/04/26/ich-selbst-sein/

lemonhorse / 20 Februar 2018 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo / 0 Comments

lemonhorse / 18 Februar 2018 / Akustische.Wellen, Found.Stuff, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Zur Dopaminmaschine #1… ]

Christian Stöcker (11.02.2018 ): “ … Der Algorithmus optimiert das Angebot für maximale Sehdauer, „nicht für das, was wahr, ausgewogen oder gut für die Demokratie ist“, so der ehemalige Entwickler. … Bei YouTube laufen Videos über Selbstmordattentäter gut, Horrorversionen von Kinder-Cartoons, Verschwörungstheorien. All das, was man Facebook seit der US-Wahl vorgeworfen hat, trifft auf YouTube mindestens ebenso zu – was daran liegt, dass beide Plattformen von Algorithmen sortiert werden, die auf „Engagement“ hin optimieren. Dabei werden verhaltenspsychologische Methoden eingesetzt, die Interaktion ohne Denken möglichst einfach machen sollen. … Natürlich gibt es schon lange Medien, denen es primär um Reichweite geht – eine der ersten Billigzeitungen der USA im 19. Jahrhundert machte Auflage mit erfundenen Geschichten über dauergeile Mondwesen. Damals aber mussten Verleger noch raten, welches Gift dem Publikum besonders gut schmecken würde. Heute macht man das empirisch, mit globalen Maschinen, die aus einem ständig wachsenden, kostenlosen Fundus an Schrott und Horror die messbar quotenträchtigsten Häppchen heraussuchen und automatisch servieren. … Auf den Hinweis, dass der Empfehlungsalgorithmus offenbar Trump gegenüber Clinton bevorzugte, antwortete eine YouTube-Sprecherin dem „Guardian“, das reflektiere eben „das Zuschauerinteresse“. …“ | http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/youtube-facebook-co-sehend-ins-verderben-kolumne-a-1192615.html

clausde (11.02.2018):“ … Machen wir nicht einen gedanklichen Fehler wenn wir Klicks mit zustimmenden Interesse gleichsetzen? Ich schaue mir durchaus Videos z.B. über Flat Earther an. Aber nicht weil ich nicht wüsste, dass unser Planet ein Geodit ist, sondern weil mich interessiert welcher Typ Mensch dahinter steckt der an solche Dinge glaubt. Welche Argumente verwendet werden, wie solche manipulativen Videos aufgebaut sind usw. usw. Und das mache ich auch bei anderen völlig abstrusen Themen. Ich bin sicher nicht der Einzige der sich ab und an die Zeit nimmt, die verrückten digitalen Auswüchse der Menschheit kritsch anzusehen. Ein großer Teil unserer digitalen Welt wird durch Werbung finanziert. Was Werbung kosten soll entscheidet die Reichweite des Mediums. Eine Messgröße im Netz sind die Anzahl der Klicks und der Verbleib auf dem Medium. Und genau diese Daten sind für den Grund des Interesses des Nutzers, nicht ausschlaggebend. Anders ausgedrückt: Fahre ich von A nach B nutze ich z.B. eine Autobahn genau wie viele andere Autofahrer. Was wir gemeinsam haben ist die Nutzung der Autobahn. Was wir nicht gemeinsam haben ist das Ziel und der Grund der Nutzung. In der digitalen Welt meinen wir zu erkennen, welche Ausfahrt jemand nimmt (Nutzung des Inhaltes), welches Ziel er ansteuert. Das ist unser Trugschluß. …“ | http://www.spiegel.de/forum/wissenschaft/youtube-facebook-%26-co-sehend-ins-verderben-thread-712223-1.html#postbit_62540122

kaic (11.02.2018): “ … der Medienkonsum soll kontrolliert werden? – Der Autor drückt den Wunsch nach Inhaltskontrolle zwar nicht aus, impliziert das aber deutlich. Der Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen ist, dass Erwachsene nun mal eigenverantwortlich handeln, auch wann manchen das nicht passt. Dem Wortlaut des Autors folgend, währe es ‚Demokratie‘ förderlich wenn einige Eliten die Hand auf den veröffentlichten Inhalten hätte, wie es bei Rundfunk und Print der Fall ist. Zu deren Leidwesen findet man bei YouTube und Co auch fundierte Analysen und Informationen über Lobbyismus, representative ‚Demokratie‘ und den miesen Filz zwischen Regierung/Konzernen/Medien. Schon allein Horror und „Verschwörungstheorie“ in einem Satz zu nennen belegt die Intention dieses Artikels eindeutig. …“ | http://www.spiegel.de/forum/wissenschaft/youtube-facebook-%26-co-sehend-ins-verderben-thread-712223-1.html#postbit_62540374

oidahund (11.02.2018): “ … YouTube und der ganze Content (Nützliches und auch „Schmarrn“) sind Ausgruck einer freien Gesellschaft! Wer an VT glauben will, der soll es doch tun – war an Götter glaubt, der soll es tun […] wer die eine freie Gesellschaft abschaffen will, der will die Informationen kontrollieren, die der Gesellschaft zur Verfügung stehen. […] Wer sein Gehirn mit Müll füttern will, der findet überall davon genug: entsprechende Zeitschriften und Bücher, Fernsehen und auch im Internet (egal ob video-Plattform oder Websites). Dagegen hilft nur, auch wenn es mühsam ist, Auklärung. …“ | http://www.spiegel.de/forum/wissenschaft/youtube-facebook-%26-co-sehend-ins-verderben-thread-712223-2.html#postbit_62542019

