[Der Blick in die Kamera #40… ]

In this July 28, 1971 file photo, Daniel Ellsberg, former Defense Department researcher who leaked top-secret Pentagon papers to the press, speaks to an unofficial House panel investigating the significance of the war documents in Washington. | via

AMY GOODMAN: „Dan Ellsberg we want to thank you so much for spending this time with us, the legendary Pentagon Papers whistleblower. And a belated Happy 90th Birthday, Dan. …“ | Source: „Daniel Ellsberg on Whistleblowers Julian Assange, Daniel Hale, Reality Winner, Ed Snowden & Others“ (June 14, 2021) | https://www.democracynow.org/2021/6/14/daniel_ellsberg_on_whistleblowers_julian_assange // —> https://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Ellsberg

// “ … Die Pentagon-Papiere (United States-Vietnam Relations, 1945–1967: A Study Prepared by the Department of Defense, kurz Pentagon Papers) sind ein ehemals geheimes Dokument des US-Verteidigungsministeriums. Die Teil-Veröffentlichung der Papiere 1971 durch die New York Times und die Washington Post deckte auf, dass die US-Regierung unter Johnson sowohl Öffentlichkeit als auch den Kongress über den Vietnamkrieg jahrelang systematisch belogen hatte. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Pentagon-Papiere (14. Juni 2021) | // Siehe auch: Hannah Arendt: Die Lüge in der Politik. Überlegungen zu den Pentagon-Papieren. In: Wahrheit und Lüge in der Politik. Zwei Essays. (englisches Original 1971) Piper, München 2013, ISBN 978-3-492-30328-6 | … // “ … Unter Weltlosigkeit versteht Arendt den Verlust einer gemeinsamen Welt – im Sinne eines gemeinsamen Bezugssystems –, über deren Interpretation und Herausforderungen man (politisch) streiten kann, deren Faktizität aber nicht infrage gestellt wird. Für Arendt manifestiert sich die Weltlosigkeit der USA der späten sechziger und frühen siebziger Jahre darin, dass eine «Alice-in-Wonderland-Atmosphäre» vernünftige politische Entscheidungsprozesse untergräbt und Lüge und ganze Täuschungskampagnen den politischen Alltag bestimmen. … Weltlosigkeit und die Erosion der Institutionen resultieren nach Arendt demnach aus der inneren Dynamik des politischen Systems. Heute gewinnt man den Eindruck, dass es eher gezielte Strategien politischer Cliquen sind, die diese Prozesse vorantreiben. Und noch eine Sache fällt auf: In Arendts Analyse gibt es keine Gewinner – denn jeder scheint vom Verlust der demokratischen Qualität gleichermassen betroffen zu sein. Trotzdem bleibt Arendts Begriff der Weltlosigkeit aufschlussreich für die Deutung jener Herausforderungen, denen sich moderne Demokratien gegenwärtig gegenübersehen. Der Verlust eines gemeinsamen Bezugssystems manifestiert sich heute in der Rede von den alternativen Fakten, von politisch eingesetzten Falschnachrichten, von Echokammern, Filterblasen und dergleichen sowie in dem Wörtchen «Lügenpresse», mit dem zum Ausdruck gebracht wird, dass man nur dem gedenkt Glauben zu schenken, der die eigene Weltanschauung auch bestätigt. … Auch Arendt war von der «Wahrheitssehnsucht» des modernen Menschen alles andere als überzeugt. Denn der moderne Mensch wird ihrer Ansicht nach gerade aus dem Rückzug in die Subjektivität, ins Intime, geboren und glaubt Wirklichkeit einzig aus sich selbst heraus zu erfahren. …“ Aus: „Eine Politik der Lüge kann in den USA nicht verfangen – das glaubte Hannah Arendt. Heute sind wir weniger sicher“ von Christian Volk (10.11.2019) | https://www.nzz.ch/feuilleton/hannah-arendts-begriff-der-weltlosigkeit-erhellt-die-gegenwart-ld.1516987

// It was Henry Kissinger who called Ellsberg “the most dangerous man in America.” (Nixon, never one to mince words, said he was “a son of a bitch.”) Others would call Ellsberg a national hero. | https://nypost.com/1999/11/30/vietnam-era-misdeeds-back-in-spotlight/

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #61… ]

via https://grafook.tumblr.com/post/652472918669983744 & https://some-velvet-morning.tumblr.com/post/616134127057518593


“ … Das Reale ist immer etwas Unfassbares, Unsagbares, nicht Kontrollierbares, eine Art von Horror oder Trauma. Es tritt auch in den Sphären der Sexualität (Jouissance), des Todes und der Gewalt in Erscheinung. Das Reale ist das außerhalb der normalen Realität Liegende und Verdrängte, das diese bedroht. Es ist insofern verwandt mit dem Freudschen Begriff des Es. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Reale (27 September 2018)

Simone Einzmann (09.09.2015): “ … Der Schweizer Mediziner Johannes Hofer prägte den Begriff [Nostalgie] 1688, um die krankhaften Heimweh-Symptome Schweizer Söldner zu beschreiben, die im Dienst europäischer Monarchen standen. Nostalgie wurde als schwere neurologische Krankheit angesehen, die unbehandelt zum Wahnsinn führt. Gerne wird in der Nostalgieforschung die kühne These eines Militärarztes zitiert, der ebenso wie Hofer behauptete, das Nostalgie-Epizentrum befände sich in der Schweiz: Schuld am Hang der Eidgenossen zur Nostalgie sei das ständige Klingen der Kuhglocken, das die Ohren und das Gehirn der Schweizer geschädigt habe. …“ | Aus („Werthers Echte und Spreewald-Gurken“ focus.de)

[Der Blick in die Kamera #39… ]

When not painting imaginings of the moonscape and spaceships, French astronomer and artist Lucien Rudaux (1874–1947) wondered what mankind would look like if evolution “had taken a different turn”. Rudaux depicted his ideas in illustrations for the 1938 magazine article ‘The Bizarre, Human-Animal Hybrids Imagined’. | via https://flashbak.com/the-bizarre-human-animal-hybrids-imagined-by-lucien-rudaux-1938-442766/

// Lucien Rudaux
// https://en.wikipedia.org/wiki/Lucien_Rudaux

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #60… ]

W.R. – Misterije organizma – – – Makavejevs 1971 gedrehter Film WR – Mysterien des Organismus über die Theorien von Wilhelm Reich wurde in Jugoslawien zunächst verboten, in den 1980er Jahren aber wieder zugelassen. | https://de.wikipedia.org/wiki/Du%C5%A1an_Makavejev

amazon Kunden, die W.R. – Misterije organizma angesehen haben: HAN XIAO 5,0 von 5 Sternen – Rezension aus den Vereinigten Staaten vom (13. Dezember 2012): “ …I REALLY CAN’T SEE THE POINT OF THIS FILM, MAYBE BECAUSE I’M NOT YUGOSLAVIAN, WELL, IT’S STILL VISUALLY STUNNING, AND I SUGGEST IF YOU WANT A PORN MOVIE, AND YOU DON’T HAVE PLAYBOY OR BELAMI AROUND YOU, TRY THIS. EVEN CHANDLER WON’T CALL IT „THE WORST PORN EVER“, TRUST ME. …“

“ … Zweifellos ein spannendes Zeitdokument: Die Filme des Serben Dušan Makevejev („Coca-Cola Kid“) waren im eigenen Land (damals Jugoslawien) fast alle verboten. Hier strukturierte er den Film wie eine surrealistische Collage, zeigt scheinbar dokumentarische Fragmente, vermischt diese mit viel sagenden Spielszenen und offenbart so (ähnlich wie Buñuel das spießige Bürgertum) die Pervertierung der sozialistischen Utopie durch Stalin und dessen Totalitarismus. Dabei verteufelt er die gesellschaftliche Unterdrückung durch sexuelle Disziplinierung. Heute erschließt sich dieser Kontext nur schwer, wirkt das Ganze eher wie ein bizarrer Sex-Streifen aus den Anfängen der Pornographie, dessen Botschaft sich recht plakativ darauf beschränkt, sich via Kopulation auch politisch frei zu kämpfen. Schön wär’s ja! …“ | https://www.prisma.de/filme/WR-Mysterien-des-Organismus,245217



Matthias Meindl (30. Mai 2021): [‚Matthias Meindl ist Slavist und habilitiert sich an der Universität Zürich mit einer Arbeit zur sexuellen Revolution in Jugoslawien um 1968. …‚] “ … Dušan Makavejevs Kultfilm „WR – Mysterien des Organismus“ ist ein Dokument der sexuellen Revolution. Am 5. Juni jährt sich zum fünfzigsten Mal die öffentliche Vorführung des Films in Novi Sad. Danach wurde er in Jugoslawien aus den Kinos verbannt. … Mit seinem Verfahren der assoziativen Montage (Dina Iordanova) arrangierte er dieses Material mit einer Fülle von visuellem und akustischem foundfootage (Archivaufnahmen von Reich bis Musik von The Fugs) sowie einer Spielfilmhandlung. In diesem Plot verliebt sich die Revolutionärin Milena – gespielt von der legendären Milena Dravić (1940-2018) – in einen sexuell verklemmten russischen Eiskunstläufer, der wie der russische Revolutionsführer Lenin heißt: Vladimir Il’ič. Der gastierende Künstler wird zum Mörder, er enthauptet die Reich-Anhängerin Milena, nachdem sie ihn verführte, mit einem Schlittschuh. … Auch der provokanteste Schnitt des Films ist eine politische Provokation: ein Match Cut ‚von Dildo auf Stalin‘. Er war in den Diskussionen um den Film immer präsent – und dies zu Recht, denn er ist entscheidend für sein Verständnis. Makavejev baute eine Gelegenheitsaufnahme ein, in der die Künstlerin Nancy Godfrey einen Gipsabdruck des erigierten Glieds von Jim Buckley abnahm, dem Chefredakteur der kontrakulturellen Zeitschrift Screw. … Die Verteidiger des Films – Intellektuelle und Filmschaffende – führten den internationalen Erfolg Makavejevs und sein befreiendes filmisches Denken ins Feld. Die Kritiker hingegen, die durch und aus dem Verband der Veteranen des Volksbefreiungskriegs (SUBNOR) rekrutiert wurden, empörten sich über Unsittlichkeit und Antikommunismus. Zwar hatte Tito schon 1948 mit dem sowjetischen Stalinismus gebrochen, dennoch erschien der Film vielen Zuschauern als zu aggressiv ‚gegen das sozialistische Brudervolk‘. Ihnen missfiel auch die von Makavejev lustig und lustvoll inszenierte Rekodierung des sozialistischen Sonderwegs Jugoslawiens als sexuellem Befreiungsprojekt. Als die salbungsvolle Hymne an die Kommunistische Partei durch die Aufnahme eines zärtlichen Geschlechtsverkehrs begleitet wurde, interpretierten die Gegner die Szene als Missbrauch patriotischer Emblematik. …“ | https://geschichtedergegenwart.ch/vom-ende-der-world-revolution-vor-50-jahren/