Anthropos (11.02.2018): “ … Ein erster Hinweis auf diese Gefahr ist das merkwürdig befremdende Gefühl, das einen zunehmend häufig überkommt, wenn man in einem öffentlichen Raum (Ubahn, Café) die in unbeirrbarer Faszination massenhaft auf ihre Bildschirme starrenden Leute sieht. Die Begründung für dieses Potenzial liefert der Autor eigentlich gleich mit: Anders als jedes andere Suchtmittel stellen sich die genannten Medien individuell auf ihre Nutzer ein. Je länger der Nutzer es gebraucht, desto passender werden die Trigger. …“ | http://www.spiegel.de/forum/wissenschaft/youtube-facebook-%26-co-sehend-ins-verderben-thread-712223-3.html#postbit_62543916

Smartphone wirkt auf Kinder wie eine Droge (2. Oktober 2015 ):“ … Vor allem die Rasanz der Entwicklung beeindruckt Vorderer. „Innerhalb weniger Jahre hat es einen wahnsinnigen Schub gegeben“, sagt er. Das Smartphone habe inzwischen alle Lebensbereiche erfasst. Selbst beim romantischen Dinner liege das Gerät auf dem Tisch, manche nehmen das Smartphone mit ins Bett, morgens ist es das erste, mit dem sich sein Besitzer befasst. … „Wir haben eine dynamische neue Technologie mit großen Auswirkungen auf den Alltag, aber wissen noch nicht, wie wir uns dazu verhalten sollen“, so Vorderer. …“ | http://www.rp-online.de/leben/gesundheit/news/smartphone-wirkt-auf-kinder-wie-eine-droge-aid-1.5438402

Alexander Markowetz (15. September 2015): “ … Uns wird langsam bewusst, was wir da eigentlich tun. Als wir letztes Jahr unser Menthal-Projekt gestartet haben, gab es ein riesiges Interesse daran. Das hat gezeigt: Es gibt ein Unwohlsein in der Gesellschaft, das sich aufgestaut hat. Die Leute wollen über dieses Thema reden. Man muss ihnen gar nicht sagen: „Ihr habt da ein Problem“ – das ist ihnen längst klar. … Dieser „Homo Digitalis“, der den Großteil seiner Funktionalitäten durch digitale Medien abwickelt, ist bei den 17- bis 25-Jährigen der Standard. … Apps wie beispielsweise Tinder machen uns abhängig. Wir bekommen immer wieder neue Gesichter zur Bewertung angeboten. Mal hübsche, mal hässliche. Das lässt uns immer weitermachen, weil wir immer wieder einen neuen Überraschungsmoment erleben wollen. Dieser Dopaminschub treibt uns an. … Tinder ist de facto ein Glücksspielautomat. Es geht schließlich noch nicht mal darum, dass man sich hinterher trifft. Und indem Tinder Ihnen immer nur eine bestimmte Zahl an Frauen anzeigt, werden Sie immer wieder aufs Neue in die App gelockt. Das wird zu einem unterbewussten Automatismus. Bei einem News-Junkie ist es dasselbe: Er geht immer wieder in Nachrichten-Apps, um zu schauen, was es Neues gibt. Würde er die News hingegen schon morgens komplett als PDF bekommen, würde er sich nicht dafür interessieren. Es geht ihm also gar nicht um die Nachrichten als solche, sondern nur darum, seine Dopaminmaschine irgendwie am Laufen zu halten. Und darauf setzen alle diese Apps. … Ich glaube, dass es zum Beispiel in Partnerschaften oder unter besten Freunden extrem sinnvoll ist, darüber nachzudenken, wie man kommunizieren will. … Das Zentrale an dieser gesamten Digitalisierung ist doch: Die Digitalisierung ist keine einmalige Revolution, die irgendwann vorbei ist und an deren Ende man irgendwann angekommen ist, sondern sie frisst alle fünf Jahre ihre Kinder. Wir müssen lernen, mit diesem Wandel umzugehen. Und dieser Wandel wird im Zweifelsfall immer noch schneller und radikaler. … “ | https://www.aachener-zeitung.de/lokales/region/wenn-das-handy-den-alltag-bestimmt-die-neue-droge-heisst-smartphone-1.1180011 (‚Wenn das Handy den Alltag bestimmt: Die neue Droge heißt Smartphone‘, Tobias Goltz (15. September 2015))

Simon Hurtz (14. Februar 2018): “ … In seinem Song „Ten Crack Commandments“ stellt Rapper Notorious B.I.G. zehn Regeln für Drogendealer auf. Tipp Nummer vier: „Never get high on your own supply!“ Lass ja die Finger von dem Zeug, das du verkaufst! … Risiken und Nebenwirkungen von Smartphones und sozialen Medien sind weniger offensichtlich. Doch [ ] im Silicon Valley regt sich Widerstand, und er wird immer stärker. Anfang Februar riefen etliche prominente Tech-Entwickler das Center for Humane Technology ins Leben. „Technologie nimmt unseren Verstand und die Gesellschaft in Geiselhaft“, warnen die Gründer. … Harris spart nicht an drastischen Vergleichen: Moderne Technologien … [wie] Facebook, Youtube und Snapchat löse[n] eine „Erosion menschlichen Denkens“ aus. Die Abhängigkeit der Nutzer von ihren Geräten und Apps sei das „drängendste Problem der Gegenwart“, das zwischenmenschliche Beziehungen und sogar die Demokratie schädige. … Facebook und Instagram nutzten die Verletzlichkeit der menschlichen Psyche gezielt aus. … Justin Rosenstein … vergleicht Snapchat mit Heroin … Das sehnsüchtige Warten auf Facebook-Likes nennt er ein „Pseudo-Vergnügen“, ebenso oberflächlich wie verführerisch. Das ist bemerkenswert, denn Rosenstein hat den Like-Button 2007 miterfunden. „Es kommt oft vor, dass Menschen mit den besten Absichten Dinge erfinden, die später negative Auswirkungen haben“, sagte er dem Guardian. Seine frühere Kollegin Leah Perlman, ebenfalls an der Entwicklung des Like-Buttons beteiligt, nutzt mittlerweile eine Browser-Erweiterung, die den Facebook-Newsfeed blockiert. … Sie selbst will den Newsfeed nicht mehr anschauen. Sie sagt: „Ich checke [Facebook] und fühle mich schlecht.“ … Der ehemalige Facebook-Manager Chamath Palihapitiya fühlt „ungeheure Schuld“, weil er mitgeholfen habe, Werkzeuge zu entwickeln, die den sozialen Zusammenhalt zerstörten. Facebooks „Dopamin-getriebene Feedback-Loops zerstören die Grundlagen unserer Gesellschaft“, sagte Palihapitiya auf einer Stanford-Veranstaltung im vergangenen November. … “ | Aus: „Silicon Valley – Liebe Menschheit, es tut uns leid“, Quelle: http://www.sueddeutsche.de/digital/silicon-valley-liebe-menschheit-es-tut-uns-leid-1.3866283

lemonhorse / 15 Februar 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Aber Wissen ist hier Ohnmacht #1 … ]

“ … Grundlage der Neuen Phänomenologie ist eine Wiederentdeckung der unwillkürlichen Lebenserfahrung ausgehend von dem, was jeder Mensch vortheoretisch an seinem eigenen Leib spürt. …“ | Aus: „Phänomenologie“, Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%A4nomenologie#Ph.C3.A4nomenologie_des_Fremden (06/2007)

“ … Der Kritische Rationalismus ist eine von Karl R. Popper begründete philosophische Denkrichtung. Er ist aus eigener Sicht eine Lebenseinstellung, „die zugibt, daß ich mich irren kann, daß du recht haben kannst und daß wir zusammen vielleicht der Wahrheit auf die Spur kommen werden“ … “ | Aus: „Kritischer Rationalismus“, Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kritischer_Rationalismus (10/2007)

Süddeutschen Zeitung (15. Februar 2018): “ … Die Schauspielerin Heike Makatsch hält die aktuelle „Me Too“-Debatte für zu aufgeheizt. „Es kommt mir so vor, dass gerade jeder differenziertere Gedanke zum Thema, der vielleicht auch mal eine Ambivalenz benennt oder sogar eine Lanze bricht für die Gegenseite, so an den Pranger gestellt wird, dass es fast schon etwas von einer Meinungsdiktatur hat“, sagte Makatsch im Interview … Im Kern der Sache geht es aber um etwas viel Größeres: es geht um die Ausnutzung von Machtverhältnissen.“ … Die Frage sei aber, was es für die Kunst bedeute, „dass so viele Männer im Kulturbetrieb schuldig gesprochen werden“. Sie heiße es selbstverständlich nicht gut, „wenn ein Regisseur Frauen erniedrigt, ich meine aber schon, dass es Künstlerpersönlichkeiten gibt, mit denen die Arbeit nicht immer ein Vergnügen ist. Und das sind oft die Interessanteren.“ … “ | http://www.sueddeutsche.de/panorama/interview-zur-metoo-debatte-makatsch-die-metoo-debatte-ist-zu-aufgeheizt-1.3868348

Le Mepris AKA Contempt (Jean-Luc Godard, 1964)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Verachtung

Bernadette Weimer (08.02.2018): “ … Das Frankfurter Gallus-Theater inszeniert „Blaubart – Hoffnung der Frauen“. Es ist ein Drama über die leidenschaftliche Maßlosigkeit und ihre Folgen. … In Dea Lohers Drama – anders als im Märchen – tragen die Frauen allerdings irgendeine Mitschuld an ihrem Tod. Sie wollen Blaubart verführen und projizieren all ihre Wünsche, Träume und Sehnsüchte nach Mitgefühl und Liebe auf einen durchschnittlichen und einfachen Damenschuhverkäufer. „Vielleicht wollte Dea Loher damit zeigen: Der Mann ist an sich profillos, nur eine Projektionsfläche für Sehnsüchte“, überlegt Gonszar. …“ | http://www.fr.de/rhein-main/freizeit/gallus-theater-in-frankfurt-liebe-ohne-grenzen-a-1444037 | Impuls via

Sven Reichardt:(2006): “ … Die Grundidee der Subjektivität und Introspektion in den „Männerphantasien“ lautete, sich seines persönlichen Umgangs mit der Sexualität bewusstzuwerden, um möglichen psychologischen Abhängigkeiten von der Elterngeneration, aber auch von der kapitalistischen Medien- und Konsumindustrie zu entkommen und die eigenen sadomasochistischen Charakterstrukturen abzubauen. … so wollte man, wie Theweleit im Rückblick erläutert, „auch an den in einem selbst vergrabenen Gewaltkomplex herankommen“. … Der Erfolg des Buches gründete auf dem Schock, dass „welche von uns“ zu Terroristen wurden. Theweleit hat selbst Verbindungen zur gewaltbereiten Szene im Alternativmilieu und zum Umfeld der RAF hergestellt. Deren kaltherzige Bespitzelung der eigenen „Genossen“ und deren maßloser Hass erinnerten ihn an nationalsozialistische Machenschaften“ … | Aus: „Klaus Theweleits „Männerphantasien“ – ein Erfolgsbuch der 1970er-Jahre“ (Archiv Heft 3/2006 ) | http://www.zeithistorische-forschungen.de/site/40208708/default.aspx