// „Schwarze Welle. Kinorebellion in der Tito-Ära“ Ab 1966 tauchten die Macher der Schwarzen Welle tief ins gesellschaftliche Leben ein und spülten bei ihren filmischen Erkundungen und Analysen der Conditio humana erhebliche Defizite in Titos Reich ins Licht der Kinoleinwände, worauf staatliche Behörden ab 1971 zunehmend empfindlich reagierten. // https://kultur-online.net/inhalt/schwarze-welle-kinorebellion-der-tito-%C3%A4ra (Filmarchiv Austria 2. Mai 2019 — 23. Juni 2019)

“ … Novi Film (serbokroatisch für: Neuer Film; später auch Crni talas = Schwarze Welle genannt) war eine Bewegung im jugoslawischen Spielfilm in den 1960er Jahren, die sich vom bis dahin üblichen, am italienischen Neorealismus orientierenden Stil, abgrenzt, ohne selbst als einheitlicher Stil aufzutreten. …“
https://de.wikipedia.org/wiki/Novi_Film

[Zeit im Bild #50 … ]

Eintrittskarte für eine Aufführung als geschlossene Veranstaltung, Berlin 1931

“ … Im Westen nichts Neues ist ein US-amerikanischer Antikriegsfilm von Lewis Milestone aus dem Jahr 1930. Als Vorlage diente der gleichnamige Antikriegsroman von Erich Maria Remarque. …

Zeitgenössische Kritiken und Reaktionen zum Film im deutschsprachigen Raum: Während der Film bei Veteranenverbänden in den anglophonen Ländern oftmals die Einschätzung förderte, dass das Leben und vor allem Sterben der einfachen Soldaten jenseits von Uniformfarbe oder Muttersprache in den Schützengräben des Ersten Weltkrieges stets ähnlich verlief und daher geeignet schien, Feindbilder abzubauen, fiel die Reaktion im Deutschen Reich sehr viel negativer aus. Die politische Rechte, insbesondere DNVP und NSDAP, sowie die Mehrheit der meist noch monarchistisch gesinnten Veteranenverbände sahen in dem Buch und erst recht in der Verfilmung einen Angriff auf die Ehre des deutschen Soldaten, der in den Schlachten des Weltkrieges für sein Vaterland gelitten habe. Der Umstand, dass amerikanische Schauspieler deutsche Soldaten spielten, galt zusätzlich als Provokation. Dass Regisseur Milestone und Produzent Laemmle Juden waren, brachte außerdem einflussreiche antisemitische Kreise gegen den Film auf. Das Reichswehrministerium protestierte gegen den Film, da nach dessen Auffassung keine deutschen Soldaten gezeigt werden sollten, die am Sinn ihres Einsatzes zweifeln.

Nachdem die zuständige Berliner Filmprüfstelle einer freiwillig gekürzten deutschsprachigen Version des Films die Freigabe erteilt hatte, kam es am 4. Dezember 1930 im Mozartsaal des Neuen Schauspielhauses am Nollendorfplatz zur Erstaufführung des Films in Deutschland, tags darauf lief er in den deutschen Kinos an. Bereits in dieser Fassung waren Namen jüdischer Mitwirkender aus dem Vorspann getilgt und der Film von 139 Minuten um 53 Minuten auf 85 Minuten gekürzt worden. Geschnitten wurde unter anderem Szenen, in denen beispielsweise die Rekruten den Kasernenhofschinder Himmelstoß verprügeln, und die Verweigerung der Ehrenbezeugung durch Paul Bäumer. Auch in anderen Ländern wurden Szenen geschnitten: In Frankreich wurden etwa die Liebesszenen zwischen den französischen Frauen und den deutschen Soldaten entfernt.

Trotz der Kürzungen veranlasste insbesondere in Berlin Joseph Goebbels, zugleich dortiger Gauleiter der NSDAP und Reichspropagandaleiter seiner Partei, eine massive Kampagne gegen den Film. Mit Hilfe der SA organisierte er Massenaufläufe und handgreifliche Krawalle vor und in den Kinos. Mehrfach sprengten Nationalsozialisten, die zunächst in Zivil Karten für eine Filmvorstellung erworben hatten, kurz nach Beginn des Films die Aufführung, indem sie beispielsweise Rauch- oder Stinkbomben zündeten oder bei mindestens einer Gelegenheit zahlreiche Mäuse freiließen.

Gleichzeitig attackierte die NS-Presse die preußischen Behörden, dass der Film verboten werden müsse, weil er die öffentliche Ordnung gefährde; als Beleg für diese Behauptung führte Goebbels in seinen Leitartikeln gerade jene Ausschreitungen als Argumente gegen den Film ins Feld, die er selbst durch die Berliner SA hatte vom Zaun brechen lassen, wobei sicherlich auch weite Teile der konservativen Beamtenschaft insgeheim mit den Aktivitäten von NSDAP, Stahlhelm und Veteranenverbänden sympathisierten. Letztlich hatte diese Strategie Erfolg. Auf Antrag der Landesregierungen Thüringens, Braunschweigs, Sachsens, Bayerns und Württembergs verbot die Oberste Filmprüfstelle unter der Leitung von Ernst Seeger am 11. Dezember die Vorführung des Films im Deutschen Reich wegen der von ihm ausgehenden „Gefährdung des deutschen Ansehens in der Welt“ und der „Herabsetzung der deutschen Reichswehr“. Der Film habe eine „ungehemmte pazifistische Tendenz“, und „wenn eine derartige Darstellung auf die Menschen treffe, könne bei der heutigen seelischen Not nicht ausbleiben, daß Explosionen entstünden.“ (F.-B. Habel: Zerschnittene Filme, S. 53)