Manu Schon (12.2.2018):“ … Der Pornofilm, der die Verbreitung des Oralsex eingeleitet hat, war der Film „Deep Throat“. … Ein (liberal-)feministischer Blog bezeichnete die Hauptdarstellerin des Filmes, Linda Lovelace, vor einigen Jahren als „wichtige Akteurin des Blowjobs“ was zu einigem Widerspruch führte, da Linda Boreman, wie sie wirklich hieß, ein Vergewaltigungsopfer und eine zwangsprostituierte Frau war, und sich in den USA den (radikal-)feministischen Kämpfen gegen die Pornographie und die Industrie angeschlossen hatte. … Alle Versuche in der Schauspielerei Fuß zu fassen scheiterten, da immer wieder – entgegen jeglicher vorheriger Absprachen – versucht wurde sie in eine Sexszene zu drängen. In zahlreichen Fernsehauftritten wurde sie gedemütigt und immer wieder gefragt ob es ihr denn nicht wenigstens ein bisschen Spaß gemacht habe. Dabei stellte sie fest: „Während Frauen grundsätzlich dazu tendierten mir zu glauben, waren die meisten Männer überzeugt, dass ich die Unwahrheit sagte.“ (S. 173) … Bis zu ihrem Tod im Jahr 2002 im Alter von 53 Jahren engagierte sie sich für die Abschaffung der Pornographie. Sie wurde vom US-Kongress angehört und glaubte fest an das Erreichen des gemeinsamen Ziels. Wenn wir über die Mitverantwortung der Gesellschaft für das Leid in der Sexindustrie nachdenken, sollten wir niemals Lindas Worte vergessen: „Linda wurde zwar gezwungen zu lächeln, aber kein Zuschauer wurde gezwungen, dieses Lächeln für bare Münze zu nehmen“ (S. 8) …“ | https://diestoerenfriedas.de/niemand-wurde-gezwungen-ein-laecheln-fuer-bare-muenze-zu-nehmen/

Paul Robinson (nytimes.com, 1987): “ … MALE FANTASIES Volume One: Women, Floods, Bodies, History. By Klaus Theweleit. … His central contention is that the Freikorps soldiers were afraid of women. Indeed, not just afraid, they were deeply hostile to them, and their ultimate goal was to murder them. Women, in their view, came in only two varieties: Red and White. The White woman was the nurse, the mother, the sister. She was distinguished above all else by her sexlessness. The Red woman, on the other hand, was a whore and a Communist. She was a kind of distillation of sexuality, threatening to engulf the male in a whirlpool of bodily and emotional ecstasy. This, of course, was the woman the Freikorps soldier wished to kill, because she endangered his identity, his sense of self as a fixed and bounded being. In this manner Mr. Theweleit links the Freikorps soldiers‘ fantasies of women to their practical life as illegal anti-Communist guerillas: the Republic had to be destroyed because it empowered the lascivious Red woman, while it failed to protect the White woman’s sexual purity. … Mr. Theweleit is one of those intellectual mavericks, who, while he does not always respect the conventions of scholarship, may have captured a glimpse of our souls. …“ | From: „THE WOMEN THEY FEARED“ (1987) by Paul Robinson, a professor of history at Stanford University, is the author of „Opera and Ideas: From Mozart to Strauss“ | http://www.nytimes.com/1987/06/21/books/the-women-they-feared.html

Stefan Höppner (21.11.2016): “ … Zu den erstaunlichen Befunden von Theweleits Arbeit gehörte die Erkenntnis, wie sehr sich die damaligen Texte der prominenten und der längst vergessenen Autoren bis ins Detail, genauer, bis ins letzte Klischee glichen. Das begann mit der „roten Flut“, die es mit dem eigenen Körper aufzuhalten gelte, bis zur Aufteilung der Frauen in die ätherische „weiße Krankenschwester“, die sie selbst keinerlei Verlangen zu spüren scheint, und die kommunistische „Hure“ – ähnlich wie die gute, menschliche und die böse Roboter-Maria in Fritz Langs Metropolis. … Zugleich waren die Männerphantasien jedoch ein Buch über die Gegenwart. Zum einen lebten viele der Protagonisten noch, wie Jünger und Niemöller, und gehörten zu den Honoratioren sowohl der alten Bundesrepublik als auch, in deutlich geringerem Maße, der DDR. Nicht alle sahen es gern, wenn ihre Vergangenheit aufgearbeitet wurde. Zum anderen ließ sich das Buch auch als Kritik an einem unreflektierten Machismo lesen, der auch in der 68er-Bewegung, aus der Theweleit kam, an der Tagesordnung war. …“ | http://literaturkritik.de/id/20888

Herbert Krogmann (4. Mai 1962): “ … Zwei Absätze aus „Gärten und Straßen“ waren für mich in der Beschäftigung mit Jünger Schlüssel zu seiner Haltung, an der in Deutschland noch immer viel herumgerätselt wird. Der eine Absatz lautet: „Am Abend Post, darunter eine bedeutende Konfession. Selbst wenn man dergleichen nicht beantwortet, erfüllt man durch den Akt des Lesens eine wichtige Aufgabe.“. Der andere Absatz lautet: „Unter der Geburtstagspost ist auch ein Brief von einer Gräfin B., der gute Sätze wie die zwei folgenden enthält: ‚Es ist ja letzten Endes so, daß wir als Frauen nicht die Ideen als solche, lieben, sondern die Männer, die danach geformt sind und die dahinter stehen. Der Krieg ist nicht schön, aber wir lieben die Männer, die ihn machen, während die Pazifisten scheußlich sind‘.“ …“ | http://www.zeit.de/1962/18/der-schriftsteller-und-philosoph-ernst-juenger/komplettansicht