Dieses Verbot stieß auf heftige Proteste. Namentlich Carl von Ossietzky, Carl Zuckmayer, Heinrich Mann, Herbert Ihering und Käthe Kollwitz setzten sich für den Film ein. Erst nach einer Novellierung des Lichtspielgesetzes (Lex Remarque), die am 31. März 1931 in Kraft getreten war, wurde der Film am 8. Juni 1931 „für bestimmte Personenkreise und in geschlossenen Veranstaltungen“ wieder freigegeben. Am 2. September 1931 erfolgte die allgemeine Wiederzulassung des Films in einer nochmals gekürzten Fassung. Die Produktionsfirma musste sich überdies verpflichten, „zukünftig auch im Ausland nur noch diese von den deutschen Zensurbehörden genehmigte Fassung zu zeigen.“ Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Im Westen nichts Neues endgültig verboten. …“ | https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Im_Westen_nichts_Neues_(1930)&oldid=211649612 (6. Mai 2021)

[Spannungsverhältnisse (Wahrnehmungsverunsicherung)#7… ]

„Le Secret“ (Frankreich 1974)

“ … Das Netz der tausend Augen ist ein französischer Thriller aus dem Jahr 1974. Der von Regisseur Robert Enrico inszenierte Film gilt als Meisterwerk des „Paranoia-Thrillers“, einem Subgenre des französischen Kriminalfilms, das vor allem in den 1970er Jahren verbreitet war. Allgegenwärtig in diesen Filmen ist das Misstrauen und die Angst gegenüber der Staatsmacht. … Ein Dialog zwischen Julia und Thomas bringt die Atmosphäre des Films auf den Punkt. Auf Julias Einwand „Und wenn er verrückt ist?“ antwortet Thomas: „Und wenn er’s nicht ist?“ …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Netz_der_tausend_Augen (31. März 2021)

Bretzelburger (28. April 2011) Zu: „Le secret [Il segreto / Das Netz der tausend Augen (R: Robert Enrico, 1974)] : “ … Das Geheimnis, das der Filmtitel andeutet, bekommt [ ] eine doppelte Funktion. Zum Einen wird damit die Information bezeichnet, durch deren Verbreitung sich der Staat in Gefahr sieht, weshalb er Jeden aus dem Verkehr zieht, der als Mitwisser verdächtigt wird, zum Anderen verweigert sich der Film damit selbst jeder konkreten Einordnung, indem er konsequenterweise das Geheimnis nicht verrät. Die Intelligenz des Films liegt darin, dass es letztlich keine Rolle mehr spielt, ob man die hier formulierten, außerhalb der demokratischen Gesetzgebung stehenden Methoden, für real oder paranoid hält, denn allein die Interaktion der drei Protagonisten genügt schon, um die Selbstzerstörung deutlich werden zu lassen, die allein durch Desinformation entsteht. … Trintignant ist gleichzeitig Opfer und Täter. Der Film vermeidet eine politische Zuordnung seiner Person, die nie ideologische Meinungen vertritt und einmal sogar Verständnis für das Verhalten des Staates äußert. Dazu wirkt Davide jederzeit ernst und ist nie bemüht, etwas aufzuklären oder sich emotional zu verhalten. Seine Figur bleibt neutral, erzeugt bewusst keine Sympathien und ist indifferent in ihren Intentionen. Ob er tatsächlich wahnsinnig ist, wie die offiziellen Stellen behaupten, oder im Gegenteil von besonderem Bewusstsein, bleibt im Film lange Zeit offen. Diese Konstellation spiegelt eine klassische Informationssituation wider, deren Wahrheitsgehalt für den Außenstehenden nicht überprüfbar ist, und somit gegensätzliche Reaktionen auslösen muss … Dass „Le secret“ keine ideologischen Angriffe gegen eine personalisierte Institution äußerte, und sich an keinen realen Ereignissen dieser Zeit orientierte, von denen es genügend gegeben hätte, ist aus heutiger Sicht seine Stärke. …“ | http://bretzelburger.blogspot.com/2011/04/le-secret-il-segreto-das-netz-der.html |-.- | https://de.wikipedia.org/wiki/1974 | -.- | „… Bekannt ist auch das Zitat “Just because you’re paranoid doesn’t mean they’re not after you” …“ https://de.wikipedia.org/wiki/Paranoia | -.- | https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Psychopathologisches_Symptom

(08.06.2012): „… Als Brigitte Bardot erfuhr, dass Jean-Louis Trintignant ihr Partner in dem Spielfilm „Und ewig lockt das Weib“ sein werde, soll sie gesagt haben: „Der ist doch viel zu klein und hässlich.“ Einige Wochen später waren die beiden ein Paar. …“ | https://programm.ard.de/TV/arte/das-netz-der-tausend-augen/eid_287247924175213

[Der Blick in die Kamera #38… ]

Anicée Alvina (1953 – 2006)
in Das beständige Gleiten der Begierde

“ … Glissements progressifs du plaisir ist ein französischer Film des Schriftstellers und Regisseurs Alain Robbe-Grillet aus dem Jahr 1974. … In Italien löste der Film einen Skandal aus, der zu einem Prozess gegen den Verleiher führte. Robbe-Grillet schildert den Prozess und seinen Zeugenauftritt in seinem zweiten autobiographischen Text Angélique oder Die Verzauberung. Als Ergebnis wurden das italienische Negativ und die Kopien des Films öffentlich verbrannt. …“ | Aus: „Das beständige Gleiten der Begierde“ https://de.wikipedia.org/wiki/Das_best%C3%A4ndige_Gleiten_der_Begierde (3. Februar 2021)