Rudolf Augstein (19.12.1977): “ … Opfer, mehr als die Männer selbst, sind die Frauen, deren Wirklichkeit von Theweleit ausgespart bleibt. Sie kommen nicht als eigene Wesen vor, sondern nur als die Ausgeburten männlicher Phantasie. Was er anhand seiner Freikorpsmänner und sonstiger „faschistischer“ Militärpersonen und -schriftsteller (unter ihnen der Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß und der junge Goebbels), was er aus Briefen, Selbstbiographien und Romanen zu Tage gefördert hat, muß auch jenen männlichen Leser verblüffen, der sich bislang für einen „Nicht-Faschisten“ gehalten hat. … Der „nichtfaschistische schöpferische Mann“ (Theweleit nennt uns, offenbar als den Normalfall, Bertolt Brecht) hilft sich aus der Klemme der zu bekämpfenden „falschen Gefühle“, indem er die Gefährtin alle zwei Jahre wechselt oder sie zu wechseln sich vornimmt. Auf wessen Kosten, muß wohl nicht erst gesagt werden. Brecht mit seiner unerschöpflichen Produktivkraft war seine eigene Fabrik, in der er die Frauen übel ausgebeutet, abgerichtet und zugerichtet hat. … Ein vermischendes, ein entgrenztes, ein verschwenderisch überfließendes Diagnostizieren der männerrechtlichen Eroberungskultur, eine Mehr-als-Doktorarbeit. Aber Wissen ist hier Ohnmacht. …“ | http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40680546.html

Bert Rebhand (6. Februar 2018): “ … Von dem Künstlerpaar Jean-Luc Godard und Anna Karina gibt es eine berührende Szene. Viele Jahre nach dem Ende ihrer Beziehung sitzen sie in einer Talkshow und erinnern sich an die Zeit ihrer gemeinsamen Arbeit in den Sechzigerjahren. Godard sagt dabei einen für ihn entscheidenden Satz: „Alles, was ich ihr geben konnte, waren Filme.“ Was er Anna Karina also nicht geben konnte, war ein Leben. Schon gar nicht ein gemeinsames, glückliches. Die Filme, die Godard damals mit Anna Karina in der Hauptrolle gemacht hat, sind längst Klassiker … Godard selbst berief sich auf Josef von Sternberg, der in Marlene Dietrich ein Modell und eine Muse hatte, die er ganz nach seinen Vorstellungen zu gestalten versuchte. Der männliche Künstler und das weibliche, formbare Wesen, von dem Inspiration und erotische Energie ausgehen, das ist ein Topos, der bis in die Gegenwart wirkt und der noch immer dazu beiträgt, dass kreative Männer meinen, sich Freiheiten herausnehmen zu können …“ | https://derstandard.at/2000073760805/Der-Regisseur-als-Tyrann-zwischen-Kunst-und-Leben

saxxoo (06.02.2018): “ … Wie gehen Frauen mit Frauen um? Und Männer mit Männern? – Jeder weiß, dass der machtbesessene Regisseur auch bei den männlichen Schauspielern die totale Unterwerfung verlangt und mit Verunsicherung und Erniedrigung arbeitet. Und Frauen? Sie kämpfen mit feineren Waffen. Nicht großen Messern sondern feinen vergifteten Nadeln. Deren Einstiche im Nachhinein nicht merkbar sind – deren Wirkung jedoch genauso vernichtend ist. …“

Eurokater (06.02.2018): „… Das Einzige, das für die modernen Gesellschaften einen höchst peinlichen Befund darstellt, um diesen peinlichen Text kurz zu zitieren, sind Autoren, die zwischen Werk und Mensch dahinter nicht mehr unterscheiden können oder wollen. … Mir graut vor der neuen Zeit der digitalen Pranger und verspäteten Rachefeldzügen. Bilder werden aus Museen entfernt, Gedichte von Wänden gestrichen und Schauspieler aus Filmen geschnitten …“

Freakwently asked Questions (06.02.2018): “ … Es ist nicht sexuelle Unersättlichkeit per se, sondern ein durchaus pathologischer Don Juanismus der sich öfter mal bei Künstlern findet. Allerdings gibt es auch einfach viele, mehr oder weniger begabte, Arschlöcher die, schlicht und ergreifend, ihre Machtposition ausnutzen. Niemals aber gilt sexuelle Unersättlichkeit als AUSWEIS für Genialität. …“
Kommentare zu: „Der Regisseur als Tyrann zwischen Kunst und Leben“ (6. Februar 2018)

Philipp Holstein (4. Mai 2013): “ … Die „Männerphantasien“ sind heute ein Klassiker. Theweleit mischt Popkultur, Psychoanalyse und Poststrukturalismus und entwirft eine Theorie des Faschismus, indem er die Schriften etwa Ernst Jüngers einer neuen Lektüre unterzieht. Das Verfahren ist ebenso wichtig wie die Form: Der Freistil-Wissenschaftler bedient sich bei der hohen Kunst, im Comic und an zeitgenössischem Werbematerial. Er trägt Thesen wie ein Rapper vor, rockt Argumente herunter, kommt vom Hundertsten ins Tausendste und ergänzt den atemlosen Endlos-Text um Bilder. … Die Königstochter als Opfer der Landnahme – dieses Muster entdeckt Theweleit nun in Dutzenden vorhomerischer Mythen, und die Geschichten von Leda, Europa, Danae und Alkmene scheinen ihn zu bestätigen. So ist das bei Theweleit: Alles klingt logisch, und weil er gut in Fahrt ist, macht er erst in der Gegenwart Halt. James Camerons Film „Avatar“ sei ein weiterer Beleg für seine These, dass die abendländische Kultur auf sexueller Unterdrückung gründe. Die Klassik habe die alten Griechen verherrlicht; Jason und Herakles seien in Wahrheit Räuber und Vergewaltiger gewesen. …“ | http://www.rp-online.de/panorama/wissen/der-allesdenker-klaus-theweleit-aid-1.3375218

lemonhorse / 8 Februar 2018 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Alessandro Alessandroni (1925 – 2017)… ]