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #59… ]

„It was a turbulent day in the US stock market, which experienced a massive selloff amid coronavirus fears and a sharp drop in oil prices. …“ From: „4:29 p.m. ET, March 9, 2020: Dow logs biggest point-drop in history as stocks tumble, From CNN Business‘ Anneken Tappe“ | „https://edition.cnn.com/business/live-news/stock-market-news-today-030920/index.html

“ … Kapitalismus als Religion ist ein vielfach rezipiertes Fragment des deutschen Philosophen Walter Benjamin aus dem Jahr 1921. Es blieb zu Lebzeiten unveröffentlicht. … Benjamin beginnt: „Im Kapitalismus ist eine Religion zu erblicken, d. h. der Kapitalismus dient essentiell der Befriedigung derselben Sorgen, Qualen, Unruhen, auf die ehemals die sogenannten Religionen Antwort gaben“. Er benennt dann vier Merkmale. Zum einen sei der Kapitalismus „eine reine Kultreligion, vielleicht die extremste, die es je gegeben hat“, er kenne „keine spezielle Dogmatik, keine Theologie“. Das zweite Merkmal ist die „permanente Dauer des Kultes“. … Drittens sei der Kapitalismus „verschuldend“, „vermutlich der erste Fall eines nicht entsühnenden (…) Kultes“. Diesem Merkmal widmet Benjamin längere Ausführungen. Diese gipfeln in der Beschreibung, „daß Religion nicht mehr Reform des Seins, sondern dessen Zertrümmerung ist. Die Ausweitung der Verzweiflung zum religiösen Weltzustand (…)“. Der Kult werde universal gemacht, um „endlich und vor allem den Gott selbst in diese Schuld einzubegreifen.“ Das vierte Merkmal sei, „daß ihr Gott verheimlicht werden muss“. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Kapitalismus_als_Religion (9. Mai 2021)

Arno Frank (13.05.2015): “ … Unser komplettes Zeitalter der Moderne – von der Technik bis zur Wirtschaft – ruht auf Zahlen wie auf Säulen, von Börsenwerten bis zu Klimatabellen, von Wirtschaftsdaten bis zur Quantentheorie. Modernste Architektur ist ohne die Hilfe von Computermodellen, die ihre abenteuerliche Statik berechnen, nicht mehr denkbar. … Hanne Darboven erkannte mit 25, „dass alles bereits gemalt ist“, und gab die Beschäftigung mit Farben und Formen auf. Stattdessen malte sie bis zu ihrem Tod akribisch winzige Ziffern in tabellarischer oder kalendarischer Form auf Millimeterpapier. Und On Kawara malte unter anderem an jedem Tag seines Lebens ein Bild mit nichts als dem jeweiligen Datum darauf. Dies bezeichnete er als nützliche Übung, „um sein Ich zu verlieren“. …“ | Aus: „Malen nach Zahlen – Ob alte Meister oder moderne Sammlung, klassische Musik oder früher Elektropop: Wie Zahlen in der Kunst schon immer mit Sinn oder auch Nonsense aufgeladen wurden“ | https://www.fluter.de/malen-nach-zahlen


“ … gesellschaftliche Krisen [bewirken] eine Verunsicherung der Vernunft und daraus folgend einen verstärkten Rückgriff des Menschen auf Religion und Mythos. Fehlende Welterklärung führt zum (Wieder-)Aufleben von Legenden und Riten, Vorurteile jedweder Art gewinnen an Überzeugungskraft. Es entstehen Affekte und Aggression gegen die vermeintlichen Ursachen, die von mystischen Welterklärern herangezogen werden. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Cassirer (2. Dezember 2020)

“ … Der Mensch lebt in einem symbolischen Universum, das er selbst geschaffen hat …Wir schauen der Welt nicht unmittelbar ins Gesicht, sondern zwischen die Wirklichkeit und uns schalten wir Symbole. Wir bewegen uns in vielfältigen Netzen von Symbolen. …“ (Timm Beichelt: Einführung in die Kulturwissenschaft – Vorlesung, Wintersemester 2011/12Sitzung: 14.12.2011 – Symbol und symbolische Formen (Ernst Cassirer))


Michael Blume (03.12.2020): “ … Ein gutes Beispiel dafür ist der Philosoph Martin Heidegger, der ursprünglich katholische Theologie studiert hat, seinen Glauben verlor und ein glühender Antisemit wurde – und das, obwohl er ein weltbekannter Philosophieprofessor war und sogar jüdische Lehrer hatte [„… Der überwiegende Teil der Heidegger-Forschung sieht die genannten Textstellen [https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Hefte] als antisemitisch an, spricht zum Teil vom „seinsgeschichtlichen Antisemitismus“ oder vom „metaphysischen Antisemitismus …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Heidegger_und_der_Nationalsozialismus#Die_%E2%80%9ESchwarzen_Hefte%E2%80%9C]. Daran sieht man, dass formale Bildung allein nicht vor einem Verschwörungsglauben schützt. Viel entscheidender sind die Kindheitserfahrungen, also ob man mit einem Wertgefühl des Vertrauens aufgewachsen ist, sichere Beziehungen hatte, geliebt wurde, Hilfe und Unterstützung auch bei Problemen und Fehlern erfahren hat. Oder aber, ob man in einem autoritären Umfeld voller Angst, Misstrauen und vielleicht sogar Gewalt groß wurde. Diese autoritären, häufig patriarchalischen Prägungen können sich dann im Erwachsenenalter auswirken, selbst wenn man einen Doktortitel trägt oder Ingenieur ist. Deshalb gibt es etwa bei vielen älteren Herren, die in den Ruhestand gehen, das Phänomen, dass diese Prägungen wieder hervorkommen … Autoritäre Persönlichkeiten reagieren nicht auf Kuschelpädagogik, vielmehr lechzen sie nach klaren Grenzen. …“ | Quelle: https://www.katholisch.de/artikel/27368-verschwoerungsmythen-und-religion-was-sie-verbindet-und-was-sie-trennt

Dietrich Schotte (30. April 2021): “ … Ganz grundsätzlich formuliert: Was genau unter „Immanenz“ und „Transzendenz“ und vor allem unter ihrer „Vermittlung“ zu verstehen ist und was dies dann wiederum für unser Verständnis der jeweiligen Rituale bedeutet, ist – wenn auch in Grenzen – notwendig deutungsoffen. Zu behaupten, eine der binnenreligiösen Perspektiven sei eindeutig und unzweifelhaft korrekt und alle anderen seien Irrtum, Scharlatanerie oder Häresie, hat sich zwar historisch als äußerst beliebte Strategie erwiesen. Es ist aber, vorsichtig formuliert, nicht unproblematisch. …“ | Aus: „InDepth – shortread: Ritualisierte Lebensbewältigung. Analyse von Religionen als „Lebensformen“*“ | https://philosophie-indebate.de/3798/indepth-shortread-ritualisierte-lebensbewaeltigung-analyse-von-religionen-als-lebensformen/

[The Hammond Sound #26… ]

Woodstock Sessions – John Scofield – Guitar (& Vocals) John Medeski – Keyboards Billy Martin – Drums Jesse Murphy – Bass Recorded, Mixed and Edited by Michael Birnbaum & Chris Bittner March 20, 2020
Camera: Chris Nostrand | –> https://youtu.be/i63c3Wg5CEs


J. Alexander Cain: “ … Wow, John Medeski makes that organ do things, never ceases to amaze. …“


Drew: “ … Billy Martin is one of my favorite drummers. … sounds like he’s tumbling down a funky flight of stairs …“

[Zu den Spielregeln der Zensur #5… ]

Baudelaire (nachkoloriertes Foto aufgenommen um 1863) | https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Baudelaire

Nikolaus Halmer (30.08.2017): “ … In dem 1857 erschienenen Werk konfrontiert Baudelaire den Leser mit Obsessionen, die den zeitgenössischen Moralstandards nicht entsprachen. Wegen der Verhöhnung der öffentlichen Moral und Verletzung des Schamgefühls gab es einen Gerichtsprozess, der mit einer Geldstrafe endete. Die Gedichtsammlung geht von einer existenziellen Grundposition aus, die Baudelaire so beschreibt: „Jeder Mensch wird zu jeder Stunde gleichzeitig von zwei Forderungen bewegt. Die eine führt ihn hin zu Gott. Die Anrufung Gottes oder das Streben des Geistes ist die Sehnsucht des Emporsteigens, die Anrufung Satans oder die tierische Lust ist die Wonne des Hinabsteigens“. Diese Spannung zwischen dem Spirituellen, Idealen und dem Sinnlichen, Materiellen, das Baudelaire mit dem Satanischen gleichsetzte, bestimmte sowohl seine psychische Disposition als auch sein literarisches Werk. Immer wieder bezieht sich Baudelaire in den „Blumen des Bösen“ auf diese Ambivalenz, wobei er beklagt, dass er immer wieder den Verlockungen Satans folge, die Niederungen der menschlichen Existenz aufsuche und sich dem Rausch des Sinnlichen überlasse. Sein Ziel, sich wie Ikarus den Sphären des Absoluten anzunähern, rückt dadurch in weite Ferne; das Gefühl des Versagens stellte sich ein, die zu einer tiefgreifenden Melancholie führte, die er als „Spleen“ (Wort mit engl. Wurzeln) bezeichnete. … “ | https://science.orf.at/v2/stories/2863240/

Jürgen Ritte (20.08.2017): “ … bei Baudelaire, in den Blumen des Bösen, begegnet man erstmals keiner allgemeinen Weltabkehr, sondern, im Gegenteil, einer genauen Autopsie des Malaise, des Übels, des Leidens – lauter Synonyme für das „Böse“, für das „Mal“ [Les Fleurs du Mal] im Titel der Gedichtsammlung – und einer Hinwendung zu dem, was diese Welt noch an Blüten, an Schönheit hervortreiben könnte. Und dieses Krankheitsbild hat seit Baudelaire einen Namen: La Modernité, die Moderne. Auf ihn geht der Begriff zurück. In seinem Essai aus dem Jahre 1863, Le Peintre de la vie moderne (= Der Maler des modernen Lebens) schreibt Baudelaire: „Es ist sehr viel bequemer zu erklären, dass alles am Gewand einer Epoche hässlich sei, als sich darum zu bemühen, die geheimnisvolle Schönheit, die in ihr enthalten sein kann, zum Vorschein zu bringen, so geringfügig oder leichtfertig sie auch sein mag. Die Modernität, das ist das Vorübergehende, das Flüchtige, das Zufällige, die Hälfte der Kunst, deren andere Hälfte das Ewige und Unwandelbare ist. […] Dieses transitorische, flüchtige Element darf man nicht übergehen oder verachten. Wenn Sie es unterdrücken, fallen Sie zwangsläufig in die Leere einer abstrakten, unbestimmten Schönheit zurück.“ … am 20. August 1857, also kaum drei Monate nach Erscheinen [der Blumen des Bösen], [erhob] der Staatsanwalt Ernest Pinard Anklage wegen Beleidigung der Religion und der öffentlichen Moral. Baudelaire wiederfuhr damit die Ehre, denselben Ankläger vor sich zu haben, wie zu Anfang desselben Jahres, im Januar 1857, der Romancier Gustave Flaubert, dem wegen seines Romans Madame Bovary und der darin angeblich enthaltenen Apologie des Ehebruchs der Prozess gemacht worden war. Flaubert kam mit einem Freispruch davon. Er konnte zeigen, dass die Tatsache, von einer Sache zu schreiben, noch lange nicht heißt, dass man diese auch verteidigt. Gegen Baudelaire wurde die Anklage wegen Beleidigung der Religion fallen gelassen, aber der Aufrechterhaltung der öffentlichen Moral mussten sechs Gedichte geopfert werden. Ein Urteil übrigens, dass erst 1949 offiziell kassiert worden ist. …“ | https://www.deutschlandfunk.de/buch-der-woche-gedichte-von-baudelaire-blumen-des-boesen.700.de.html?dram:article_id=393907