Alessandro Alessandroni (Italia, 1974) – Prisma Sonoro

Jim Falcione (1 year ago): Sublime!
Surge Álvez (1 year ago): The abstractness!
Manny Sunny Sun (10 months ago): rest in peace Maestro Alessandroni

“ … Alessandro Alessandroni (1925 in Rom; † 2017 ebenda) war ein italienischer Musiker und Komponist. Er spielte verschiedene Musikinstrumente, unter anderem Gitarre, Mandoline, Sitar, Akkordeon, Klavier und komponierte die Filmmusik für über 40 Filme. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Alessandro_Alessandroni

Filmmusikkomponist Alessandro Alessandroni gestorben (27. März 2017): “ … Ennio Morricones Melodien in Italowestern wie „Für ein paar Dollar mehr“, „Zwei glorreiche Halunken“ und „Spiel mir das Lied vom Tod“ sind auch dank Alessandronis Pfeifmotive bekannt geworden. Alessandroni steuerte zu den Soundtracks verschiedener Italowestern mehrere originelle Musikinstrumente bei, unter anderem die Mandoline, das Akkordeon, die Flöte und auch Händeklatschen. …“ | https://derstandard.at/2000054901150/Filmmusikkomponist-Alessandro-Alessandroni-gestorben

Alexander Fromm (18/08/2014): “ … Über das Kino kam auch die Zusammenarbeit mit Ennio Morricone zustande. Als Sergio Leone 1964 für seinen Epoche machenden Italowestern „Für eine Handvoll Dollar“ bei Ennio Morricone die Begleitmusik in Auftrag gab, holte der seinen alten Schulkumpel Alessandro Alessandroni mit ins Boot. Der pfiff sich eins und lieferte weitere ungewöhnliche Sounds dazu. Die italienische Westernmusik war geboren. Was für ein Unterschied zum glattpolierten Orchestersound aus Hollywood! … Alessandro Alessandronis größter Hit indes wird jemand anderem zugeschrieben. Leichtfertig überließ er seinem Kollegen Piero Umiliani die Grundmelodie zu „Viva la Sauna Svedese“ („Es lebe die schwedische Sauna“). Umiliani fabrizierte gerade den Soundtrack zur Softsexdoku „Svezia, inferno e paradiso“ („Schweden – Hölle oder Paradies?“ von 1968) und suchte für eine einminütige Szene nach einer musikalischen Untermalung. Alessandroni schnarrte wie ein Kazoo über eine Orgelmelodie und fertig war der Lack! Die Pornomucke ist heute besser bekannt unter dem Titel „Mah Nà Mah Nà“ und wurde sowohl durch die Sesamstraße als auch die Muppet Show weltberühmt …“ | https://alexikon.wordpress.com/2014/08/18/alessandro-alessandroni-im-western-was-neues/

lemonhorse / 8 Februar 2018 / Akustische.Wellen, Cinema.Exposure, Found.Stuff, Kunst.Encoder / 0 Comments

lemonhorse / 6 Februar 2018 / Found.Stuff, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Kiel #48 (2018)… ]


Am Vinetaplatz / Elisabethstrasse (Kiel Gaarden)

01/2018, Kamera: PORST C-TL,
Film: Kodak Ultramax, 400 ASA (Teleobjektiv)

lemonhorse / 6 Februar 2018 / Kiel.Gaarden, Visual.Notes / 0 Comments

[Zur Theorie der Macht (Wikileaks #16) … ]


“ … Der Papyrus des Cäsar ist der 2015 erschienene, 36. Band der Comicreihe Asterix. Der Papyrus des Cäsar enthält viele Anspielungen auf das Internet, die fortschreitende Digitalisierung, die Veröffentlichungen von WikiLeaks sowie Whistleblower…. Polemix („Kolporteur ohne Grenzen“ als Anspielung auf Reporter ohne Grenzen) ist ein Pastiche des australischen Whistleblowers Julian Assange, dessen „Leaken“ geheimgehaltener Dokumente auf Wikileaks anspielt. Der Name seines Helfers Bigdatha (Anspielung auf Edward Snowden und Chelsea Manning) verweist auf den einschlägigen Computerbegriff Big Data, und als lautmalerisches Wort wird anstelle von „Peng“ oder „Bumm“ u. a. der aus der drahtlosen Kommunikation bekannte Begriff „WLAN“ verwendet (S. 20). Polemix und Bigdatha überlisten u. a. zwei römische Wachmänner mit den sprechenden Namen Datenflus und Antivirus. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Papyrus_des_C%C3%A4sar