[Zeit im Bild #49 … ]

“ … Eine demokratische Öffentlichkeit herzustellen, war im Nachkriegsdeutschland ein gewagtes Unterfangen. Gerade erst der Hitlerdiktatur entwachsen, hatte die Bundesrepublik mit vielfachen Belastungen zu kämpfen: mit der Beharrungskraft obrigkeitsstaatlicher Mentalitäten und nationalsozialistischer Eliten, mit dem provisorischen Charakter des eigenen Staates und dem Krisengefühl der Zeitgenossen. Unter diesen Bedingungen brauchten Massenmedien und Medienpolitik Jahrzehnte, um sich der Demokratie anzupassen. Die Besatzer scheiterten mit dem Versuch, kritische Öffentlichkeit von oben zu verordnen. Erst mit Verzögerung, seit Ende der 50er Jahre, gelang die Überwindung autoritärer Traditionen. Neben der allmählich einsinkenden Erfahrung politischer und wirtschaftlicher Stabilität trieb dabei vor allem der Generationswechsel im Journalismus den Wandel voran. …“ | Zu: Christina von Hodenberg: Konsens und Krise – Eine Geschichte der westdeutschen Medienöffentlichkeit 1945-1973 | Wallstein Verlag, Göttingen 2006
ISBN 9783835300293 | https://www.perlentaucher.de/buch/christina-von-hodenberg/konsens-und-krise.html

Frank Werner (5. Mai 2021): “ … Gegen die Politik der Wiedergutmachung ritt die ZEIT zu Beginn der Fünfziger wütende Attacken; jüdische Emigranten, die sich um Rückerstattung ihres Vermögens bemühten, wurden verdächtigt, sich am „Volkseigentum“ bereichern zu wollen. Einen jüdischen Rückkehrer traf der Zorn des Chefredakteurs in besonderer Weise: Robert Kempner. Der Hauptankläger im Nürnberger Wilhelmstraßen-Prozess zog Ernst von Weizsäcker zur Rechenschaft, den ehemaligen Staatssekretär im Auswärtigen Amt, der bei der ZEIT vehemente Fürsprecher fand. Weizsäcker galt den Rechtsnationalen als Symbolfigur der zu Unrecht beschuldigten deutschen Machteliten. … Vehement kritisierte die ZEIT die alliierten Kriegsverbrecherprozesse. Auch Marion Gräfin Dönhoff plädierte für eine Amnestie. … Im ersten Nachkriegsjahrzehnt profilierte die ZEIT sich nahezu einstimmig als Bollwerk gegen die Besatzungsmächte, stand weit rechts von der Adenauer-CDU und noch nicht auf dem Boden liberal-demokratischer Grundsätze. … Vergangenheitspolitisch durchlebte also auch die ZEIT „lange Fünfzigerjahre“ [Als „lange fünfziger Jahre“ (Abelshauser 1987) bezeichnet der Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser die Periode der späten Nachkriegszeit bis Mitte der 1960er Jahre in der BRD …]. Bei der Liberalisierung der politischen Kultur in Deutschland war sie, wie die Historikerin Christina von Hodenberg schreibt, nicht Schrittmacher, sondern Nachhut. … “ | https://www.zeit.de/2021/19/marion-graefin-doenhoff-die-zeit-nuernberger-prozesse-journalismus-nachkriegszeit/komplettansicht

Odysseus51 #50: “ … Eine sehr aufschlussreiche und auch überraschende zeitungsgeschichtliche Rückschau. …“

Sonneundmond #9: “ … Vielen Dank für diesen aufschlussreichen Artikel über die (unrühmlichen) Anfänge der ZEIT. Interessant auch, weil sie ein Teil des gesellschaftlichen Klimas damals gut wiedererleben lassen. …“

wulewuu #56: “ … Seit 1962 im Alter von 15 Jahren las ich regelmäßig DIE ZEIT und so auch die Leitartikel von Gräfin Dönhoff. Da war selbst mir von Beginn an klar, dass hier immer auch der Geist des stockkonservativen preußischen Landadels sprach, welcher mit einer liberalen Demokratie recht wenig anzufangen wusste. … Gottseidank gab es auch damals andere Stimmen …“

[Identitätspolitik (Kulturelles Unterbewusstsein) #6… ]

“ … ‘Muziek mag niet, daten is verboden, het hebben van vrienden van het andere geslacht is onwettig, je leuk kleden en opmaken is ongepast, ’s avonds buiten zijn is niet geoorloofd, “vieze, immorele” films en series kijken is onaanvaardbaar (en dan bedoel ik geen porno, gewoon een film waarin wordt gezoend), het vieren van verjaardagen of andere heidense feestdagen mag niet, werken met mannen kan niet en ook uitgaan en feesten op festivals is verboden.’ …“ Ik ga leven, Lale Gül (2021) | https://uitgeverijprometheus.nl/catalogus/ik-ga-leven.html

insLot (6. Mai, 2021 – 10:06): “ … Neulich wurden in einem Artikel Feministinnen zitiert, die mich mutig fanden, sich aber kein Urteil anmaßten, weil es sozusagen nicht ihre Kultur sei. Ich finde, dieser Satz ist Beispielhaft für das Kernproblem der Identitätspolitik! Ansonsten sehr interessanter Artikel. …“
Kommentar zu: —> „Bedrohte Autorin in den Niederlanden: Zwischen allen Fronten“ Ein Artikel von Tobias Müller (5.5.2021) “ …An einem späten Abend im Februar wird Lale Gül klar, dass sie das alles unterschätzt hat.Als die 23-Jährige Studentin der niederländischen Literatur, geboren und aufgewachsen als Tochter anatolischer Gastarbeiter in Amsterdam, die Wohnung der Familie betritt, sitzt dort die halbe Nachbarschaft im Wohnzimmer. Alle zugleich fallen über sie her, die Vorwürfe fliegen ihr um die Ohren …“ —> Quelle: https://taz.de/Bedrohte-Autorin-in-den-Niederlanden/!5765575/

Volker Scheunert (6. Mai, 2021 11:14)“ … Was mich – selbst Vater einer Tochter – erschuettert, ist Folgendes: „Aber ihre Liebe ist eben nicht bedingungslos. Irgendwann hatte ich mein Glueck ihrem opfern muessen.“ Was geht in den Koepfen solcher Eltern ab? Es gibt bestimmt auch heute noch „bio-„deutsche oder -niederländische Eltern, die ihren Toechtern sagen: „Mit einem Auslaender brauchst Du Dich bei uns nicht mehr blicken zu lassen.“ Dieser Wahn aber, als kleine, aber im Selbstverstaendnis einzige nach Gottes Willen lebende, Gemeinschaft in einer zutiefst gottlosen und rassistischen Umgebung, von jedem Mitglied, besonders den weiblichen, absolute Loyalitaet zu fordern, hat etwas zutiefst Paranoides. Das laesst sich auch bei manchen christlichen Gruppierungen, bei rechtsradikalen Sekten, und, zumindest frueher, durchaus auch bei lesbischen Separatistinnen beobachten. Abweichler:innen, Ketzer:innen, Individualist:innen, Aussteiger:innen und „Verraeter:innen“ können da froh sein, wenn man sie ohne allzuviel Psychoterror oder gar Morddrohungen ziehen laesst. Ich wünsche Lale Guel weiterhin viel Kraft und jede Menge gute „Wahlverwandtschaft“ (nicht Geert Wilders!), auf dass sie ihren eigenen Weg weitergehen kann. Wer weiss, vielleicht kommt auch ihre Familie irgendwann zur Besinnung, und sieht ein, dass ihre freiheitsliebende Tochter ihre Liebe und Loyalitaet verdient, und nicht ihre konformistische Gemeinschaft. …“

[Wahrheit #2 … ]

Marlis Cavallaro (Dienstag, 3. Juli 2018): “ … Verwandte und Freunde bei den Zeugen Jehova gerieten nicht in die Hände der Verfolger, weil Verhaftete, wie mein Vater, trotz Folter keine Namen genannt hatten. … Lothar Schirmacher und eine seiner Schwestern wurden später enterbt (sie hätten sonst auf kleinen Parzellen des Familiengrundstückes ein Häuschen gebaut) mit der Begründung, dass sie nicht Zeugen Jehovas geblieben waren.
Nach Weiterbildung, viel Diskussion und Reflektion der Kriegsgreuel waren sie zu einer differierenden politischen Weltanschauung gelangt. Auch hatten diese beiden Geschwister die Bekehrung der Eltern als kleine Sechs- und Siebenjährige als Trauma erlebt – plötzlich gab es, für sie unbegreiflich, keinen Weihnachtsbaum, keine Geburtstagsfeier, keinen Osterhasen mehr…aber (noch) mehr Prügel als vorher… “ | http://kassel-zeitung.de/cms1/index.php?/archives/17773-Widerstand-und-Neuanfang-1933-1948-documenta-Halle.html

() “ … Als eine der wichtigsten Lehren, die Lothar Schirmacher aus seinen Erfahrungen zog, bezeichnete er immer wieder, dass das Schlimmste „die alleinige Wahrheit gepachtet haben“ sei. Er habe das nun überall sehen können, die Dummen gebe es in jedem weltanschaulichen Lager, Zeugen Jehovas, Katholiken, Kommunisten, Stalinisten, Nazis sowieso – alle hätten sie für sich den Anspruch auf die alleinige Wahrheit. Davor müsse ich mich mein Leben lang hüten – das verursache alles Elend. …“ | Quelle: https://klausbaum.wordpress.com/2021/04/25/29028/

„Es dürfte uns gut tun, uns manchmal daran zu erinnern, dass wir zwar in dem Wenigen, das wir wissen, sehr verschieden sein mögen, dass wir aber in unserer grenzenlosen Unwissenheit alle gleich sind.“ – Karl Popper: Von den Quellen unseres Wissens und unserer Unwissenheit. Vorlesung vor der Britischen Akademie am 20. Januar 1960. In: Vermutungen und Widerlegungen, Band 1, S. 45 | https://de.wikiquote.org/wiki/Karl_Popper

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