Srećko Horvat (05.02.2018): “ … Einmal – es muss im Winter 2015 gewesen sein – flog ich von Paris nach London und brachte [Julian Assange] das neueste Asterix-und-Obelix-Heft Der Papyrus des Cäsar mit. In dem Band geht es um Zensur und den Kampf um Informationen. Der Comicautor schuf somit einen Charakter, der von Assange inspiriert ist und ihm ähnelt.
Als er das kleine Geschenk entgegennahm, glänzten Julians Augen. Auf die Frage, wie er es finde, zum Comic-Charakter geworden zu sein, antwortete er: „In einem Asterix-Heft zu erscheinen, das ist besser, als den Nobelpreis zu erhalten. Es gibt mehr Nobelpreis-Gewinner als Leute, die in einem Asterix-Heft vorkommen.“
Genau diese charakteristische Antwort und Asterix können uns dabei helfen, Wikileaks besser zu verstehen. In der Comicreihe wird ganz Gallien vom Römischen Reich beherrscht, nur nicht ein kleines Dorf in der heutigen Bretagne, dessen Bewohner ein Zaubertrank unbesiegbar macht. Ganz ähnlich ist Wikileaks eine winzige Organisation, die seit Jahren die schmutzigen Geheimnisse der führenden Mächte der Welt von den USA bis Russland, von Saudi-Arabien bis Syrien, von der EU bis zu Google veröffentlicht.
Was ist der „Zaubertrank“ von Wikileaks? „Kryptografie“, sagt Julian Assange, Datenverschlüsselung. Aber in der Realität läuft es nicht immer wie im Comic. Sofort nachdem Wikileaks im November 2010 „Cablegate“ veröffentlicht hatte – zu diesem Zeitpunkt der größte Satz an vertraulichen Daten, der je an die Öffentlichkeit gelangte –, wurde im US-Bundesstaat Virginia eine geheime Grand Jury eingesetzt: eine Instanz, die in einem nicht öffentlichen Verfahren prüft, ob die von der Staatsanwaltschaft vorgelegten Beweise für eine Anklage wegen eines Verbrechens reichen. Die US-Behörden leiteten eine Untersuchung ein und bereiteten die Anklage gegen Assange und Wikileaks vor, während Chelsea Manning im Knast landete.
Genau zu diesem Zeitpunkt wählten Angehörige des Tiefen Staates in den USA ein paar Telefonnummern; schnell brachten sie Visa, Mastercard, Amazon und Paypal dazu, Spenden an Wikileaks zu blockieren. Ähnliches geschah in Bezug auf die Freedom of Press Foundation, eine Stiftung, die vor allem als Reaktion auf die Bankenblockade gegen Wikileaks gegründet worden war und die vor Kurzem aufgehört hat, Spenden abzuwickeln. Wenn der CIA-Chef jemanden als „feindliche nicht staatliche Organisation“ behandelt, nachdem Hillary Clinton, Joseph Biden und andere ihn als „Terroristen“ bezeichnet haben und es sogar Stimmen gibt, die fordern, ihn durch eine Drohne zu töten, dann ist offensichtlich, warum Julian Assange nicht einmal das elementare Recht auf Gesundheitsversorgung gewährt wird.
… Die britischen Behörden weigern sich, zu beantworten, ob es einen Auslieferungsantrag der USA gibt. Als die Journalistin Stefania Maurizi jüngst beantragte, Dokumente in Zusammenhang mit Assange und dessen Auslieferung freizugeben, gab die britische Staatsanwaltschaft sogar zu, wichtige E-Mails in dieser Angelegenheit vernichtet zu haben. Am Ende stehen wir wieder ganz am Anfang. Nach all den Jahren, inklusive des schwedischen „Ermittlungsverfahrens“ – es war niemals eine Anklage – und der Dämonisierung von Wikileaks, kommen wir auf den wahren Grund dafür zurück, dass Julian so lange in der ecuadorianischen Botschaft ausharren musste. Der Grund ist ganz einfach: Das Imperium wird diese kleine Gruppe Gallier niemals tolerieren. … “ | Quelle: https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/an-einem-ort-ohne-zeit

reziplikativ (06.02.2018): “ … Jemand muss nicht ständig hilfreich, edel und gut sein, kann aber dennoch einen historischen Verdienst erlangen. Julian Assange ist sicher kein Aufklärer mit den Sympathiewerten eines Daniel Ellsberg oder Edward Snowden. Es schmälert nicht seine Leistung. In ungeahnten Dimensionen hat er für einen kleinen Moment mit seiner Enthüllungsplattform den Vorhang gelüftet und das skrupellose Agieren von Staaten, Regierungen und Geheimdiensten […] allen denkenden Menschen sichtbar gemacht. Was politisch interessierte Bürger längst wussten, viele weltweit am eigenen Leib erfuhren, wurde nun sogar greifbar und dokumentiert. Assange lebt seither mit zwei Tragödien. Ein normales Leben ist bis zum Ende seiner Tage vorbei. Die Perspektive dieses Lebens liegt wohl eher bei einem geschickten Geheimdiensttod oder einem tragischen Unfall als im friedlichen Sterben an Altersschwäche. Die zweite Tragödie ist die völlige Gleichgültigkeit einer breiten Mehrheit der Bevölkerung. Dieser große Teil will nicht aufgeklärt werden, schätzt eher die profane Teilhabe an der „Brot und Spiele Welt“, möchte sich lieber zwischen Hollywood, Dschungelcamp, billigem Bier und Coca nebst Fast Food weiter einlullen lassen. Der Spaßfaktor wird wesentlich höher geschätzt als Freiheit, Selbstachtung oder Schutz der Privatsphäre. Gemeinsam hat Assange mit Ellsberg und Snowden die finale Folgenlosigkeit seines Tuns. … “ | Ein Kommentar von reziplikativ zu: https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/an-einem-ort-ohne-zeit

Nachtrag #1
Jonathan Cook (February 12th, 2018): “ … Behind the scenes, Sweden wanted to drop the extradition case against Assange back in 2013. Why was this not made public? Because Britain persuaded Sweden to pretend that they still wished to pursue the case. In other words, for more than four years Assange has been holed up in a tiny room, policed at great cost to British taxpayers, not because of any allegations in Sweden but because the British authorities wanted him to remain there. On what possible grounds could that be, one has to wonder? … And yet the UK continues to ignore its obligation to allow Assange his freedom to leave. So far there has been zero debate in the British corporate media about this fundamental violation of his rights. …“ | https://dissidentvoice.org/2018/02/the-uks-hidden-role-in-assanges-detention/

„Sweden tried to drop Assange extradition in 2013, CPS emails show“
Owen Bowcott and Ewen MacAskill (Sun 11 Feb 2018)
https://www.theguardian.com/media/2018/feb/11/sweden-tried-to-drop-assange-extradition-in-2013-cps-emails-show

„UK prosecutors admit destroying key emails in Julian Assange case“
Ewen MacAskill and Owen Bowcott (Last modified on Mon 27 Nov 2017 13.59 GMT)
https://www.theguardian.com/media/2017/nov/10/uk-prosecutors-admit-destroying-key-emails-from-julian-assange-case

lemonhorse / 6 Februar 2018 / Überwachungssysteme, Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Kriegsschauplätze #31… ]

2014 jährt sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal. Aus diesem Anlass untersuchten Restauratoren, Kunsthistoriker und Historiker mehr als zwei Jahre lang Vorgeschichte, Entstehungsprozess und Rezeptionsgeschichte von Otto Dix‘ epochalem Triptychon „Der Krieg“. Die Ergebnisse werden vom 5. April bis 13. Juli 2014 in der Ausstellung Otto Dix. Der Krieg – Das Dresdner Triptychon im Albertinum vorgestellt. Entwürfe und Vorstudien verdeutlichen den erstaunlichen Entwicklungsprozess, den das Werk von den ersten Skizzen bis zu seiner Vollendung durchlief. Auch Zeichnungen, Gouachen sowie zeithistorische Dokumente sind zu sehen.

// Wilhelm Heinrich Otto Dix
// (* 2.12.1891 in Untermhaus, heute Stadtteil von Gera; † 25.07.1969 in Singen am Hohentwiel)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Dix

lemonhorse / 5 Februar 2018 / Found.Stuff, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Zum Wahn der Liebe #66 … ]


1.27.2018 – Billy Wilder, The Apartment (1960) – Time to watch a serious classic. … | via

“ … Billy Wilder äußerte später, dass er The Apartment nie als Komödie betrachtet habe. … „Im Gewand einer ausgelassenen Komödie mit vielen komischen Einfällen versteckt sich eine zutiefst traurige Geschichte, eine düstere, bis zum offenen Zynismus reichende Reflexion über den Ausverkauf der Menschlichkeit.“ – Horst Peter Koll, 1995″ … „Eindrucksvoll übersetzt Jack Lemmon in Das Apartment verbal- und körpersprachlich Baxters Fahrigkeit und versatiles (vielseitig verwendbares) Verhalten – Ausdruck der Preisgabe seiner häuslichen Privatsphäre aus materiellem und sozialem Opportunismus.“ – Claudia Lillge, 2005 … “ | https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Appartement

movie.max, (2015): “ … ‚The Apartment‘ ist kein Schenkelklopfer, sondern eine unheimlich warme, aufregende, kleine Komödie mit einzigartigen, unsterblichen Figuren. Dabei muss man nur im Hinterkopf behalten, dass der guten Komödie stets die größte Tragik zugrunde liegt. …“

jeffcostello, (2015): “ … „Some people take, some people get took. And they know they’re getting took and there’s nothing they can do about it.“

 – Billy Wilder inszeniert eine [] kalte Arbeitswelt, Büroräume als endlose Schreibtisch-Welten, ein zermürbend monotoner Alltag, die Stockwerke des Hochhauses als Symbol für den willkürlichen sozialen Auf- und Abstieg und ein zerbrochener Spiegel als Symbol für den gebrochenen Menschen. 
Jack Lemmon und Shirley MacLaine verkörpern solche Leute, die ständig von anderen benutzt werden, wehrlose Spielbälle der mitleidlosen Starken und Mächtigen in dem unmoralischen Büro-Universum, diesem gnadenlosen sozialen Gefüge, für die „Liebe“ nicht mehr als ein kurzes Stelldichein in Lemmons Apartment bedeutet. 
… Es ist eine Geschichte von großer Tragik die erzählt wird, von körperlicher und seelischer Ausbeutung, von Entmenschlichung und von unerfüllter Liebe, deren Schmerz Wilder in einem unfassbar unterhaltsamen und witzigen Film verbirgt, wie auch der Protagonist Jack Lemmon seinen Schmerz die meiste Zeit über hinter der Fassade des lockeren Witzboldes verbirgt. Überhaupt scheinen alle Figuren in diesem Film etwas zu verbergen, … niemand mehr scheint ehrlich miteinander zu sein.
 …“

Timo K.: CEREALITY – Magazin für Filmkultur (2010)“ … „Das Appartement“ skizziert Männer, die vor nichts zurückschrecken, „Das Appartement“ handelt von Figuren, die sich regelmäßig selbst betrügen, um sich ihr Leben auf ganz spezielle Weise zu erfüllen. … Man kann über „Das Appartement“ gerührt sein, man kann über diese bezaubernde Tragikomödie lachen und weinen oder beides zugleich, aber auch seinen Hut davor ziehen, wie hervorragend Wilder den Spagat zwischen der bis zum Exzess geführten, zynischen Moralkritik in Form einer bitteren Satire, ausgeweitet zur Groteske, und herzerwärmender, melancholischer Lovestory zweier echter Helden meistert, ohne Klischees, ohne Kitsch und trotz aller inhaltlichen Schwere dieses ansonsten so kleinen Films universell in seiner Aussage. …“

Quelle: https://www.moviepilot.de/movies/das-appartement

“ … Wilders Resümee ist bitter: Entweder man arrangiert sich und hat beruflichen Erfolg oder man versucht seine Seele zu retten und riskiert damit die Stellung. Umsonst ist nichts im Leben und die Ehre schon gar nicht. Das Happy End vermag nur einen milden Trost zu spenden. Baxter und Miss Kubelik bilden weniger ein Liebespaar denn eine Notgemeinschaft zweier Menschen, die zwar ihre Selbstachtung zurückgewonnen haben, dafür aber Einsamkeit und Erfolglosigkeit in Kauf nehmen müssen. …“ | https://www.lmz-bw.de/das-appartment.html

lemonhorse / 5 Februar 2018 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Kunst.Encoder / 0 Comments

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